Huawei TalkBand B2 im Test: Fitnesstracker mit Stil

Lukas Funk 6

Mit dem Huawei TalkBand B2 hat der chinesische Hersteller im März auf der Mobile World Conference die zweite Version seiner Fitnesstracker/Headset-Kombo vorgestellt. Diese setzt auf ein deutlich hochwertigeres Äußeres und hebt sich damit optisch angenehm vom Gros der eher sportlich anmutenden smarten Armbänder am Markt ab. Ob das TalkBand B2 diese Differenzierung auch in der Praxis vorzeigen kann, klärt unser Test.

Huawei TalkBand B2 im Test: Fitnesstracker mit Stil

Huaweis TalkBand-Reihe versucht einen gewagten Spagat: Am Arm getragen dienen die Wearables als Fitnesstracker, aus ihrem Armband gelöst, lassen sich die Kernelemente am Ohr befestigen und als Bluetooth-Headset nutzen. Trotz dieser scheinbar disjunkten Funktionalität wurde das im letzten Jahr vorgestellte TalkBand B1 wohl gut genug verkauft, um in diesem Jahr eine Neuauflage zu rechtfertigen.

Huawei Talkband B2 bei Amazon *

Das Huawei TalkBand B2 im Video

Testmodus

Von Huawei wurde uns das TalkBand B2 in der Luxus-Variante mit braunem Lederarmband und champagnerfarbenem Sockel als Testgerät zur Verfügung gestellt. Der Testzeitraum betrug 10 Tage, während derer das Armband rund um die Uhr getragen wurde. Zur Synchronisierung wurde ein Nexus 6 mit Stock-Android 5.1 verwendet.

Huawei TalkBand B2 im Test – die Hardware

Das TalkBand B2 besteht im Grunde aus 2 Teilen: Dem Kernstück, das die komplette Technik enthält und dem Armband samt Sockel, in dem das Kernstück befestigt wird. Die uns zur Verfügung gestellte Variante des TalkBands besitzt ein Armband aus braunem Leder, während der Sockel aus champagnerfarbenem Metall besteht. Die etwas günstigeren Versionen dagegen kommen mit silberfarbenem oder schwarzem Sockel und Gummi-Armbändern in weiß oder schwarz. Das Lederarmband wird mittels einer eleganten Faltschließe verriegelt, die Gummiarmbänder dagegen mit einer Lasche und Noppe. Beide Varianten besitzen an ihrer Unterseite einen kleinen Hebelmechanismus, mit dem sie sich vom Sockel lösen lassen – der Austausch ist wirklich kinderleicht, während dennoch ein zuverlässiger Halt gewährleistet wird.

Huawei-talkband-b2-test-6002

Huawei-talkband-b2-test-5985
Huawei-talkband-b2-test-5984

Das Gehäuse des Kernstücks dagegen besteht nur an der Seite aus Metall, die Oberfläche ist dagegen von einem minimal gebogenen, stark reflektierenden Displayglas bedeckt. Das Display selbst ist monochrom, touchsensitiv, misst in der Diagonale 0,7 Zoll und löst mit 128 x 88 Pixeln auf. Im inneren arbeitet ein nicht weiter benannter Prozessor, der für eine flüssige Bedienung sorgt. Daneben stehen Bluetooth 3.0 (!), ein Beschleunigungssensor und ein Schrittzähler zur Verfügung. Der Akku ist mit 95 mAh klein bemessen, reicht aber dank der stromsparenden Hardware für gut 5 Tage – während des Testzeitraums musste er tatsächlich nur einmal geladen werden. Auf der rechten Seite befindet sich der einzige Button, der mit einer feinen Schraffur verziert ist. Links und rechts davon sind zwei kleine Mikrofonlöcher, ein weiteres befindet sich an der linken Seite. Löst man das Kernstück mittels zweier Buttons – ebenfalls schraffiert – am Sockel vom selbigen, werden an der Unterseite der microUSB-Anschluss sowie der gummierte Ohrhörer sichtbar. Positiv hervorzuheben: Das Gehäuse ist nach IP57 zertifiziert und somit geschützt gegen Staub und 30 Minuten wasserdicht bei Tiefen bis zu einem Meter.

Huawei-talkband-b2-test-6031


Auf den ersten Blick wirkt das TalkBand B2 damit deutlich schicker als die Konkurrenz – fast schon könnte man es für ein extravagantes Accessoire halten. Nachdem man einige Zeit mit dem Wearable verbracht hat, fallen aber unschöne Details ins Auge: So ist das Leder des Armbands nicht von hoher Qualität und die Faltschließe nicht aus demselben Material wie der Sockel. Warum das ein Problem ist, findet später Beachtung.

