Amazon Echo Spot im Test: Eine runde Sache?

Johann Philipp

Der Amazon Echo Spot ist das neueste Mitglied der Alexa-Familie. Sind Features wie die Kamera und das Display den Preis wert? Unser Test klärt auf.

Amazon Echo Spot im Test: Eine runde Sache?
Bildquelle: GIGA.

Unser Urteil

Die Besonderheiten der kleinen runden Kugel sind, neben der Alexa-Integration, das Touch-Display und eine Kamera zur Videotelefonie. Der Bildschirm ergänzt die Sprachassistentin dabei perfekt: Fragt man nach dem Wetterbericht, wird die Vorhersage für die nächsten Tage angezeigt. Möchte man ein Produkt bei Amazon bestellen, kann man es sich vorher anschauen. Spielt man Musik über Amazon Music ab, wird der Songtext zum Mitsingen eingeblendet. Das Display ist eine sinnvolle Erweiterung.

Die Kamera stört dagegen eher. Sie ist immer aktiv. Ja, richtig gelesen, die Kamera ist immer an, um Bewegung zu registrieren und dann das Display anzuschalten. Über einen Knopf auf der Oberseite können Mikrofone und Kamera deaktiviert werden, aber dann reagiert auch Alexa nicht mehr. Amazon betont zwar, dass keine Daten an die Server geschickt werden, aber ein mulmiges Gefühl bleibt trotzdem.

Bei allen weiteren Funktionen unterscheidet sich der runde Echo Spot nicht von seinen großen Brüdern. Die Mikrofone reagieren genauso zuverlässig wie bei allen anderen Echo-Geräte. Der Klang des Lautsprechers ist in Ordnung, besser als beim kleinen Echo Dot, aber eindeutig schlechter als beim Echo oder dem Echo Plus.

Die Bedienung des Displays ist nicht besonders intuitiv. Es gibt nur eine Standardgeste, die man anwenden kann: Mit einem Wisch von oben nach unten kommt man in eine Art Mini-Kontrollzentrum. Dort lässt sich die Helligkeit einstellen und zum Hauptbildschirm zurückkehren. Aber weitere Möglichkeiten, wie etwa einen Timer oder den Wecker über den Touchscreen einzustellen, bietet der Echo Spot nicht. Der Lautsprecher soll eben überwiegend mit der Sprache gesteuert werden, deswegen sind die Features zur Bedienung des Displays stark reduziert.

Amazon Echo Spot: Neue Features vorgestellt.

Wer keinen Wert auf einen Bildschirm legt und auch keine Videotelefonie braucht, sollte sich den Aufpreis von 30 Euro im Vergleich zum normalen Echo sparen. Die Empfehlung für alle Einsteiger bleibt der Echo Dot, wer ein vollwertiges und größeres Display haben möchte, greift zum Echo Show.

Der Amazon Echo Spot ist für alle Alexa-Fans ein interessantes Gerät, kann uns im Test aber nicht vollends überzeugen. Das Display ist zwar eine nette Ergänzung, aber die runde Form und die damit verbundenen schwarzen Balken stören bei jedem Video. Der Klang ist fürs Schlafzimmer ausreichend, aber nur durchschnittlich. 130 Euro ist viel Geld für einen smarten Radiowecker. Die neuen Features sind uns diesen Preis aktuell nicht wert. Trotzdem: Wer sein Zuhause schon mit mehreren Echo-Geräten ausgestattet hat und gerade die Videotelefonie nutzen möchte, findet im Echo Spot eine solide Erweiterung.

Amazon Echo Spot im Test: Bewertung
Amazon-Echo-Spot-GIGA-TECH-Wertung-Badge

  • Sprachassistenz: 3/5
  • Kompatibilität mit Smart-Home-Diensten: 4/5
  • Klang: 3/5
  • Design: 5/5
  • Display: 3/5

Gesamt: 72 Prozent

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Amazon Echo Spot: Das hat uns gefallen

  • Display als Ergänzung zu Alexa: Es ist eine nützliche Ergänzung zur Sprachsteuerung und hilft in vielen Situationen. Die Auflösung des 2,5-Zoll-Displays liegt bei 480 × 480 Pixeln (272 ppi).
  • Ziffernblätter: Als Uhr ist der Echo Spot ideal. Er integriert mehrere Ziffernblätter mit analogen und digitalen Anzeigen. Auch eigene Fotos können als Hintergrund ausgewählt werden.
  • Mikrofone: Sie reagieren genau so zuverlässig, wie bei allen anderen Echo-Geräten.
  • Einrichtung: Ein wirklicher Vorteil des Displays ist die schnelle Einrichtung. Über den Touchscreen lassen sich schnell und einfach das WLAN-Passwort und die Login-Daten zum eigenen Amazon-Account eingeben. Sehr gut!

Das fanden wir nicht so gut

  • Bildschirmgröße und Form: Für Videos oder gar Serien und Filme ist der Bildschirm zu klein und selbst bei kurzen Nachrichtenclips stören schwarze Balken oben und unten.
  • Kamera: Die Qualität konnte uns nicht immer überzeugen. Kein Wunder, löst die Kamera nur mit 640 mal 480 Bildpunkten auf, was einige noch an die alten Webcams erinnern dürfte. Sobald die WLAN-Verbindung schlechter wird, sieht man nur noch einen unscharfen Pixelbrei auf dem Bildschirm. Außerdem lässt sich die Kamera nicht einzeln über einen Knopf abschalten. Nur zusammen mit den Mikrofonen, was dann aber auch Alexa verstummen lässt.
  • Keine YouTube-Videos: Wegen des Streits zwischen Amazon und Google, können keine YouTube-Videos auf dem Echo Spot wiedergegeben werden.
  • Preis: 30 Euro Aufpreis zum Echo, der einen besseren Klang bietet und fast 100 Euro zum Echo Dot, der viele Funktionen und genau denselben Umfang von Alexa integriert, sind ein großer Aufschlag.

Gut zu wissen

  • Auf der Oberseite des Geräts liegen drei Knöpfe. Zwei zur Anpassung der Lautstärke, einer zum Deaktivieren der Kamera und Mikrofone.
  • Auf der Rückseite gibt es einen AUX-Anschluss, sodass man seine Stereoanlage an den Lautsprecher anschließen kann.
  • Über einen Sprachbefehl soll sich die Kamera auch einzeln abschalten lassen. Auf „Alexa, Kamera ausschalten“, reagiert das Gerät mit der Antwort „Ok, ich habe die Kamera auf diesem Echo Spot deaktiviert“. Nun muss man das nur noch glauben.

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