ASUS ZenWatch Test - Viel Potenzial verschenkt?

Franz Feuerer

Auch ASUS hat im September 2014 auf der IFA mit der ZenWatch seine erste eigene Smartwatch vorgestellt. Die Daten klangen damals ziemlich vielversprechend: Edles Design, ordentliche Hardware und mit 229€ auch noch günstiger als eine LG G Watch R, die zeitgleich vorgestellt wurde. Nachdem die ZenWatch Ende Dezember in extrem kleinen Stückzahlen verfügbar war, ist sie nun seit Kurzem in den bekanntesten Shops auf Lager. Mittlerweile bekommt man aber bspw. die G Watch R, die wir im November als die beste, momentan erhältliche, Android Wear Smartwatch bezeichnet haben, schon für 209€. Ob die ZenWatch dagegen ankommt und ob sich ein Kauf trotzdem lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Asus Zenwatch Test.

Testgerät: ASUS ZenWatch – Preis ab ca. 229€ bei Asus | Amazon
Software: Android Wear

Hardware

ASUS Zenwatch 14

Während Motorola und LG bei ihren aktuellen Smartwatches auf ein rundes Display setzen, verbaut ASUS ein Rechteckiges. Trotzdem wurde aber auch hier versucht, die ZenWatch optisch wie eine normale Uhr und nicht wie eine Smartwatch wirken zu lassen. Das ist ASUS auch ziemlich gut gelungen. Auf der Vorderseite Aluminium, teils blank geschliffen, teils gebürstet, hinten mattes Alu – das gefällt. Dazwischen sieht man eine leicht zurückfallende Fuge aus bronzefarbenem Kunststoff, dessen Farbton sich grob in der Farbe des einfachen, aber durchaus schicken Lederarmbandes wiederfindet.

ASUS Zenwatch 3

ASUS setzt hier auf den gängigen 22mm-Anschluss, ihr könnt das Armband also auch problemlos austauschen. Das mitgelieferte Lederarmband ist größenverstellbar und mach definitiv auch einen hochwertigen Eindruck – selbiges gilt für den Verschluss. Außerdem wirkt die ZenWatch mit einer Gehäusedicke von unter 10mm nicht ganz so klobig wie viele Konkurrenten und wirkt damit auf den ersten Blick tatsächlich wie eine ganz normale Uhr. Sie trägt sich auch extrem angenehm.
Das Einzige, was wir am Design der ZenWatch wirklich zu kritisieren haben, sind die vergleichsweise dicken, schwarzen Displayränder. Hier wurde einfach nur sinnlos Platz verschwendet.

ASUS Zenwatch 7

Die Verarbeitung ist hervorragend, hier gibt es eigentlich nichts zu kritisieren. ASUS verbaut lediglich eine physische Taste. Die ist auf der rechten Seite angebracht, allerdings in das Gehäuse versenkt und nur bedienbar, wenn die Uhr nicht angelegt ist. Man nutzt sie im Alltag also so gut wie kaum. Ansonsten kommt die ZenWatch mit 4GB an internem Speicher, einem Gyroskop, einem Herzfrequenzmesser und einem Schrittzähler. Auf GPS, NFC, WLAN, ein Barometer oder einen Beschleunigungsmesser muss man leider verzichten.
Erwähneneswert ist auch noch, dass die ZenWatch, anders als viele Konkurrenten, „nur“ IP-55-zertifiziert ist. Das bedeutet, dass die Uhr zwar zwar gegen Staub geschützt ist, ansonsten allerdings nur gegen Spritz- und Strahlwasser. Im Alltag sollte das aber auch reichen – allein wegen des Lederarmbandes wird wohl niemand freiwillig mit der ZenWatch duschen oder schwimmen gehen.

Display

ASUS Zenwatch 8

ASUS setzt bei der ZenWatch auf ein 1,63″ großes AMOLED-Display, das mit 320×320 Pixel bei etwa 278ppi auflöst. Geschützt wird das Ganze von leicht gebogenem Gorilla Glass 3. In Sachen Helligkeit, Blickwinkelstabilität und Ablesbarkeit konnte uns das Display durchaus überzeugen. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt Probleme die Uhrzeit oder dergleichen abzulesen.

ASUS Zenwatch 5

Enttäuscht waren wir allerdings von der teils ziemlich ausgefransten Darstellung. ASUS setzt hier auf eine PenTile-Matrix. Ähnlich wie damals beim Galaxy S3 oder älteren AMOLEDs führt das dazu, dass bspw. die weißen Zeiger auf schwarzem Hintergrund ziemlich ausgefranst wirken. Das fiel uns bei der Konkurrenz nicht so krass auf und trübt den Gesamteindruck ziemlich.

Performance

ASUS Zenwatch 16

Ähnlich wie die meisten anderen Smartwatches mit Android Wear kommt auch die ASUS ZenWatch mit dem Qualcomm Snapdragon 400 mit vier Kernen und 512MB Arbeitsspeicher. Die Performance ist genauso gut oder schlecht wie bei der G Watch R oder der Samsung Gear Live.
Sie ist also ziemlich ordentlich. Das gesamte System läuft angenehm schnell und flüssig.