Huawei Talkband B2 bei Amazon *

Huawei TalkBand B2-Test: Software

Was die Software angeht, muss beim TalkBand B2 zwischen der Firmware des Armbands selbst und der zugehörigen Sync-App unterschieden werden. Die Firmware ist gleichermaßen minimalistisch wie intuitiv bedienbar: Durch das heben des Handgelenks oder Betätigen des Buttons aktiviert sich das Display und zeigt zunächst die Uhrzeit, das Datum, Verbindungsstatus und Akkustand an. Durch das Wischen nach oben oder unten werden nacheinander der Schrittzähler, der Kalorienverbrauch und die Schlafzeit angezeigt, allesamt mit hübscher Animation. Als letzter (beziehungsweise erster) Eintrag erscheint zudem ein Interface, mit dem man die Aufzeichnung eines Laufs starten kann. Um zu verhindern, dass ein Lauf automatisch gestartet wird, muss das Display hier wenige Sekunden gedrückt werden.

Hält man den Button etwas länger gedrückt, werden Menüeinträge zum Wiederverbinden mit dem Smartphone, dem Orten des Smartphones sowie ein Fernauslöser für die Kamera sichtbar. Warum diese Einträge „tiefer“ im Menü versteckt sind (und dem Tester nur zufällig nach einigen Tagen auffielen) ist nicht ganz klar – sie tun aber jeweils ihren Dienst.

huawei-wear-2
huawei-wear-8

Die Sync-Software Huawei Wear dagegen ist als App für iOS und Android verfügbar. In hübschen Grafiken werden hier Laufzeiten, Distanz sowie Schlafenszeiten visualisiert. Dabei wird zwischen Joggen und gehen respektive Einschlafen, leichtem Schlaf und Tiefschlaf unterschieden. Über ein Profil lassen sich die Körpermaße sowie das Geschlecht hinterlegen, sodass die App auf diesen Werten basierend den ungefähren Kalorienverbrauch errechnen kann. Veranschaulicht werden die Kalorien durch den Vergleich mit verschiedenen Lebensmitteln – etwa 2 Erdbeeren oder einer Hähnchenkeule – sehr nett.

huawei-wear-5
huawei-wear-1

Wer möchte, kann die Werte außerdem mit den Apps von Jawbone oder MyFitnessPal synchronisieren, nicht aber mit Google Fit. Außerdem lassen sich in Huawei Wear Tagesziele zum Verbrauch definieren, Updates des Firmware durchführen und verschiedene Komfortfunktionen verwalten. Diese umfassen die Vibration des Armbands bei eingehenden Anrufen, einen Diebstahlschutz, der bei der Trennung vom Smartphone ausgelöst wird sowie ein (intelligenter) Alarm, der zu festgelegten Zeiten oder aber nur dann vibriert, wenn man sich am Morgen in einer leichten Schlafphase befindet. Gerade letzteres Feature war allerdings relativ unzuverlässig, das Wecken erfolgte in der Regel zum spätest-möglichen Zeitpunkt.

huawei-wear-10
huawei-wear-4

Obwohl die App relativ einfach gehalten ist und neben der Visualisierung der gemessenen Werte nur Menüs darstellt, lässt die Performance sehr zu wünschen übrig. So werden trotz potenter Hardware des Nexus 6 (Snapdragon 805 und 3 GB RAM) selbst Animationen wie das Hereinwischen der Seitenleisten nur stotternd dargestellt – hier wurde zweifelsohne schlampig gearbeitet. Ein weiteres Problem zeigte sich bei der (versuchten) Installation eines Updates, das während des Testzeitraums verfügbar wurde. So stand nicht nur das Changelog lediglich in chinesischer Sprache zur Verfügung, bei der Übertragung an das TalkBand brach zudem ständig die Bluetooth-Verbindung ab – eine Installation war somit nicht möglich.

Auf der nächsten Seite: Alltagstauglichkeit und unser Fazit zum Huawei TalkBand B2.

Huawei Talkband B2 bei Amazon *

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA ANDROID

  • Root entfernen: Anleitung für alle Android-Geräte

    Root entfernen: Anleitung für alle Android-Geräte

    Das Rooten eures Android-Phones oder -Tablets hat natürlich einige Vorteile, allerdings kann es auch einmal nötig sein, dass die Root-Rechte wieder runter müssen. Wollt ihr beispielsweise euer Gerät wieder verkaufen, solltet ihr den Root vorher entfernen.
    Robert Schanze 30
  • Sony Xperia 1: Top-Handy in besserer Version vorgestellt – mit einem Haken

    Sony Xperia 1: Top-Handy in besserer Version vorgestellt – mit einem Haken

    Das Sony Xperia 1 kommt in einer neuen und verbesserten Version auf den Markt. Um die Unterschiede zu finden, muss man dann aber doch recht genau hinschauen. Ob das die Sony Xperia 1 Professional Edition auch hierzulande angeboten werden wird, ist noch nicht geklärt. Teuer wird es aber in jedem Fall.
    Simon Stich
* Werbung