Ex-Apple-Mitarbeiter über Apple-Watch-Sensoren und die Herausforderung Jony Ive

Florian Matthey 1

In einem Interview berichtet ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter, der mit für die Gesundheits-Sensoren der Apple Watch verantwortlich war, über seine frühere Arbeit. Unter anderem verrät er, warum sich keine Sensoren im Armand befinden.

Ex-Apple-Mitarbeiter über Apple-Watch-Sensoren und die Herausforderung Jony Ive

Bob Messerschmidt kam erst im Jahr 2010 zu Apple, als das Unternehmen seine Start-Up-Firma übernahm. Mittlerweile hat er Apple wieder verlassen und ein neues Startup namens Cor gegründet – das an einem Produkt arbeitet, mit dem jeder zu Hause zusammen mit seinem Smartphone seine Blutwerte testen kann. In einem Interview mit Fast Company berichtet er nun über seine Zeit bei Apple.

Messerschmidt berichtet unter anderem, mit welchen Herausforderungen er beim Design des Herzfrequenz-Sensors, an dem er mit seinem Team arbeitete, zu tun hatte. Hier musste er vor allem den Umgang mit dem Design-Team von Jonathan Ive lernen: Er schlug vor, den Sensors in Armband zu integrieren, damit dieser die Messung an der Unterseite des Handgelenks durchführt, was mehr Genauigkeit verspricht. Ives Team lehnte diesen Vorschlag jedoch ab, da die Armbänder leicht austauschbar sein sollten; es entspreche nicht dem „Fashion-Trend“, Elektronik ins Armband zu integrieren.

Auch Messerschmidts Vorschlag, dass der Benutzer die Uhr relativ eng am Handgelenk tragen sollte, um die Messung zu verbessern, fand keine Gegenliebe: So tragen Menschen ihren Uhren nicht; auch die Apple Watch müssten Kunden locker am Handgelenk tragen können.

Diese Design-Vorgaben haben dazu geführt, dass Messerschmidts Team den Sensor eben noch stärker optimieren musste. Letztendlich sei so aber ein Produkt mit einem besseren Benutzererlebnis entstanden, als wenn die Sensor-Ingenieure das ganze Produkt entworfen hätten.

Allgemein sei das die Herangehensweise bei Apple gewesen: Es gehe nicht darum, immer die beste und fortschrittlichste Technologie zu verwenden, sondern ein Produkt zu erstellen, mit dem die Benutzer glücklich sind. So seien iPhones und iPads in Sachen Hardware oft nicht der Konkurrenz voraus, bieten aber ein angenehmeres Gesamtpaket. Auch habe man sich bei Apple nie mit „gut genug“ zufrieden gegeben: Wenn ein Aspekt eines Produktes nicht „richtig“ sei, scheitere das ganze Produkt.

Am Anfang konnte Messerschmidt auch noch mit Steve Jobs zusammen arbeiten, von dem er besonders die Fähigkeit, „nein“ sagen zu können, hervorhebt: Dauernd hätten Mitarbeiter tolle Ideen gehabt und dem Management kommuniziert. Jobs habe aber alles immer abgelehnt, bis ein Produkt wirklich ausgereift war.

Messerschmidt lobt seinen früheren Arbeitgeber aber nicht nur: Apple gehe in Sachen Geheimniskrämerei zu weit. Man versuche so, sich selbst davon zu überzeugen, dass man das ganze Imperium unter Kontrolle habe – und dass man etwas tut, das wichtiger ist, als es eigentlich ist.

Fast Company hatte erst letzte Woche zwei ausführliche Interviews mit Apples CEO Tim Cook und den Senior Vice Presidents Craig Federighi und Eddy Cue sowie mit Cue und Fedirighi separat veröffentlicht. Unsere Zusammenfassung des ersten Interviews findet ihr hier, die des zweiten hier.

Apple Watch Alternativen.

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