Nicht wundern, wenn der Aufzugstechniker demnächst eine etwas eigenartige „Schutzbrille“ auf der Nase trägt: Die deutsche Firma ThyssenKrupp – einer der größten Fahrstuhl-Produzenten – stattet ihre Mitarbeiter nun mit der Microsoft-HoloLens-Technologie aus. Damit erhalten die Techniker virtuellen Zugriff auf wichtige Informationen und Wartungseinstellungen.

 

Microsoft HoloLens

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Microsoft HoloLens
thyssenkrupp wartet Aufzüge mit Microsoft HoloLens

So stellt man sich Aufzugswartung im 21. Jahrhundert vor: ThyssenKrupp-Techniker werden jetzt von Microsoft HoloLens und dessen Augmented Reality unterstützt. Schon vor dem Einsatz bekommt der Servicemitarbeiter wichtige Daten und Informationen zum Wartungsauftrag angezeigt. Später stehen ihm über die Brille dann eine ganze Reihe an Tools und Modellen zur Verfügung. Der Riesen-Vorteil: Die Steuerung erfolgt wie für HoloLens typisch per Gesten in der Luft – somit muss der Techniker beispielsweise nicht mit öligen Händen ein Handbuch verwenden.

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Virtuelles Modell, Checklisten und Video-Calls

Während seiner Arbeit kann sich der Techniker über HoloLens ein Hologramm des Aufzugs anzeigen lassen. Daraus lassen sich auch die Pläne einzelner Teile aufrufen und visualisieren. Der Mitarbeiter soll in der Augmented Reality auch Anleitungen und Video-Tutorials aufrufen können. Zudem kann er sich per Skype-Videoanruf jederzeit Unterstützung eines Experten holen, der dem Kollegen über ein Eingabegerät auch Dinge in seinem Blickfeld zeigen und markieren kann. Eine virtuelle Checkliste kann zudem überall im Raum angepinnt werden und zeigt die nächsten Schritte an.

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Aufzüge im One World Trade Center werden per HoloLens gewartet

ThyssenKrupp verspricht sich von dem Einsatz der Microsoft-Technologie, dass Arbeiten vor Ort bis zu viermal schneller erledigt werden können.

Vorausgegangen ist im vergangenen Jahr eine Partnerschaft der beiden Unternehmen, um den auf Azure (Microsofts Cloud-Plattform) basierenden Wartungsservice MAX in möglichst viele Aufzugsanlagen zu integrieren. Prominentes Beispiel ist das neue gebaute One World Trade Center, das bereits komplett mit dem Cloud-Service ausgestattet ist und dessen Lifte nun ebenfalls per HoloLens gewartet werden können. Bis Ende 2017 sollen 180.000 Anlangen weltweit mit MAX verbunden sein.

Quelle: ThyssenKrupp

 

Marco Di Lorenzo
Marco Di Lorenzo, GIGA-Experte.

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