Nie wieder YouTube-Sperre: Musikvideo-Dienst VEVO in Deutschland gestartet

Peer Göbel 1

YouTube-Sperre auf Wiedersehen: Der Musikvideo-Dienst VEVO ist nun auch in Deutschland gestartet und liefert die aktuellen internationalen Charts-Clips hierzulande aus – dank Einigung mit der GEMA.

Nie wieder YouTube-Sperre: Musikvideo-Dienst VEVO in Deutschland gestartet

In den USA ist VEVO ja längst der Standard-Anlaufpunkt für Musikvideos geworden, mit exklusiven Video-Premieren und den großen Künstlern – vor allem als Kanal auf YouTube. In Deutschland versucht sich die Video-Seite aber unabhängig von dem großen Bruder – als eigenständiges Angebot, das unter vevo.com erreichbar ist. Und zeigt damit YouTube, wie man’s macht: Die Verhandlungen mit der GEMA wurden zu beiderseitiger Zufriedenheit abgeschlossen (in „nur“ zwei Jahren – was angesichts der mehr als vierjährigen Verhandlungen zwischen GEMA und YouTube allerdings wirklich bemerkenswert ist), so dass jetzt auch die neueste Musik in Deutschland ausgestrahlt wird – und die Künstler etwas davon haben. Das inzwischen 175 Millionen Mal geklickte „Wrecking Ball“-Video von Miley Cirus feierte seine Premiere auf VEVO, mit dem Deutschland-Start sollen auch lokale Acts exklusiv ins Programm aufgenommen werden. Den Anfang machen heute Fettes Brot, am Mittwoch folgt weltweit ein neuer Clip von Britney Spears.

//UPDATE: Ist bei Euch das eingebundene Video auch gesperrt? Ist schon lustig, dass das der große Unterschied von VEVO sein sollte, aber offenbar bei Embedding nicht funktioniert. Auf der Webseite lässt sich das Video jedenfalls ansehen. UPDATE Ende.//

Die Namen verraten schon, wohin der Hase rennt: VEVO ist eine Gründung der Major Labels Sony und Universal, zusammen mit der Abu Dhabi Media Group und Google. Der Vergleich zu YouTube hinkt, denn bei VEVO können User oder Bands keine eigenen Videos hochladen. Das Angebot besteht nur aus Musik-Clips, die von den Labels kommen. Trotz der angeblich 75.000 verfügbaren Videos ist das Angebot an Indie-Künstlern und deutschen Acts noch sehr dünn (gebt z.B. mal Casper ein, dann kommt das hier). Dafür lohnt sich noch kein Umstieg von den bereits verfügbaren Alternativen tape.tv, Myvideo oder putpat.tv – die natürlich auch schon lange eine Einigung mit der GEMA haben (aber eben oft nicht die ganz großen Acts). Im Gegensatz zu Myvideo und auch YouTube arbeitet VEVO bislang nur sehr spärlich mit Werbung, nach jedem dritten Video wird ein Werbeclip angezeigt.

VEVO könnte zur Anlaufstelle werden, um die auf YouTube gesperrten Musikvideos auch in Deutschland sehen zu können – und einige Charts-Premieren mitzunehmen. Eine Alternative zu dem größten Videodienst ist das neue Angebot sicher nicht, und für Musik-Liebhaber ist die Auswahl auch noch zu dünn.

Neben dem Web-Portal ist VEVO auch auf Tablets und Smartphones mit Apps für Android und verfügbar.

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