VR im Gerichtssaal: Auschwitz-Wachmann per Virtual Reality überführt

Alexander Gehlsdorf

2016 bewegte ein ungewöhnlicher Prozess die Medien, in dem ein ehemaliger Auschwitz-Wachmann dank einer VR-Brille verurteilt werden konnte. Über den einzigartigen Fall gibt es jetzt eine Dokumentation.

Die Dokumentation Nazi VR erzählt die Geschichte eines Gerichtsprozesses aus dem Jahr 2016, den es in dieser Form zuvor nicht gegeben hat. Das Bayrische Landeskriminalamt ließ ein 3D-Modell des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau anfertigen, um einen ehemaligen Wachmann zur Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen zu verurteilen.

Wie viele der angeklagten Wachmänner brachte der Angeklagte Reinhold Hanning zu seiner Verteidigung vor, dass er von seinem Posten aus nicht sehen konnte, was im Rest des Lagers geschah. Mithilfe der 3D-Nachbildung konnte diese Behauptung wiederlegt werden, wie das VR-Magazin Vrodo berichtet.

Die Virtual Reality hat eine skurrile Vergangenheit hinter sich:

Bilderstrecke starten
6 Bilder
Vor Oculus Rift & HTC Vive: So kurios war der Virtual Reality-Hype der 90er.

Im Juni wurde Hanning im Zuge des Verfahrens zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte ging in Berufung, bevor das Urteil jedoch rechtskräftig werden konnte, verstarb Hanning im Mai 2017. Die Staatsanwaltschaft glaubt jetzt daran, dass auch weitere Verdächtige mithilfe des VR-Modells überführt werden können.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung