Wie viel Geld darf WhatsApp kosten? Deutsche Schüler antworten

Stefan Bubeck

Fast alle Jugendlichen nutzen Online-Dienste wie WhatsApp, Snapchat oder YouTube. Das Bewusstsein um den Datenschutz ist in diesem Zusammenhang zwar ausgeprägt, aber eine Zahlungsbereitschaft für eine besser geschützte Privatssphäre ist trotzdem nicht gegeben – anders formuliert: Das Motto beim Nachwuchs lautet „Digital first, privacy second“.

Fehlt den jungen Mitbürgern einfach das Geld oder steht der Schutz der persönlichen Daten tatsächlich nur an zweiter Stelle? Gerade einmal 16 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wäre bereit, bis zu fünf Euro pro Monat für besseren Datenschutz bei Onlinediensten auszugeben.

WhatsApp ist bei Schülern die Nummer 1

Für die Untersuchung wurden 3.000 Schüler zwischen 14 und 21 Jahren befragt. Mit einem Nutzeranteil von 78 Prozent ist der Messenger WhatsApp die beliebteste Online-Dienst bei den Digital Natives. Mit etwas Abstand, aber immerhin 54 Prozent, folgt Snapchat, auch YouTube wird von etwa jedem zweiten Jugendlichen genutzt. Die älteren Semester haben es vielleicht schon geahnt: Die beiden Plattformen Facebook und Google+ sind out, sie kommen bei den Schülern nur auf 17 Prozent Nutzerschaft.

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Das können andere Messenger besser als WhatsApp.

Weiterverkauf von persönlichen Daten: „Finde ich nicht gut“

Allen genannten Online-Diensten ist gemein, dass sie kostenlos nutzbar sind: App herunterladen, registrieren und los geht’s. Ab dann wird zwar durchaus „bezahlt“, aber eben nicht mit Geld, sondern mit persönlichen Daten. Diese Tatsache ist den jungen Nutzern bewusst, 73 Prozent finden es nicht gut, dass persönliche Daten von den Anbietern gespeichert und an Dritte weitergegeben werden. Die IW-Wissenschaftlerin Barbara Engels erklärt sich den dadurch enstehenden Widerspruch mit Netzwerkeffekten: Je mehr Menschen im direkten Umfeld einen Dienst nutzen, desto wahrscheinlicher ist die eigene Nutzung – und das unabhängig von den vorhandenen Bedenken.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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