Facebook: Massenvergewaltigungen am kommenden Samstag?

Selim Baykara 3

Vor kurzem plante eine Bewegung unter dem Namen „Make Rape Legal“ (Legalisiert Vergewaltigung) weltweite Events für Vergewaltigungs-Befürworter - auch in Deutschland. Trotz einem Riesenwirbel in den sozialen Medien, Twitter und Co. kam es dann letztlich doch nicht zu dem Event. Jetzt wird auf Facebook vor Massenvergewaltigern gewarnt, die demnächst stattfinden sollen. Besteht da ein Zusammenhang?

Video: Hoaxes auf Facebook

Hoaxes auf Facebook.

Facebook: Massenvergewaltigungen am kommenden Samstag?

Update vom 12.02. 2016

Auch wenn das Treffen der Vergewaltigungsbefürworter letztlich nicht stattfand, hat das Event anscheinend doch bleibenden Eindruck im Netz hinterlassen. Leider auch bei Leuten, die die ursprüngliche Nachricht jetzt dazu benutzen, um Panikmache zu betreiben und auf Facebook vor angeblichen Massenvergewaltigungen zu warnen.

Man kann hier recht gut den Zusammenhang zur ursprünglichen Meldung über die Treffen Make-Rape-Legal-Anhänger erkennen - allerdings sieht man auch, wie die eigentliche Nachricht komplett aus dem Zusammenhang gerissen wird und mittels gezielter Übertreibung Angst geschürt wird. Zur Erinnerung: Es sollten niemals „Massenvergewaltigungen“ stattfinden, sondern „nur“ Treffen von Leuten, die Vergewaltigung in der Ehe befürworten (siehe unten).

Nein, es gibt keine Massenvergewaltigung am nächsten Samstag

Im Grunde greift hier also wieder das Stille-Post-Prinzip, das man so oft bei Falschmeldungen auf Facebook und Co. beobachtet: Man kennt irgendjemanden, der von seinem Freund erzählt bekommen hat, dass ein anderer Bekannter da mal was gehört hätte. Und so weiter und so fort. Mit Hilfe der sozialen Medien verbreiten sich solche Meldungen in kurzer Zeit - und aus einem Treffen von Vergewaltigungsbefürworten werden so geplante Massenvergewaltigungen.

An dieser Stelle also nochmal der ausdrückliche Hinweis: Nein, am nächsten Samstag gibt es keine Massenvergewaltigungen. Es handelt sich hierbei um gezielte Panikmache - die zudem so allgemein gehalten ist, dass man sie auch in Zukunft perfekt weiterverbreiten kann. Schließlich ist ja jede Woche Samstag. Das ändert aber nichts daran, dass diese Meldung falsch ist.

Facebook Thumbs Down Banner

Make Rape Legal: Treffen abgesagt

Update vom 04.02. 2016

Die Aufregung in den sozialen Medien war riesengroß, zahlreiche Leute (darunter auch wir) fragten sich, wie ernst man die ganze Angelegenheit eigentlich nehmen kann - jetzt ist es offziell: Roosh V, der Veranstalter der Make-Rape-Legal-Treffen hat das Event abgeblasen. So zumindest die Ankündigung auf seinem Blog.

Als Grund dafür gibt er an, dass er die Sicherheit der Teilnehmern nicht mehr garantieren könne. Konkret schreibt er dazu:

I can no longer guarantee the safety or privacy of the men who want to attend on February 6, especially since most of the meetups can not be made private in time. While I can’t stop men who want to continue meeting in private groups, there will be no official Return Of Kings meetups. The listing page has been scrubbed of all locations. I apologize to all the supporters who are let down by my decision.

Vermutlich ist ihm der Wirbel um die ganze Aktion dann doch ein wenig zu groß geworden. Ganz umsonst wird die Sache in seinen Augen wohl dennoch nicht gewesen sein: Roosh V verdient sein Geld mit Büchern und Vorträgen, auf denen er seine fragwürdigen Thesen verbreitet. Das Make-Rape-Legal-Event dürfte ihm einen enormen Aufmerksamkeitsschub beschert haben, selbst wenn es jetzt letztlich doch nicht stattfindet - möglicherweise war das Event sogar von Anfang an als reine PR-Aktion geplant.

Bleibt zu hoffen, dass der von ihm gewünschte Effekt nicht eintritt und die Leute stattdessen erkennen, welche merkwürdigen Ideen manche Menschen im Kopf mit sich herumtragen.

Ursprünglicher Artikel vom 03.02 2016

Im Internet finden sich bekannterweise die merkwürdigsten Sub-Kulturen. So traurig es ist:  Eigentlich verwundert es da nicht weiter, dass es auch Gruppen gibt, die ernsthaft die „legale Vergewaltigung“ propagieren. Eine der bekanntesten davon nennt sich „Return of the Kings“ und sorgt derzeit für Aufregung in den sozialen Netzwerken. Am kommenden Samstag will die Gruppe unter dem Slogan „Make Rape legal“ ein weltweites Treffen für Anhänger der Pro-Vergewaltigung-Bewegung abhalten.

