Moto 360: Motorolas Chefdesigner gibt Einblicke in die Entwicklung der Smartwatch

Rafael Thiel

„The next big thing.“ – Nicht mehr und nicht weniger soll die Moto 360 werden. Dabei verfolgt Motorola nicht den Ansatz, bereits existierende Technologien zu einem Produkt zu vereinen, sondern man stellte sich vor eineinhalb Jahren, als alles begann, die Frage: „Wie soll das Produkt unserer Meinung nach werden?“ – und machte sich dann Gedanken darüber, wie man die Idee realisieren könnte. Motorolas Chefdesigner Jim Wicks erläutert die Entstehungsgeschichte der schicken Smartwatch.

Seit eineinhalb Jahren, arbeitet Jim Wicks, Chef der Design-Abteilung bei Motorola, nun am Äußeren der Moto 360. Dabei war es zu Beginn irrelevant, wie schön das Konzept in seinen Augen war, solange jeder andere nicht ebenfalls davon begeistert war. Diese Begeisterung trat erst ein, als man sich vom herkömmlichen Bild einer Smartwatch entfernte und sich stattdessen auf die beabsichtigte Nutzung besann – so entstand das kreisrunde und aus Edelstahl gefertigte Wearable, welches mehr an eine echte Uhr, als an ein Smartphone erinnert.

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Auch wenn wir das Design bereits kennen, gibt es noch genug offene Fragen, zu denen sich Jim Wicks allerdings nicht äußern wollte. Weder die Akkulaufzeit, noch Details zur Software wollte er erläutern. Lediglich die Ambitionen kamen im Interview mit The Verge klar zur Sprache: Die Moto 360 ist für jedermann gedacht und soll ganz klar den Massenmarkt ansprechen. Eine Aussage über den Preis, mit dem Motorola dies umzusetzen beabsichtige, blieb er dabei aber schuldig.

Doch offenbar konnte man für die Moto 360 bei diversen anderen, teils ehemaligen, Sparten von Motorola Technologien abschauen, denn „Smartwatches sind schon kompliziert genug, ohne sich auch noch mit dem Design herumzuschlagen“. So profitierte Wicks‘ Team unter anderem von der Sprachsteuerungs-Software des „Touchless Control“-Features des Moto X, sowie von dem Energiemanagement des gescheiterten MotoACTV Fitness-Tracker, die Anfang 2012 vorgestellt wurde. Ob zum Zeitpunkt der MotoACTV-Vorstellung überhaupt schon Googles Smartwatch-Plattform Android Wear in Planung war, ist fraglich.

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Die Entwicklung der Moto 360 war schon in vollem Gange, als man in Mountain View erste Anrufe tätigte, um potentielle Hardwarehersteller über mögliche zukünftige Partnerschaften in Kenntnis zu setzen. Erst zu diesem Zeitpunkt erfuhr das Moto 360-Team  davon und war positiv überrascht ob dieser Möglichkeit – die Firewall zwischen den beiden Unternehmen  schien wohl doch bestanden zu haben. Jim Wicks zu den neuen Möglichkeiten durch Android Wear (Übersetzung von uns):

„Wenn man mit Leuten aus der Uhrenbranche redet, bekommt man zu hören, dass Menschen Uhren als Schmuck und Modeaccessoire nutzen. Sie benutzen sie nicht, um mit ihnen zu reden – sie benutzen sie, um zu erfahren, was als nächstes ansteht und wie viel Zeit sie noch haben. Ich denke, dass Android Wear genau diese Aspekte aufgreift: In die Zukunft planen und dich wissen lassen, was passieren wird, sodass du nicht selber danach schauen musst.“

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Auf die Sprachsteuerung angesprochen, erläutert Wicks, dass man schon immer auf irgendeine Weise mit seiner Uhr gesprochen habe. Früher waren die Worte „Oh Mist, ich bin spät dran!“ oder „Ich habe noch 10 Minuten, um meinen Zug zu erreichen“, wohingegen in naher Zukunft Sätze wie „Zeige mir den nach Hause“ oder „Was steht als nächstes an?“ fallen werden, so Wicks. Dabei soll die Hardware in Form der Moto 360 dem Nutzer nicht im Weg stehen, sondern vielmehr das optimale Mittel zum Zweck darstellen.

Laut Wicks dürfen wir uns noch auf einige spannende Features freuen, denn man habe noch lange nicht alles offenbart. Dazu könnte das gestern aufgekommene Gerücht passen, dass Motorola bei der Moto 360 auf Saphirglas setzt – wie eine echte Uhr eben.

Quelle: TheVerge

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