YouTube erhält ein kostenpflichtiges Abonnement: Einem Gerücht zufolge plant Google eigenen Content für die Videoplattform zu produzieren. Diese in Zusammenarbeit mit populären YouTubern und großen Medienkonzernen entstehenden Inhalte gedenkt der Konzern nur Mitgliedern des Bezahlmodells zugänglich zu machen. Obendrein enthalten ist auch werbefreier Zugang zu regulärem Videomaterial. Der Startschuss soll angeblich noch diesen Monat erfolgen.

 

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Google köchelt gerade an einem interessanten Süppchen für die hauseigene Videoplattform. Das Gerücht, wonach YouTube eine kostenpflichtige Mitgliedschaft im Stile von Play Music erhalten solle, macht schon länger die Runde. Jetzt konkretisieren sich die Informationen: Wie das Magazin Re/Code mit Verweis auf Quellen aus der Branche berichtet, gehen die Pläne weit über einen reinen werbefreien Zugang zu Videos hinaus. Demnach will der Suchkonzern zahlenden Mitgliedern zusätzlich exklusive Inhalte anbieten. Dazu kooperiert man mit bekannten YouTubern. Das Wall Street Journal will zudem in Erfahrung gebracht haben, dass Google darüber hinaus Fox Sports von 21st Century Fox, Time Warner Inc., A+E Networks Inc. sowie die Comcast-Tochter NBCUniversal ins Boot holen konnte. Mit weiteren Medienunternehmen werde noch verhandelt, darunter etwa Walt Disney.

Finanzielle Gleichberechtigung zwischen YouTubern und Medienkonzernen

Die Ausschüttung soll große Medienkonzerne und YouTuber übrigens gleichwertig behandeln: So sollen insgesamt 55 Prozent der Einnahmen an die Ersteller der Inhalte gehen. Jeder, der Inhalte bereitstellt, erhält ein Stück vom Kuchen; die Größe hängt dabei von der Zeit ab, die Benutzer mit den Inhalten verbringen. Trotz des Widerwillens einiger Konzerne, die eigenen Medienprodukte als größeren Kundenmagneten ansahen, konnte Google diese Regelung schlussendlich durchboxen und die Verhandlungspartner umstimmen -- wohl auch ob der Reichweite YouTubes und des daraus folgenden Marketingpotentials. Das lassen in die Verhandlungen involvierte Personen gegenüber dem Wall Street Journal wissen. Es dürfte ein besonders wichtiges Anliegen der YouTube-Manager gewesen sein, die kooperierenden YouTuber nicht zu verprellen; die Einnahmen durch das Bezahlmodell soll für jene mindestens gleichwertig zum werbegestützten YouTube sein.

Wann mit dem Abonnement zu rechnen ist, ist bislang unklar. Einer Quelle von Re/Code zufolge sind manche Inhalte, für die Google gezahlt hat, noch nicht einmal produziert und sollen erst 2016 vorliegen. Ursprünglich behaupteten mit der Materie vertraute Personen, dass das Programm noch in diesem Monat anlaufen soll -- Kostenpunkt angeblich 10 US-Dollar pro Nutzer und Monat.

Quelle: Re/Code, Wall Street Journal