Bewegt man den Arm so, als würde man ganz normal auf die Uhr schauen, um die Uhrzeit abzulesen, sollte die ASUS ZenWatch aus dem Standy-Modus aufwachen und die Displayhelligkeit hochregeln. Ähnlich wie bei anderen Smartwatches funktioniert dies relativ zuverlässig in etwa 80% der Fälle.

Akku

ASUS Zenwatch 11

Der Akku der ZenWatch hat eine Kapazität von 369mAh und ist damit merkbar kleiner als etwa der der G Watch R. Das schlägt sich dann auch in der Laufzeit nieder:

Aktiviert man den Always-On-Modus hält die ZenWatch einen bis maximal eineinhalb Tage. Dieser Modus hat uns bei der Uhr hier extrem gut gefallen. Man kann noch immer problemlos die Uhrzeit ablesen und die aktuellste Benachrichtigung sehen. Da spart man sich sehr oft das Aktivieren der „vollen Anzeige“. Die Displayhelligkeit hatten wir meist auf Stufe 4 oder 5 gestellt, da ein Sensor zur automatischen Regelung leider fehlt.

ASUS Zenwatch 1

Geladen wird die ZenWatch über die 5 Kontaktpunkte auf der Rückseite. Diese müsst ihr auf die mitgelieferte, magnetische Ladespule legen und schon kann’s losgehen. Das ist nicht so intuitiv wie das Wireless-Charging bei der Moto 360, aber insgesamt auch gut gelöst.

Software

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Prinzipiell könnt ihr jedes Smartphone, das Android 4.3 oder höher nutzt, über die Android Wear App und Bluetooth 4.0 mit der ZenWatch verbinden. Die Verbindung und Einrichtung klappt schnell und problemlos.

ASUS Zenwatch 19

Als Software kommt auch hier Android Wear zum Einsatz. Prinzipiell gibt es da kaum Unterschiede zur den anderen Uhren, außer, dass auch ASUS ein paar eigene Watchfaces vorinstalliert. Die sind größtenteils schick und funktional. Während wir bei der G Watch R noch den etwas zu sanfte Vibration bei eintreffenden Nachrichten kritisierten, sind wir hier bei der ZenWatch absolut zufrieden.

ASUS Zenwatch 20

Gut gefallen hat uns auch wieder, wie Android Wear mit Benachrichtigungen umgeht. Egal ob Gmail-, Twitter-, WhatsApp-, Hangsouts-, YouTube- oder Google Now-Benachrichtigungen – alle werden sofort bei Eintreffen in Form von Karteikarten angezeigt. Dazu gibt es eine kleine Vorschau auf den Inhalt. Bei vielen Nachrichten kann man somit direkt die gesamte Nachricht lesen. Bei den meisten Mails reicht das aus, um zu entscheiden, ob es sich lohnt, das Smartphone direkt rauszuholen, oder ob das Ganze warten kann.

ASUS Zenwatch 12

Interessant ist auch der ZenWatch Manager. Hiermit können die vorinstallierten Watchfaces etwas angepasst werden. Außerdem gibt es noch ein paar Sonderfunktionen: So lässt sich das gekoppelte Smartphone etwa automatisch entsperren, solange es in Reichweite ist. Des Weiteren kann man die Uhr damit finden, oder Stummschalten bei eingehenden Anrufen und eine Warnung einstellen, wenn man sich zu weit vom Handy entfernt. Zu guter Letzt kann man hier auch spezielle Asus-Apps auf die Uhr laden, etwa Asus Wellness oder Remote Camera. Während die Remote-Camera-App eine Fernauslösefunktion für die Smartphone-Kamera samt Zusatz-Sucher ist, ist Wellness das S-Health-Pendant von Asus.

ASUS ZenWatch Test Fazit

Wie im Titel bereits angedeutet, hat ASUS bei der ZenWatch unserer Meinung nach ziemlich viel Potenzial verschenkt. Bei der Vorstellung handelte es sich hierbei um eine schicke und vor allem auch preislich attraktive Smartwatch. Dinge wie das ausgefranste Display, die dicken Displayränder und die allenfalls durchschnittliche Akkulaufzeit trüben den Gesamteindruck allerdings. Außerdem hat es einfach viel zu lange gedauert, bis die ZenWatch flächendeckend verfügbar war.

Die G Watch R (Test) ist mittlerweile sogar etwas günstiger, bietet gleichzeitig aber auch ein besseres Display und eine bessere Akkulaufzeit. Nichtsdestotrotz sind wir auf den Nachfolger der Zenwatch gespannt, denn Potenzial gibt es hier definitiv.

ASUS ZenWatch
Befriedigend
71%
08/2016
Preis: 229€ Die ASUS ZenWatch offenbart im Test an einigen Stellen großes Potenzial, enttäuscht teilweise aber auch ziemlich.
Vorteile– Edles Design
– Gute Verarbeitung
– Gut funktionierende Benachrichtigungen
– ZenWatch Manager App
Nachteile– Dicke Displayränder
– Schwaches Display
– Preis


Design / Verarbeitung 9 Display 5 Batterie 6 Alltagsnutzen 8 Performance 8 Software 8 Preis / Leistung 6

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