Tag-Heuer-Chef sieht Apple Watch als ernsthaften Konkurrenten

Florian Matthey 1

„Switzerland is in trouble“ lautete letztes Jahr die recht selbstbewusste Ankündigung von Jony Ive bezüglich der Apple Watch. Neue Kommentare des TAG-Heuer-Chefs zeigen, dass zumindest ein Uhrenhersteller die Watch durchaus ernst nimmt.

Tag-Heuer-Chef sieht Apple Watch als ernsthaften Konkurrenten

Am 9. November wird TAG Heuer erstmals eine eigene Android-Smartwatch vorstellen, die mit 1800 US-Dollar deutlich mehr kosten wird als die günstigsten Apple-Watch-Modelle. Allerdings gibt es auch Ausführungen der Apple Watch in einem ähnlichen Preissegment – sowie die goldene Apple Watch Edition, die deutlich mehr kostet.

Der TAG-Heuer-Chef Jean-Claude Biver erklärte gegenüber CNBC, dass er Smartwatches im Preissegment zwischen 200 und 2000 Dollar durchaus als große Konkurrenz für die traditionelle Uhren-Branche sehe. „Auf jeden Fall eine große Konkurrenz, riesig! Ich halte das für einen Tsunami“, so Bivers klare Einschätzung.

Für deutlich teurere Smartwatches wie die Apple Watch Edition sieht Biver jedoch keinen so großen Markt – eine Smartwatch zu verkaufen, die über 2000 Dollar kostet, sei „ein riesiges Problem“. Wer wolle schon eine Uhr für 10.000 oder 20.000 Dollar kaufen, die nach fünf oder zehn Jahren überholt ist?

In jedem Fall müssten traditionelle Hersteller innovativ bleiben, um nicht in die Bedeutungslosigkeit zu versinken. Man müsse Traditionen respektieren, aber gleichzeitig innovativ sein. „Wenn man nichts Innovatives bringt und sich nur wiederholt, wird man im Museum landen, und die Leute wollen mit Innovation und Kreativität verbunden bleiben“, so die klaren Worte des Managers.

Wie groß die Konkurrenz durch Apple selbst ist, könne er noch nicht einschätzen. Am Anfang sei noch von 10 bis 20 Millionen verkauften Apple Watches die Rede gewesen, jetzt hört man eher etwas von 5 Millionen – Apple nennt bekanntlich keine genauen Zahlen. Laut Biver sei es aber dennoch „phänomenal“, 5 Millionen Uhren zu verkaufen, wenn man zuvor gar kein Uhrenhersteller war. Auch die Konkurrenz durch Apple – und nicht nur Smartwatches im Allgemeinen – nimmt Biver also ernst.

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