Chromecast: Kein Streaming für Porno-Apps

Frank Ritter 16

Gestern hat Google, nach Monaten des Wartens, endlich sein SDK für Chromecast freigegeben. Das heißt, dass die Unterstützung für Googles HDMI-Dongle nun auch anderen Streaming-Apps zur Verfügung steht als den initial von Google zugelassenen Partnern. Ganz einschränkungsfrei darf dann aber auch nicht an Chromecast-Kompatibilität gearbeitet werden: Das Streaming aus Apps mit nackter Haut verbieten die Nutzungsbedingungen des SDKs – Richtig gelesen: Chromecast hat eine Porno-Sperre.

Schon bei Glass hat Google verlauten lassen, dass man keinerlei nackte Tatsachen im App-Sortiment dulde, nun fällt der Zensurhammer auch auf den Chromecast nieder – was aufgrund der primären Funktionalität des Dongles als Empfänger für Video-Content noch eine etwas markanteres Problem ist. Die Nutzungsbedingungen der Chromecast-API für App-Entwickler sind deutlich (Übersetzung von uns):

Wir erlauben keinen Content, der Nacktheit, grafische Sexakte oder sexuell explizites Material enthält.

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Chromecast einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung in Bildern

Diese prüde Haltung, die man eigentlich eher Apple zurechnen würde, hat deutliche Folgen für Chromecast-Nutzer und -Entwickler. Denn neben Pornographie gibt es auch andere Gründe, warum Nacktheit gezeigt werden kann: Theateraufführungen, medizinisches Lehrmaterial, Dokumentationen und so weiter – will Google Apps mit solchen Inhalten ebenfalls verbieten? Und was ist mit Grenzfällen wie dem Playboy oder dem mitunter schlüpfrigen Content aus der „Bild“?

Aus offensichtlichen Gründen weniger kritikabel sind die folgenden Sätze, wiewohl es merkwürdig ist, dass sie praktisch im selben Atemzug mit dem vorangegangenen Passus genannt werden.

Google verfolgt eine Nulltoleranz-Politik gegen Material, das Kindesmissbrauch zeigt. Sobald wir entsprechendes Material entdecken, werden wir es den zuständigen Behörden melden und die Google-Konten der involvierten Personen löschen.

Neben Nacktheit verbietet Google auch anderen anrüchigen Content: Gewaltdarstellungen und Glücksspiel etwa.

Ein fader Beigeschmack bleibt. Natürlich verbieten die Nutzungsbedingungen nicht, dass sich ein Nutzer einen Chrome-Tab mit pikanten Streifen per Chromecast anzeigen lässt oder sich ein selbstgedrehtes Nackedei-Video per AllCast auf seinen Fernseher beamt – workarounds sind also möglich. Trotzdem: „Frei“ ist etwas anderes.

[via Hot Hardware]

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