Nuki Smartlock 2.0 im Test: So wird das Smartphone zum Wohnungsschlüssel

Johann Philipp 2

Ohne Schlüssel die Haustür öffnen. „Sesam öffne dich?“, „Alohomora?“ Mit einem smarten Türschloss braucht man dafür keine Zauberkünste. Wir testen das Smart Lock 2.0 des österreichischen Herstellers Nuki.

Nuki Smartlock 2.0 im Test: So wird das Smartphone zum Wohnungsschlüssel
Bildquelle: GIGA.

Immer mehr Smart-Home-Geräte erleichtern uns den Alltag. Egal ob wir Alexa nach dem Lieblingssong fragen, die Heizung von unterwegs steuern oder uns von smarten Lampen sanft wecken lassen. An die eigene Haustür lassen viele Nutzer smarte Technik aber noch nicht. Wir schon. Unser Test zeigt, ob wir das bereuen.

Nuki Smart Lock 2.0 im Test: Unser Urteil

Insgesamt zwei Wochen haben wir das Türschloss getestet und es hat uns vollends überzeugt. Nach anfänglicher Skepsis ist es mittlerweile zu unserem liebsten Smart-Home-Gerät geworden. Es funktioniert und ist jeden Tag praktisch.

Die Einrichtung ist in drei Minuten erledigt, ohne Bohren und ohne den Zylinder wechseln zu müssen. Die Kommunikation mit dem Smartphone funktioniert zuverlässig und sicher. Einzig die Lautstärke beim Auf- und Zuschließen ist etwas zu hoch. Seine volle Stärke spielt das Schloss allerdings nur in Einfamilienhäusern aus, wo es nur eine Eingangstür gibt. Im normalen Mietshaus muss man an der ersten Haustür eben doch noch den Schlüssel benutzen. Der Hersteller hat in Österreich aber schon eine Lösung parat und stattet Mietshäuser mit einer zusätzlichen Box aus.

Nuki Smart Lock 2.0: Wie sicher ist das Türschloss?

Nuki setzt großen Wert auf die Sicherheit, wie hier nachzulesen ist. Die Kommunikation mit dem Smartphone läuft über Bluetooth 5, wird verschlüsselt gesendet und mit einem individuellen Sicherheits-Code besonders geschützt.

Die Auto-Unlock-Funktion stößt in der Redaktion dagegen auf einige Bedenken. Mit dem Feature öffent sich die Tür, sobald man sich mit dem Handy nähert. Dazu wird der Standort des Smartphones benutzt. Das ist zwar praktisch, wenn man gerade vom Einkaufen kommt und keine Hand frei hat, aber ziemlich ungünstig, wenn man sein Smartphone mal verliert. Standardmäßig ist Auto Unlock in der App allerdings deaktiviert. Wem das also zu unsicher ist, lässt sie ausgeschaltet.

Angst vor Fehlfunktionen und Hacker-Angriffen braucht man nicht zu haben. Wer auf die kriminelle Idee kommt, ein Bluetooth-Türschloss zu hacken, wird sich wohl eher einen einfacheren Zugang zur Wohnung suchen.

Die Sicherheit des Nuki Smart Lock ist sehr hoch, die volle Punktzahl können wir aber dennoch nicht vergeben. Kein digitales System kann 100 Prozent sicher sein. Allerdings: Der normale Hausschlüssel würde in puncto Sicherheit deutlich schlechter abschneiden.

Die nächste Frage: Was passiert, wenn ich das Smartphone nicht dabei habe oder der Akku leer ist? Das Nuki Smart Lock kann man auch wie gewohnt mit seinem Schlüssel öffnen. Wenn man den nicht dabei hat, fragt man eine weitere Person, die Zugang zur Wohnung hat, ob sie die Tür öffnen kann.

Kann Alexa die Tür öffnen? Ja, über den Nuki-Skill, kann man Alexa bitten, die Tür auf- und zuzuschließen. Dafür braucht man allerdings immer einen Code, damit nicht der Nachbar durch den Flur rufen kann.

Wie funktioniert das Smart Lock? Das Schloss besteht vereinfacht aus einem Motor im Innern, der den Schlüssel dreht. Eine Montageplatte wird vor den Türzylinder gesetzt, der vorhandene Schlüssel ins Schloss gesteckt und das Nuki-Gehäuse aufgesetzt. Das wars.

