Smartwatch am Steuer: Nutzung kann teuer werden – ein Fall aus Kanada

Holger Eilhard 3

Eine Studentin musste in den vergangenen Tagen lernen, dass die Nutzung einer Smartwatch am Steuer von einem Gericht genauso bewertet wurde, wie die Nutzung eines Smartphone. Entsprechend teuer wurde der Blick auf die Apple Watch.

Smartwatch am Steuer: Nutzung kann teuer werden – ein Fall aus Kanada
Bildquelle: GIGA.

Apple Watch am Steuer: Kanadische Studentin muss 400 Dollar zahlen

Victoria Ambrose, Studentin bei der University of Guelph in Kanada, wartete am 24. April vor einer roten Ampel und fuhr nach dem Grünlicht erst dann an, nachdem ein Polizist ein Licht in ihr Auto gerichtet hatte. Der Polizist hatte zuvor das Licht einer aufleuchtenden Apple Watch am Armgelenk bemerkt und stoppte daraufhin die Studentin. Er hatte außerdem gesehen, dass sie wiederholt auf die Apple Watch geschaut hat. Ein Gericht entschied nun, dass Ambrose ein Bußgeld in Höhe von 400 Kanadischen Dollar zahlen muss.

Der Studentin wurde daraufhin vorgeworfen ein tragbares Kommunikationsgerät am Steuer genutzt zu haben. Ambrose sagte jedoch, dass ihre Uhr nicht mit dem Smartphone, welches mit ihr im Auto war, verbunden gewesen sein soll. Sie habe lediglich versucht die Uhrzeit abzulesen, was ein Antippen mit dem Finger erforderte.

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Gericht entscheidet: Apple Watch ist ein tragbares Gerät

Das Gericht, welches sich seit Mitte Mai mit dem Fall befasst hatte, war der Meinung, dass es keinen Unterschied mache, ob die Uhr mit einem Smartphone verbunden war oder nicht. Es geht um das Halten beziehungsweise die Benutzung des Geräts. Ambrose hätte die Uhr des Autos nutzen können, um die Uhrzeit abzulesen, habe sich jedoch stattdessen dazu entschieden ihre Smartwatch zu benutzen.

Die Verteidigung hatte versucht, die Apple Watch einem Bluetooth-Headset gleichzustellen, welche am Steuer benutzt werden dürfen. Das Gericht widersprach dieser Interpretation, da es „grundlegende Unterschiede“ zwischen diesen Geräten gebe. Dazu gehört insbesondere, dass ein Bluetooth-Headset keinen Bildschirm besitzt.

In Deutschland ist die Nutzung eines Smartphones am Steuer verboten. § 23 StVO regelt diesbezüglich „ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist“. Eine explizite Nennung einer Smartwatch, welche im Gegensatz zu einem Smartphone fest mit dem Handgelenk des Fahrers verbunden ist, gibt es jedoch nicht. So könnte ein kurzer Blick zum Ablesen der Zeit — wie bei einer traditionellen Uhr — noch in Ordnung sein, während das Ablesen von Textnachrichten auf einer Apple Watch zu einem Bußgeld führen kann.

Anmerkung: Dieser Artikel beschreibt lediglich einen Sachverhalt und ist keine juristische Beratung.
Quelle: GuelphToday.com

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