HTC Vive im Test: Lohnt sich der teure Virtual-Reality-Ausflug?

Kristin Knillmann 12

Wer noch nie durch eine der VR-Brillen in die virtuelle Realität abgetaucht ist, hat es nachvollziehbar schwer, sich unter dem Thema überhaupt irgendetwas vorzustellen. In diesem Test samt Video möchte ich euch meine Erfahrung mit der HTC Vive so anschaulich wie möglich machen, und euch vor allem eine ganz wichtige Frage beantworten: Sind die Spiele für das Gerät zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt schon gut genug?

HTC Vive im Test.

Was ist die HTC Vive?

Die HTC Vive ist ein Virtual-Reality-Headset, das seit April 2016 für etwa 900 Euro auf dem Markt ist und in Zusammenarbeit mit Technik-Konzern HTC und Videospiel-Entwickler Valve entstanden ist. Es übersetzt eure Umgebung in einen virtuellen, dreidimensionalen Raum, in dem ihr euch relativ frei bewegen könnt, um dort mit Spielen und Apps auf eine Art und Weise zu interagieren, die euch das Gefühl gibt, wirklich anwesend zu sein.

Um die VR-Brille überhaupt zum Laufen zu bringen, benötigt ihr zwei Dinge: Einen Raum mit kleiner bis großer Fläche zum Spielen, sowie einen guten PC, dessen Hardware der HTC Vive gerecht wird. Die Hardware-Anforderungen dafür sind nicht grad klein; um zu überprüfen, ob euer System ausreicht, könnt ihr euch das Programm „Steam VR Performance Test“ bei Steam laden:

SteamVR Performance Test
Entwickler: Valve
Preis: 0

Die HTC Vive unterscheidet sich vor allem beim Thema „Room Scaling“ von den Konkurrenz-Produkten. Entsprechend erlaubt sie nicht nur das Sehen in die virtuelle, dreidimensionale Realität, sondern auch das Bewegen darin. Das funktioniert zwar im Ansatz auch mit anderen Brillen, die Vive hingegen erlaubt die Möglichkeit, einen signifikant größeren Raum zur Erkundung abzustecken, was die Erfahrung auf ein unvorstellbar spannendes Level hebt.

Hardware-Anforderungen der HTC Vive:

Grafikkarte Nvidia GeForce GTX 970, AMD Radeon R9 290 oder besser
CPU Intel Core i5-4590 / AMD FX 8350 oder besser
RAM 4 GB oder mehr
Video-Anschluss HDMI 1.4, DisplayPort 1.2 oder neuer
USB-Anschluss 1x USB 2.0 oder besser
Betriebssystem Windows 7 SP1, Windows 8.1 oder höher, Windows 10
Speicherplatz 500+ MB pro Titel
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Der Aufbau

Bevor der Spaß ausprobiert werden kann, muss die HTC Vive allerdings erstmal ausgepackt und aufgebaut werden. Wer hier auf simples „Plug and Play“ hofft, hat leider Pech gehabt: Im Karton des Produkts ist neben der Brille noch weit mehr Kram:

  • Zwei Basis-Stationen
  • Zwei Controller
  • Headset-Schaumstoff für unterschiedliche Kopfgrößen
  • Vier Netzteile
  • Linkbox
  • 3-in-1-Kabel
  • 3 USB-Kabel
  • Halterungen zum Anschrauben der Basis-Stationen
  • Klebepad zum Befestigen der Basis-Stationen
  • Infoheft
  • Kopfhörer
  • Brillen-Putztuch

Glücklicherweise führt das Vive-Setup-Programm relativ gut durch das Thema Aufbau und Verkabelung. Was im Endeffekt trotzdem nerviger war als ich erwartet hatte: Entweder, weil man zum Anschrauben der Basis-Stationen an die Zimmerwand noch einen Akkuschrauber benötigt oder sich alternativ um Kamerastative kümmern muss, auf die man die Dinger schrauben kann, damit sie sich weit oben im Raum befinden und alles sehen, was sie mit ihrer Lasertechnologie sehen müssen. Und dann merkt man, dass man in der Ecke, in der man die Dinger eigentlich der Größe des Raumes entsprechend aufstellen möchte, keine Steckdose hat und benötigt zusätzlich noch Verlängerungskabel und haufenweise Nerven.

Und es schadet echt nicht, die für den Aufbau zu haben. Erst nach knapp vier Stunden waren wir mit allem durch – samt Fixen von technischen Fehlern, wie dem stetigen Absturz des Room Setups, weil unser Monitor über HDMI statt Display Port lief. Ganz zu schweigen von der Raum-Einrichtung, die wir mehrfach machen mussten, weil der „Fußboden kalibrieren“-Button im Programm einfach nicht auftauchen wollte.

Ohne technisches Know-How oder fette Google-Skills kann es also durchaus passieren, dass ihr beim Aufbau der HTC Vive ein wenig aufgeschmissen seid.

Übrigens: Der abgesteckte Raum, in dem die Base-Stationen die Brille und Controller erkennen, muss – entgegegen der Erwartung – gar nicht allzu groß sein. Im Grunde bewegt ihr im Room Setup die Controller entlang des freien Raumes, der euch zur Verfügung steht, und das Programm legt in diesem Bereich von selbst eine rechteckige Fläche zum Spielen fest. Erst das jeweilige Spiel selbst bestimmt, ob es mit der Bereichsgröße klar kommt, oder für das Erlebnis mehr Platz braucht. Das erkennt ihr beim Stöbern im Shop oder Starten des Spiels in Steam VR auf den ersten Blick durch eine passende „Room Scaling“-Anzeige.

Was bedeutet das? Genau: Jeder kann HTC Vive spielen, auch in einem kleinen Zimmer. Je größer der Raum, umso besser die Erfahrung, klar. Letztlich liegt’s aber an den Spielen und damit den Entwicklern, was für welche Raumgrößen angeboten wird.

HTC Vive vs. Oculus Rift - welche Brille ist besser?

Auf der nächsten Seite erfahrt ihr mehr zu der Spielerfahrung mit der HTC Vive.

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