In der zugehörigen App auf dem Smartphone wird das Schloss gesteuert. Es kann per Knopfdruck geöffnet und geschlossen werden. Wem die Auto-Unlock-Funktion nicht, wie oben beschrieben, zu unsicher ist, braucht das Smartphone gar nicht aus der Tasche holen. Nach zwei Wochen machen wir uns um das Auf- und Zuschließen keine Gedanken mehr. Nuki kümmert sich darum.

Es ist zudem mit Apples HomeKit, Google Assistant, Alexa und IFTTT kompatibel. Zum smarten Schloss gibt es auch noch optionales Zubehör: Einen Handsender, eine Bridge, mit der man das Schloss auch von unterwegs steuern kann und ein Keypad, um den Zugang mit einem Code freizuschalten.

Das Nuki Smart Lock 2.0 kostet im Set mit Bridge . Bei gibt es noch einen gratis Handsender dazu. Wer nur das Schloss kaufen möchte, muss bezahlen.

Nuki Smart Lock 2.0 Testwertung

  • Einrichtung: 5/5
  • Alltag: 4/5
  • Sicherheit: 4/5
  • Kompatibilität: 5/5

Gesamt: 90 Prozent

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Nuki Smart Lock 2.0 im Test: Das hat uns gefallen

  • Einrichtung: Kein Bohren nötig. Zwei Montagegplatten stehen zur Auswahl, je nachdem wie weit der Zylinder aus dem Gehäuse ragt. Die App hilft bei der Montage und führt Schritt-für-Schritt durch den Prozess. Nach wenigen Minuten ist das Schloss einsatzbereit.
  • Auto Unlock: Die Redaktion ist skeptisch, mir gefällt’s: Über den Standort des Smartphones erkennt Nuki, wann man in der Nähe der Wohnung ist. Sobald das Schloss eine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone herstellen kann, öffnet sich die Tür. Funktionierte im Test ohne Probleme.
  • Türsensor: Neu bei der zweiten Generation ist ein Türsensor, der an den Rahmen geklebt wird. Er ermittelt, ob die Tür geschlossen ist, oder offen steht und zeigt den Status in der App an.
  • Zubehör: Ein Handsender, ein Keypad und die Bridge. Mit dem Zubehör kann man das Schloss nach den persönlichen Bedürfnissen erweitern.
  • Auto Lock: Ein Pluspunkt vor allem in Verbindung mit dem Türsensor: Sobald der Sensor erkennt, dass die Tür zu ist, wird sie auch automatisch abgeschlossen. Man verlässt die Wohnung und Nuki kümmert sich um das Abschließen.
  • App: Die Nuki-App läuft stabil, ist einfach zu verstehen und bietet viele Einstellungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Zugangsberechtigungen an Partner und Familie zu verschicken.
  • Kompatibilität: Alexa, Google Assistant, IFTTT, HomeKit und Siri werden unterstützt. Das Türschloss lässt sich somit in Szenen einbinden und per Sprache steuern.

Nuki Smart Lock 2.0 im Test: Das fanden wir nicht so gut

  • Lautstärke: Wer morgens früh das Haus verlässt, kann mit dem Schloss schon mal den Partner wecken. Es ist ziemlich laut, daher gibt es bei der Wertung „Alltag“ einen Punkt Abzug.

Nuki Smart Lock 2.0 im Test: Gut zu wissen

  • Für den Notfall ist es wichtig, dass sich das Schloss auch von außen aufschließen lässt, wenn innen im Nuki-System der Schlüssel steckt.
  • Bei Mietshäusern ist Nuki zwar immer noch praktisch, aber etwas eingeschränkt, denn bei der Haustür im Erdgeschoss braucht man trotzdem noch seinen Schlüssel.
  • Einstellungen anpassen: Nuki öffnet auch die Türfalle und hält sie einige Sekunden. In der App ist die Dauer standardmäßig etwas kurz eingestellt.
  • Nuki wird an der Innenseite der Tür montiert. Es ist also sicher vor fremdem Zugriff und Zerstörung geschützt.

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