Apple Watch: Interview gibt Aufschluss über die Anfänge der Smartwatch

Holger Eilhard 4

In einem Interview mit Wired haben Apples Kevin Lynch, VP Technology, und Alan Dye, Creative Director, einige neue Details zu den Anfängen und der Entwicklung der Apple Watch preisgegeben.

Apple Watch: Interview gibt Aufschluss über die Anfänge der Smartwatch
Bildquelle: Wired.

Das Interview mit Wired beginnt mit dem ersten Tag von Kevin Lynch im Jahr 2013. Zuvor war er bei Adobe als Chief Technology Officer tätig und bekannt dafür sich öffentlich mit Steve Jobs über das Fehlen von Flash im iPhone zu streiten.

Der erste Tag bei Apple begann für Lynch nicht etwa mit der üblichen Orientierungsphase, sondern mit einem Meeting zur Apple Watch. Er erfuhr, dass sein neues Projekt, welches er leiten sollte, bereits hinter dem Zeitplan war.

Alan Dye, Creative Director bei Apple, verantwortlich für die Human Interface Group, sagte, dass die Idee für die Apple Watch aus den Meetings für iOS 7 hervor ging. Jony Ive hatte bereits kurz nach Tod von Steve Jobs im Oktober 2011 erste Ideen für eine Uhr. Diese Pläne zeigte er Dye und einem kleinen Team, welches damals damit beschäftigt war iOS 7 fertig zu stellen.

Ein wichtiger Grund für die Entstehung der Apple Watch war laut Lynch die zunehmende Nutzung des iPhone und der Häufung von Benachrichtigungen, die dazu führen, das die Anwender immer häufiger den kleinen Bildschirm aus der Hosentasche holen, um die letzten Nachrichten zu checken.

Die Apple Watch soll dies rückgängig machen, in dem es dem Anwender ermöglicht Benachrichtigungen zu priorisieren und schnelle Antworten auf dringende Nachrichten zu verfassen.

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iPhone mit Armband war der erste Apple-Watch-Prototyp

Der erste Prototyp der Apple Watch war ein iPhone, welches mit einem Band am Armgelenk getragen werden konnte. Die Entwicklung der Software ging schneller voran als die der Hardware. Ein iPhone musste daher als Apple Watch dienen. Die digitale Krone war ein virtueller Knopf auf dem Display, welches mit Fingergesten bewegt werden konnte. Da dies nicht optimal war, verfügte ein weiterer Prototyp über eine echte Krone, die an der Unterseite des iPhone eingesteckt wurde.

Mit Hilfe dieser Prototypen wurde schnell klar, dass die Nutzung der Apple Watch über längere Zeit am Stück nicht möglich oder gewünscht war. Die Software musste angepasst werden, um innerhalb von 5 bis 10 Sekunden eine Aufgabe erledigen zu können.

Als Beispiel wird „Short Look“ genannt: Ein Hinweis am Armgelenk weist darauf hin, dass gerade eine neue Nachricht eingegangen ist. Man hebt das Armgelenk und sieht die Meldung „Nachricht von Joe“. Wenn man nun den Arm direkt wieder senkt, bleibt die Nachricht ungelesen, die Benachrichtigung verschwindet hingegen. Nur wenn der Arm oben bleibt, zeigt die Uhr die Nachricht an.

Die Benachrichtigungen der Taptic Engine waren ebenfalls ein zeitaufwendiger Bestandteil der Entwicklung. In wöchentlichen Meetings testete das Team die Fortschritte. Jony Ive traf die Entscheidung, ob sich die verschiedenen Benachrichtigungen korrekt anfühlten. Es dauerte länger als ein Jahr, bis er mit den Ergebnissen zufrieden war.

Am Ende des Interviews schreibt der Autor, David Pierce, dass Kevin Lynch nicht einmal auf sein iPhone geschaut hat.

Das vollständige Interview inklusive einer Galerie mit neuen Fotos und Details zur goldenen Apple Watch Edition findet ihr bei Wired.

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