Moto 360 und LG G Watch R: So langsam werden Smartwatches interessant (Kommentar)

Kamal Nicholas 10

Bisher kann ich mit den ganzen Smartwatches nur relative wenig anfangen. Doch intelligente Uhren, die rund sind, stoßen zumindest bei mir auf wesentlich mehr Interesse.

Moto 360 und LG G Watch R: So langsam werden Smartwatches interessant (Kommentar)

Als die ersten Smartwatches wie die Samsung Galaxy Gear vorgestellt wurden, war ich zugegebenermaßen etwas aufgeregt und neugierig. Eine Smartwatch, das klingt nach Geheimagent und nach Zukunft, nach dem nächsten großen Ding, auch wenn es eher klein ist.

Überrascht war ich dann, wie enttäuscht ich doch ich war. Klar, die smarten Begleiter mit ihren kleinen Bildschirmen sind nicht uninteressant, aber im Grunde genommen bringen sie mir überhaupt nichts. Weder bieten sie mir Funktionen, die ich nicht sowieso bereits mit meinem Smartphone nutzen kann und was ich deshalb auch mache (da ich es auch immer dabei habe), noch sehen sie gut aus. Und das ist vielleicht sogar der wichtigere Punkt.

Bereits bei Smartphones ist das Design eine Sache, die nicht zuletzt als Streitpunkt über die Geräte dient. Der eine will Aluminium, der andere Polycarbonat, wieder andere suchen Glas. Es soll schwarz, weiß oder bunt sein usw.  Eigentlich ist das ja auch verständlich, immerhin vermittelt man mit dem Smartphone seiner Wahl ja immer auch ein wenig seinen persönlichen Geschmack. Außer, wenn man ein Smartphone/Handy wirklich nur aus funktionalen Zwecken hat.

Die intelligenten Telefone verschwinden dabei aber immer wieder in der Tasche, bis sie zum nächsten Gebrauch wieder hervorgezückt werden. Zusätzlich bieten sie jede Menge Funktionen, die ein weniger schönes Design auch verzeihen lassen. Ganz nach dem klassischen Prinzip: form follows function

Smartwatches sind eben auch ein modisches Accessoire

Bei Smartwatches aber sieht die Sache anders aus. Eine Uhr wird immer am Handgelenk getragen und mutiert dadurch zum aussagekräftigen Mode-Accessoire. Sie muss also gut aussehen bzw. den eigenen Stil zumindest ansatzweise wiederspiegeln. Ist man eher sportlich oder elegant, setzt man auf etwas Klassisches oder Ausgefallenes - normale Uhren vermögen hier sehr viele Facetten abzudecken. Smartwatches tun das aber bisher schlichtweg nicht. Egal ob Galaxy Gear, LG G Watch, Sony Smartwatch oder Pebble, ich persönlich finde diese “Uhren“ alle eher hässlich.

Sie sind eckig, klobig, dadurch schwer und nicht besonders angenehm zu tragen. Klar, irgendwo muss auch der Akku rein, immerhin soll die Uhr ja auch einen Tag durchhalten (übrigens eine weitere Sache, die mich an Smartwatches stört). Schaut man sich die bisher verfügbaren Smartwatches also genauer an, fällt auf, dass der Design-Gestaltungsleitsatz „form follows function“ offensichtlich umgekehrt und zu „function follows form“ gemacht wurde. Und so weigere ich mich, eine dieser eckigen Smartwatches zu tragen, obwohl wir hier im Büro Testexemplare haben, die sich an mein Handgelenk werfen wollen.

moto360

Moto 360 und LG G Watch R: Es wird besser

Mit der Motorola Moto 360, der vor kurzem angekündigten G Watch R von LG und natürlich auch die Withings Activité (wobei es sich hier eher um eine Uhr mit integriertem Fitnesstracker handelt), sieht die Sache nun aber etwas anders aus. Und auch Spekulationen zur iWatch klingen vielversprechend. Und das liegt einzig und alleine schon daran, dass sie eher wie eine normale Uhr aussehen: sie sind rund.

Schon alleine das kann mich als potentiellen Kunden gewinnen. Denn Uhren tragen ich hin und wieder eigentlich ganz gerne. Und wenn diese dann noch zusätzlich nützliche Funktionen bietet, dich ich einfach verwenden kann, klingt das erst einmal sehr gut.

LG G Watch R.

Die oben genannten Uhren scheinen genau dies leisten zu können. Sie sehen aus wie klassische Uhren und nicht wie nerdige Accessoires von Technik-Geeks, die ihr Leben mit möglichst vielen Displays füllen wollen. Gleichzeitig liefern sie aber genau die Funktionen, die diese Technik-Geeks gerne auch am Handgelenk hätten. Und ja, natürlich bin auch ich ein solcher Geek, sonst könnte ich meinen Job kaum machen. Das Problem mit dem Akku ist damit zwar noch nicht gelöst, aber eins nach dem anderen.

Deshalb bin ich nun auch wirklich sehr gespannt auf die kommenden Smartwatches. Abzuwarten bleibt allerdings noch, wie dick und massiv diese runden Smartwatches dann tatsächlich sind. Ich bin kein Rolex-Träger und suche keine Uhr, mit der ich konstant meinen Unterarm trainiere. Wenn ich eine Uhr trage, soll diese möglichst komfortabel sein.

Android Wear scheint hier eine gute Grundlage zu bieten, da die Software auch für runde Displays konzipiert wurde. Hier darf allerdings nicht vergessen werden, dass wir uns noch eher am Anfang der ganzen Sache befinden. Aber das wird schon, da bin ich mir sicher.

 

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