Die Sicherheitsfirma Copperhead aus Kanada hat sich dem Ziel verschrieben, eine sichere Version von Android auf den Markt zu bringen. Anders als gewöhnliche Android-Versionen soll Copperhead OS mittels verschiedener Barrieren und Sicherheitsvorkehrungen bestens gegen Datendiebstahl und Angriffen von Hackern geschützt sein.

 

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Android und das leidige Thema Sicherheit: Immer wieder gerät unser aller Lieblings-OS in die Kritik, sei es nun aufgrund von externen Angriffen per Malware oder aber auch den Eingriffen von Google selbst, die zugegebenermaßen einen sehr weitreichenden Zugriff auf die Daten der Nutzer besitzen. Das ist mittlerweile aber mehr oder minder als unvermeidbares Übel von den meisten Android-Nutzern akzeptiert worden; man müsste ja auch sonst auf ein altmodisches Nokia-Handy oder ein iPhone umsteigen.

Tatsächlich stimmt das nicht ganz: Entwicklerteams wie zum Beispiel das der kanadischen Sicherheitsfirma Copperhead arbeiten schon seit einiger Zeit daran, sichere Versionen des Android-Betriebssystems zu erstellen. Copperhead OS ist mittlerweile für eine ganze Reihe verschiedener Nexus-Geräte verfügbar, darunter das Nexus 5, das Nexus 5X und das Nexus 6P. Auf der Webseite des Herstellers lässt sich das alternative ROM herunterladen und, etwas technische Fachkenntnis vorausgesetzt, wie andere Firmwares auch auf den Nexus-Smartphones installieren. Alternativ kann man in Kanada und den USA auch direkt ein Nexus 5X oder Nexus 6P bei Copperhead bestellen, das bereits mit dem sicheren OS ausgestattet ist.

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Vom Nexus One zum Pixel 3 (XL): Googles Smartphones in der Übersicht

Das macht Copperhead OS so besonders

Gleich vorweg: Google-Dienste wird man unter Copperhead OS selbstredend nicht vorfinden. Wer also nicht auf die Vorzüge des Google Play Store und den direkten Zugriff auf Millionen von Apps verzichten möchte, wird auch mit Copperhead OS nicht glücklich werden. Stattdessen gibt es per F-Droid Zugriff ausschließlich Zugriff auf kostenlose Open Source-Applikationen.

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Die Sicherheitsvorkehrungen reichen aber natürlich noch viel weiter: Der Kernel ist mit einer inoffiziellen Portierung des PaX-Sicherheitspatches versehen worden, um unbefugte Zugriffe zu erschweren. Außerdem werden Apps stärker nach dem Sandbox-Prinzip isoliert und haben es dadurch schwerer, im Hintergrund unbemerkt unzulässige Befehle auszuführen. Darüber verspricht Copperhead einen Schutz vor Zero Day-Exploits sowie eine umfassende Analyse, sollte man doch Opfer eines Hackerangriffs werden. Selbstredend gibt es außerdem regelmäßige Sicherheitsupdates gegen akute Gefahren.

Insgesamt richtet sich Copperhead wohl vor allem an Unternehmer sowie technisch versierte Android-Nutzer, die sich trauen mal eine etwas speziellere Android-Version auf ihre Nexus-Geräte zu flashen. Ob es aber wirklich so sinnvoll ist, sich ein teures Nexus-Smartphone zu kaufen, nur um es derart zu beschneiden, ist vermutlich fraglich.

Quelle: Copperhead

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Tuan Le
Tuan Le, GIGA-Experte.

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