Swatch-Chef basht Apple Watch: „Keine Killer-App“

Ansgar Warner 33

Wie revolutionär ist die Apple Watch wirklich? Für Swatch-Chef Nick Hayek nicht mal ein bisschen: der Hype sei überzogen gewesen, die technischen Details der Uhr seien ernüchternd.

Swatch-Chef basht Apple Watch: „Keine Killer-App“

Helvetiens Uhrenindustrie bleibt in Angriffslaune, speziell Branchenvorreiter Swatch: erst letzte Woche war bekannt geworden, dass die innovative Fashion Brand ausgerechnet für Tim Cooks Lieblingsphrase „One more thing“ Markenschutz beantragt hat.

Diese Woche gab’s nun verbale Tiefschläge: in einem NZZ-Interview anlässlich der Messe Baselwatch teilte Swatch-CEO Nick Hayek kräftig gegen die Apple Watch aus: der Smartphone-Hype sei „bereits wieder vorbei, seit die Leute realisiert haben, dass auch Apple nur mit Wasser kocht“.

Vor ein paar Monaten hätten selbst die anderen großen IT-Konzerne noch Angst gehabt, Apple könnte mit einem revolutionären Produkt das Geschäftsmodell Smartwatch zerstören. Mittlerweile seien alle ernüchtert: „Niemand redet von einer Killer-App, die Batterie bleibt eine Enttäuschung“.

Für die geplanten Smartwatch-Projekte von Swatch selbst lehnt Hayek iOS oder Android als Betriebssystem kategorisch ab: Bedingung für eine Kooperation wäre, „dass der Konsument in erster Linie eine Uhr bekommt und kein Mobiltelefon am Handgelenk, mit dem er täglich an die Steckdose muss“.

Darin liege auch die Stärke der smarten Swatch-Konzepte, die auf spezielle Mikrochips von EM Marin setzten: die seien ebenfalls sehr leistungsfähig, würden aber deutlich weniger Energie verbrauchen. Auch in punkto Touch-Screen, Solarzifferblätter oder Batterietechnologie setze man lieber auf das eigene Know-how. Kompatibel mit iPhone oder Android-Phone würden kommende Swatch-Modelle wie Touch Zero One oder die NFC-Swatch aber schon sein, betont Hayek zugleich.

Von der angeblichen Disruption der Schweizer Uhrenindustrie durch die Apple Watch scheint Swatch übrigens nicht betroffen zu sein: die Swatch-Group rechnt für 2015 trotz alledem weiter mit einer Umsatzsteigerung von fünf bis zehn Prozent.

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