Google Cardboard: Virtual-Reality-Brille aus Pappe – inoffizielle Version für 20 US-Dollar erhältlich

Rafael Thiel 9

Realität ist relativ. So sehen es zumindest Firmen wie Oculus VR und Sony, die an Virtual-Reality-Brillen arbeiten – und sich diese langjährige Entwicklung wohl hinterher auch einiges kosten lassen werden. Doch Google zeigt, dass sich „virtuelle Realität“ auch mit ein bisschen Pappe und Klebeband bewerkstelligen lässt. Jeder Besucher der aktuell stattfindenden I/O-Entwicklerkonferenz in San Francisco erhält ein sogenanntes Cardboard. Damit lässt sich mit wenigen Handgriffen eine solide VR-Brille basteln – Smartphone nebst Cardboard-App vorausgesetzt.

Google Cardboard: Virtual-Reality-Brille aus Pappe – inoffizielle Version für 20 US-Dollar erhältlich

Erst dieses Jahr kaufte Facebook die Firma Oculus VR für immerhin 2 Milliarden US-Dollar – nur um mit der Oculus Rift eine womöglich zukunftsweisende Technologie in der Hinterhand zu haben. Auch Sony arbeitet mit dem Project Morpheus an einer vergleichbaren VR-Brille für den Konsolen-Gebrauch. Dabei bedarf es nicht mal derlei Kosten- und Zeitaufwand, wie Google am Ende der Keynote der Entwicklerkonferenz zeigte. Allen Besuchern wurde am Ende der Veranstaltung kostenlos eine VR-Brille mitgegeben – bestehend aus Pappe, Klebeband, einigen weiteren Haushaltsutensilien und etwas handwerklichem Geschick.

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Mithilfe einer speziellen App wird so das in die Vorrichtung eingeschobene Smartphone zum 360 Grad-Bildschirm. Die Qualität kann selbstredend nicht mit den oben genannten VR-Brillen mithalten, ist aber ob der benutzten Materialien und des Preises dennoch beeindruckend. Somit lässt sich bislang etwa schon kostengünstig in Google Earth „eintauchen“ oder ein virtueller Museumsrundgang tätigen.

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Das Project Cardboard, zu Deutsch „Pappe“, geht auf die Google-Mitarbeiter David Coz und Damien Henry zurück, die in Paris einen entsprechenden Prototypen konzipiert haben. Dazu nutzten die beiden 20 Prozent ihrer Arbeitszeit, die Google seinen Mitarbeitern für eigene Projekte zugesteht. Als die Kollegen den simplen, wie ausgetüftelten Bausatz sahen, waren sie so begeistert, dass sich fortan ein kleines Team aus Ingenieuren ausschließlich mit der Weiterentwicklung dieser Idee befasste.

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Das Ergebnis ist eine beeindruckende Do-it-yourself-VR-Brille. Da es diese nicht zu kaufen gibt, hat Google eine entsprechende Bauanleitung im Internet veröffentlicht. Der gesamte Bausatz umfasst etwas Pappe, zwei Plastiklinsen, einem Klebestreifen und einem Magneten. Darüber hinaus wird ein Smartphone mit Android 4.2 oder höher mit der installierten Cardboard-App benötigt. Wer zwar an der Papp-Brille interessiert ist, sich aber nicht mit dem mühsamen Besorgen der benötigen Materialien aufhalten will, kann den vollständigen Bausatz sogar schon im Internet ab 20 US-Dollar plus Porto erwerben – nicht direkt von Google, aber nachgebaut von der Firma DodoCase mit Sitz in San Francisco.

Google Cardboard
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Quelle: Google Cardboard [via engadget]

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