Moto 360 im Teardown: Vier Jahre alter Prozessor verbaut, kleinerer Akku als angegeben

Tuan Le 45

Nach und nach dringen neue Informationen über die lang ersehnte Moto 360 ans Tageslicht, die das Gerät alles andere als in ein positives Licht rücken. Neben einem nicht allzu rosigen Testbericht von arstechnica ist nun auch ein Teardown der Smartwatch von iFixit erstellt worden, welches nicht nur einen vier Jahre alten Prozessor von Texas Instruments zu Tage förderte, sondern einen mit 300 mAh etwas kleineren Akku als offiziell angegeben.

Moto 360 im Teardown: Vier Jahre alter Prozessor verbaut, kleinerer Akku als angegeben

Die Moto 360 galt bisher für viele als das absolute Paradebeispiel für eine Smartwatch mit Android Wear – mit einem runden LCD-Screen und einem sehr schicken Äußeren fällt die Uhr im Vergleich zu traditionellen Zeitanzeigern am Handgelenk kaum als modernes Wearable Device auf. Den Hype konnte sich die Smartwatch daher recht schnell sichern, doch nachdem die offizielle Markteinführung der Moto 360 im Oktober endlich bestätigt worden ist, tauchen nun recht enttäuschende Informationen zu der Smartwatch auf. Im Teardown von iFixit erwies sich die Smartwatch als schwer reparieren und erhielt lediglich 3 von 10 möglichen Punkten. Grund hierfür ist, dass sowohl für den Austausch des Akkus als auch des Displays das Gehäuse komplett zerlegt werden muss und dieses an vielen Stellen mit Klebstoff zusammengehalten wird.

Für die meisten Nutzer wäre dies sicherlich kein größerer Kritikpunkt, da im Reparaturfall wohl ohnehin eher der Hersteller kontaktiert wird. Problematisch erscheint hingegen die zu Tage geförderte Hardware: Anstelle des offiziell angegebenen 320 mAh starken Akkus findet man im Inneren lediglich einen 300 mAh Akku. Das ist nur eine kleine Ungereimtheit, die aber im ersten Moment ein schlechtes Licht auf die Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens wirft. Motorola äußerte sich hierzu bereits, und begründete dies schlicht mit dem mangelnden Platz für eine Beschriftung auf dem Akku: In der mobilen Industrie sei es aufgrund von Schwankungen in der Produktion üblich, sowohl die minimale als auch maximale Kapazität auf dem Akku zu listen, wobei offiziell die normalerweise zu erwartende Kapazität angegeben ist. Im Falle der Moto 360 sei es aber nicht möglich gewesen, beide Zahlen anzugeben, weshalb man sich für die Angabe der Minimalkapazität entschieden habe – was angesichts der ohnehin geringen Differenz nicht weiter verwerflich ist.

Ebenso entdeckt wurde im Zuge des Teardowns allerdings der TI OMAP 3630, ein vier Jahre alter Prozessor, welcher für die von uns bereits im Hands-On der Moto 360 festgestellten Ruckler verantwortlich sein könnte. Dieser kam bereits im Motorola Droid 2 – hierzulande als Motorola Milestone 2 verkauft – zum Einsatz und eignet sich offenbar denkbar schlecht dafür, um eine Smartwatch mit nur 300 mAh großem Akku zu befeuern.

Geekbench-moto-360

Hier hätte Motorola vermutlich auf einen aktuelleren Prozessor, wie zum Beispiel den in der LG G Watch verbauten Snapdragon 400-SoC setzen sollen. Wie Ron Amadeo von arstechnica in seinem Test der Moto 360 feststellen konnte, gibt es während der Nutzung immer wieder Aussetzer und Ruckler, vor allen Dingen beim Starten von Applikationen unmittelbar nach Aufwecken der Uhr. Im Benchmark ist vor allen die Floating Point-Performance als Flaschenhals erkenntlich, da die TI OMAP-CPU offenbar für derartige Berechnungen nicht sonderlich gut geeignet ist. Obendrein handelt es sich hierbei um einen recht stromhungrigen SoC, weshalb die Akkulaufzeit der Moto 360 laut Amadeo ebenfalls vergleichsweise schlecht ausfällt.

Moto-360-Battery-Time

Keine guten Nachrichten also für Fans der Moto 360 – obwohl das Design wirklich sehr ansprechend ist, könnte die Performance und Akkulaufzeit den Spaß an der Smartwatch einwenig dezimieren. Zu hoffen ist nur, dass Motorola es mit einem Software-Update doch noch schaffen könnte, die Probleme in den Griff zu bekommen – oder eine Version mit anderem SoC nachliefert.

Seid ihr nach wie vor an der Moto 360 interessiert? Oder ist die LG G Watch R vielleicht eine Alternative? Eure Meinung wie immer unten in die Kommentare.

Quelle: iFixit, arstechnica [via Andreas Proschofsky @ Google+]

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