Dass Google mit seinem Media-Streaming-Dongle Chromecast einen potenziellen Gamechanger im Portfolio hat, ahnten wir bereits bei der Vorstellung des kleinen Gadgets vor rund einem halben Jahr. Bislang ist der HDMI-Stick noch nicht so richtig durchgestartet, das ändert sich ob diverser App-Updates aber gerade — und für das kommende Jahr hat Google mit dem Chromecast richtig Großes vor, wie Googles Produkt Marketing-Vize gegenüber den Kollegen von Gigaom erläutert hat.

 

Chromecast

Facts 

Dieser Chromecast ist schon ein tolles Stück Technik: Neben YouTube-Videos, Play Music-Songs, Play Movies-Filmen und Chrome Browser-Tabs streamt er – wenigstens in den USA – zum Beispiel auch Netflix- und HBO-Inhalte auf nicht-smarte TVs, dank jüngster Updates sind Media Server wie Plex kompatibel und hierzulande hat Watchever bereits angekündigt, Anfang des kommenden Jahres eine Cast-Funktion in seine App einzubauen. Fehlt eigentlich nur noch, dass der Dongle in unseren Breiten auch offiziell zu kaufen ist — und das soll im kommenden Jahr endlich geschehen: Mario Queiroz, Google Vizepräsident Product Marketing, hat in einem Interview mit Gigaom bestätigt, dass Google den Chromecast 2014 in weitere Märkten (neben den USA) bringen wird; wir gehen stark davon aus, dass Deutschland darunter sein wird.

Aber nicht nur die Verfügbarkeit der Hardware wird erweitert, auch die Palette der kompatiblen der Apps soll deutlich vergrößert werden: „Chromecast-Käufer und -Nutzer erwarten, dass über kurz oder lang wirklich jede App „cast-bar“ sein wird,“ weiß Queiroz. Ob man eine solche universelle Kompatibilität erreichen wird, bleibt abzuwarten, definitiv stehen uns aber mit dem offiziellen Launch des finalen SDK — bislang befindet sich dieses noch im Beta-Stadium — im nächsten Jahr zahlreiche weitere Wellen an entsprechenden App-Updates ins Haus — Queiroz bestätigt, dass bereits „hunderte Entwickler“ darauf brennen, ihre App Chromecast-kompatibel zu machen.

Chromecast-setup

Und was macht man dann als Unternehmen mit so einer begehrten Technik und der zugehörigen Infrastruktur? Natürlich, man etabliert einen Standard: „Unser größeres Ziel ist es, Google Cast [also die Übertragungstechnik hinter dem Chromecast] zum Standard zu machen,“ erklärt Queiroz weiter — und bläst damit implizit zum Angriff auf Apples Air Play. So möchte man die Hersteller von Heimelektronik dazu bewegen, Googles Cast-Technik direkt in ihre Geräte zu verbauen, damit Nutzer entsprechende Apps zukünftig ganz ohne zusätzlichen Dongle, sondern „out of the Box“ nutzen können. Dazu befände sich das Mountain bereits in „ernsthaften Gesprächen“ mit diversen Elektronik-Unternehmen.

Auch wenn es keine offiziellen Verkaufszahlen des Chromecast gibt, ein großes Kundeninteresse an dem Dongle und einer solchen Lösung kann Google bei diesen Verhandlungen definitiv in die Waagschale werfen: So hat der Chromecast in den Wochen nach seinem Launch die Amazon.com-Verkaufscharts angeführt und befindet sich aktuell immer noch unter den Top 3-Produkten des eHändlers. Und das Time Magazine hat den Dongle jüngst zum Gadget des Jahres gekürt.

chromecast

Ein knappes halbes Jahr nach der Präsentation des Chromecast sind wir also mehr denn je davon überzeugt, was wir damals bereits geahnt hatten: Googles Dongle und die dahinter liegende Technik haben das Zeug zum Gamechanger — und Mountain View hat diese kleine Revolution ganz richtig zunächst mit Vorsicht und Bedacht eingeführt. Jetzt kann der große Schub an App-Updates und Hardware-Verkäufen kommen und der Chromecast 2014 dann so richtig durchstarten.

Quelle: Gigaom