Chromecast: Mehr Android als Chrome OS, gerootet, bei ebay verfügbar

Frank Ritter 9

Ein kleines Stäbchen für den Fernseher hat uns bei seiner Veröffentlichung in der vergangenen Woche schwer begeistert: der Chromecast. Nachdem dieser Tage einige Exemplare des 35 Dollar-HDMI-Dongles in den Händen befähigter Hacker gelandet sind, können nun erste Inspektionsergebnisse vermeldet werden: das Betriebssystem liegt deutlich näher an Android, genauer Google TV, als an Googles Chrome OS. Ferner ist das Gerät bereits gerootet und erlaubt die Ausführung von eigenem Code. Daneben können nun erste Chromecast-Exemplare per ebay auch in Deutschland geordert werden.

Auf dem Chromecast läuft eigentlich Android, wie Nachforschungen der Seite GTVhacker ergeben haben. Zwar fehlten Bionic und die Dalvik VM als jene Teile des Betriebssystems, mit denen man Android-Apps (APKs) ausführen kann. Allerdings handelt es sich bezogen auf Kernel, Bootloader, init scripts und diverse Binaries, um ein Google TV-Betriebssystem, das wiederum auf Android basiert. Besonderheit ist, dass die Chromecast-Software selbst in einer einzelnen Binary ausgeführt wird. Der Marvell-SoC im Chromecast-Dongle besitzt nur einen CPU-Kern, kommt in einer Dual Core-Variante sonst aber auch in Google TV-Set Top-Boxen zum Einsatz.

Doch wie wurden diese Erkenntnisse erlangt? Bei Überprüfung des unter GPL veröffentlichten Chromecast-Source Codes fanden die Forscher eine Lücke bei der Signierungsüberprüfung von Firmware-Images, die über einen per USB-Host angeschlossenen USB-Stick geladen werden. Auf diese Weise ließ sich das Betriebssystem des Chromecast vergleichsweise einfach manipulieren, mit dem Ergebnis, dass man das Gerät nun rooten und theoretisch eigene Software darauf ausführen kann. Eine Root-Anleitung findet sich im GTVhacker-Wiki. Die XDA-Developers haben prompt reagiert und eine Chromecast-Sektion im eigenen Forum eingerichtet.

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Chromecast einrichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung in Bildern

Zur Stunde bietet das noch keinen konkreten Nutzen, aber als Grundlage für weitere Entwicklungen ist diese Nachricht natürlich von immenser Relevanz. Denkbar ist von nun an vieles: Von einer von Nutzern speziell angepassten Android- bzw. Google TV-Version, die auf dem Stick läuft, über Support für Miracast und eine inoffizielle AirPlay-Implementierung bis hin zur Kompatibilität mit Media Center-Software wie XBMC, Spiele-Emulatoren oder Ähnliches.

Wir gehen davon aus, dass das Chromecast als vergleichsweise preiswertes Streaming-Gerät hohe Verbreitung finden wird und Entwickler sich des Gerätes gerne annehmen werden, da das Brick-Risiko bei einem so geringen Preis tolerierbar ist. Wir berichten natürlich über weitere Entwicklungen in dem Bereich.

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Gibt’s schon : Chromecasts

Wer es gar nicht erwarten kann, dass die Chromecast-Devices auch in unseren Breitengraden verfügbar sind, kann sich jetzt erste importierte Exemplare bei diversen eBay-Händlern bestellen. Diese weisen allerdings teils gesalzene Preise auf, was den geringen Original-Verkaufspreis schon wieder egalisisert; wir empfehlen bei trotzdem vorhandenen Interesse, unbedingt die Produktbeschreibung und die Händlerbewertungen genau zu überprüfen.

Quelle: GTVHacker [via XDA]

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