Make Rape Legal - Anti-Frauen-Tag auch in Deutschland

Das Make-Rape-Legal-Event soll in 43 Ländern stattfinden und insgesamt 165 „Treffen“ umfassen. Auch in deutschen Großstädten sollen sich die Vergewaltigungs-Befürworter am Samstag, den 06. 02. 2016 um 20:00 Uhr treffen, unter anderem in  Berlin, München, Hamburg und Frankfurt am Main. Auf Twitter kursiert derzeit eine Liste mit detaillierten Informationen zu den einzelnen Treffpunkten.

Make Rape Legal Liste

Make Rape Legal hat zwar einerseits die Termine frei zugänglich ins Netzt gestellt - ganz so offen geht es bei dem Event aber doch nicht zu. Anhänger von Make Rape Legal sollen sich am Samstag zu der genannten Uhrzeit an den Locations einfinden und anderen Männer (von denen sie ausgehen, dass sie ebenfalls zu dem Event da sind) folgende Frage stellen: „Do you know where I can find a pet shop?“ (Weißt du wo eine Tierhandlung ist?) Die richtige Antwort auf diesen Code lautet: Yes, it’s right here. (Ja direkt hier in der Nähe).

Nachdem sich die Vergewaltigungs-Befürworter auf diese Weise identifiziert haben, ziehen sie anschließend weiter um sich anschließend an einem nicht weiter bekannten Treffpunkt zu versammeln. Was dort genau passiert ist, darüber kann man nur spekulieren. Im Internet wird das derzeit heiß diskutiert, außerdem stellt sich natürlich die Frage, ob das ganze Event wirklich ernst gemeint ist oder einfach nur öffentlichkeitswirksam auf die Gruppe aufmerksam machen will.

Die Organisatoren rechnen bereits mit Protesten gegen ihre Zusammenkunft. Daher rät Daryush Valizadeh im Netz seinen Anhängern auch zur Vorsicht vor „crazy feminists““Make rape legal“-Aktivisten treffen sich: Vergewaltigungs-Befürworter ruft zu Versammlung in Berlin auf | Panorama - Berliner Zeitung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.berliner-zeitung.de/panorama/-make-rape-legal--aktivisten-treffen-sich-vergewaltigungs-befuerworter-ruft-zu-versammlung-in-berlin-auf,10808334,33704740.html#plx1984079810
Die Organisatoren rechnen bereits mit Protesten gegen ihre Zusammenkunft. Daher rät Daryush Valizadeh im Netz seinen Anhängern auch zur Vorsicht vor „crazy feminists““Make rape legal“-Aktivisten treffen sich: Vergewaltigungs-Befürworter ruft zu Versammlung in Berlin auf | Panorama - Berliner Zeitung - Lesen Sie mehr auf:
http://www.berliner-zeitung.de/panorama/-make-rape-legal--aktivisten-treffen-sich-vergewaltigungs-befuerworter-ruft-zu-versammlung-in-berlin-auf,10808334,33704740.html#plx1984079810

Auf der Webseite des Veranstalters gibt es zumindest ein detailliertes FAQ zu dem Event, insofern kann man davon ausgehen, dass sich tatsächlich einige Männer versammeln werden. In welchem Umfang ist derzeit nicht abzusehen, allerdings sollte man als Frau am Samstag-Abend vielleicht besser die Innenstädte meiden, wenn man keine Begegnung mit den Vergewaltigungs-Befürwortern riskieren will. Die Organisatoren rechnen bereits jetzt mit Protesten gegen die geplanten Treffen. Die Veranstalter warnen auf ihrer Seite daher auch schon einmal vor den „crazy feminists“, die die Aktion stören könnten.

Make Rape Legal FAQ

Weitere Informationen zu Make Rape Legal findet ihr in dieser Übersicht.

Wer steckt hinter Make Rape Legal?

Make Rape Legal geht auf die Initiative des Bloggers Daryush Valizadeh - im Netz besser bekannt unter dem Namen Roosh V - zurück. Roosh V bezeichnet sich selbst als Verfechter der Neo-Maskulinität, außerdem ist er als Pick-Up-Artist bekannt - eine durchweg unsympathische Spezies Mann, die es sich zum Ziel gemacht hat, Frauen mit standardisierten Anmach-Sprüchen und billigen Psycho-Tricks möglichst schnell ins Bett zu bekommen.

Roosh V betreibt eine eigene Webseite, hat mehrere Bücher zum Thema „Mann-Sein“ verfasst und hält zudem Vorlesungen zur Thematik. In der Vergangenheit wurde er bereits öfter scharf kritisiert, da er gezielt Frauenfeindlichkeit verbreite und zudem die Vergewaltigung in der Ehe befürworte. Das Make-Rape-Legal-Event dürfte seinen Ruf nicht verbessern…

Lest bei uns auch, was sapiosexuell eigentlich genau bedeutet.

Bildquelle Screenshots: http://www.rooshv.com/

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