Parrot Bebop Kamera-Drohne im Test

Ben Miller 7

Mit der haben die französischen Drohnen-Bauer von Parrot endlich wieder eine Drohne im Angebot, die weniger ein Spielzeug, als viel mehr als Werkzeug ist. Eine fliegende Action-Cam.

Parrot Bebop Kamera-Drohne im Test

Mit der AR.Drone hatte Parrot 2010 die „Kamera-Drohne für Jedermann“ auf den Markt gebracht. Die intuitive Steuerung per Smartphone und Tablet, der relativ günstige Preis und nicht zu vergessen das offene System, welches der Community ermöglichte, eigene Apps zu entwickeln, machten die AR.Drone schnell zu einer der populärsten Consumer-Drohnen auf dem Markt.

Dennoch waren die AR.Drones eigentlich nur Spielzeuge. Die Kameras waren schlecht bis mittelmäßig und die Reichweite war mit rund 30-40 Metern auch eher mager. Es stand das Spielen mit den dazugehörigen Augmented-Reality-Apps für Smartphones und Tablets im Vordergrund.

Bei Parrots neuster Drohne, der , liegt der Fokus ganz klar auf der verbauten Kamera. Parrot hat die Erfahrungen, die man mit den Vorgänger-Drohnen gesammelt hat, gebündelt, das Konzept verbessert und in die Bebop gepackt. Sie ist weniger ein Spielzeug, als viel mehr eine fliegende Action-Cam. Und das ist auch gut so.

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12 Bilder
Parrot Bebop.

Kamera

Die Kamera der Bebop ist ihr Herzstück und bietet eine Auflösung von 14 Megapixeln, kann Full-HD-Videos mit 30 Bildern pro Sekunde, Fotos mit 4096 × 3072 Pixel Auflösung und sogar Zeitraffer aufnehmen. Zudem ist die Kamera digital stabilisiert und ruht zusätzlich auf vier Gummidämpfern. Dadurch liefert sie auch im Flug schöne und weiche Kamerafahrten ohne Ruckler.

Parrot Bebop Testflug.

Gespeichert wird alles auf dem internen 8-GB-Speicher, der für rund 1 Stunde Videomaterial reicht. Auf diesen internen Speicher kann man mit der Freeflight-App zugreifen und so auch kabellose Fotos und Videos von der Drohne direkt auf Smartphone und Tablet verschieben. Schneller geht der Transfer per USB-Kabel direkt auf den Mac oder PC.

Das fest verbaute Fish-Eye-Objektiv bietet nativ einen Blickwinkel von rund 180°. Jedoch zoomt die Bebop digital in das Bild hinein, wodurch der bekannte Fisheye-Effekt stark reduziert wird. Das erlaubt dem Nutzer, den Bildausschnitt digital zu schwenken, obwohl sich die Drohne und die verbaute Kamera dabei nicht bewegen.

Der Bildausschnitt im Video-Modus beträgt daher auch nur 86°. Diese 86° bewegt man über die gesamten, kreisrunden 14-Fish-eye-Megapixel. Das Ganze funktioniert so ähnlich wie bei einem menschlichen Auge, wenn man einen Punkt fokussiert und den Kopf leicht bewegt und neigt.

Das bedeutet im Grunde, dass man nie auf die vollen 14 Megapixel zugreifen kann. Durch die Kombination aus kreisrundem Sichtfeld der Kamera, rechteckigen Video- und Foto-Formaten und Digitalzoom, bleibt immer etwas „Bild-Verschnitt“ übrig.

Die Videoaufnahmen, die die Bebop-Kamera liefert, beeindrucken, sind aber nicht überragend. Hin und wieder macht sich ein Rolling-Shutter-Effekt und störendes Interlacing bemerkbar. Letzteres wird besonders deutlich, wenn die digitale Bildstabilisierung stärker arbeiten muss. Auch könnte der Dynamik-Umfang durchaus besser sein.

Wenn man aber bedenkt, dass die Parrot Bebop nur 499 Euro kostet, kann man mit den Ergebnissen durchaus sehr zufrieden sein. Die Kamera ist sehr gut stabilisiert, was für eine so agile Drohne auch notwendig ist.

Zeitraffer

Im Zeitraffer-Modus kann die Bebop Fotos in frei wählbaren Zeit-Abständen aufzeichnen, so wie es auch bei vielen anderen Kameras und Smartphones möglich ist. Wahlweise spuckt die Bebop-Kamera im Zeitraffer-Modus sogar RAW-Fotos aus, standardmäßig wird jedoch in JPEG gespeichert.

Der Zeitraffer-Modus ist eine nette Idee, wird durch die Akkulaufzeit aber stark eingeschränkt. Time-Lapse-Videos werden nun mal erst dann sehenswert, wenn sie über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Und 10 Minuten sind da schon etwas mager. Hinzu kommt, dass die Bebop trotz aller Mechanismen wie Sonar und Bodenkamera nie exakt an derselben Stelle und Höhe im Raum ruhig stehen bleibt, schon gar nicht im Freien. Die einzelnen Zeitraffer-Fotos sind dementsprechend immer unterschiedlich, was klassische Zeitraffer-Aufnahmen unansehnlich macht.

Fotos haben aber eine höhere Auflösung als Videos. Wenn man also beispielsweise Kartografieren oder einfach in regelmäßigen Abständen Fotografieren möchte, ohne immer manuell den Auslöser zu drücken, ist der Zeitraffer-Modus durchaus nützlich.

Steuerung

Die Parrot Bebop wird mit der kostenlosen Freeflight-App gesteuert, die für iPhone, iPad und Android-Gerät verfügbar ist. Diese App bietet unzählige Einstellungsmöglichkeiten, ist aber nicht wirklich intuitiv. Es braucht eine Weile, bis man sich zurechtgefunden hat und weiß, dass sich bestimmte Funktionen in ungewöhnlichen Ecken verstecken.

Die Kamera der Bebop streamt durchgehend einen Live-Video-Stream zur Freeflight-App. Man sieht also ständig, was die Drohne sieht und kann sie dadurch unkompliziert für Aufnahmen in Stellung bringen. Die Qualität des Live-Streams ist nicht überragend, aber zum Navigieren, Erkennen und Ausweichen reicht es.

Man kann mit der App die maximale Steigrate, Neigung, Geschwindigkeit und vieles mehr manuell einstellen. An diese Parameter sollte man aber erst Hand anlegen, wenn man mit der Drohne schon gut vertraut ist.

Die Maximalgeschwindigkeit der Bebop beträgt, laut Parrot, um die 50 km/h. Die maximale Flughöhe über Grund ist 150 Meter. Diese Wert erreicht man aber nur, wenn man die Drosseln in der Software ausschaltet.

Ist man aber erst einmal im Flug-Modus der App, gibt es eigentlich keine nennenswerten Probleme. Man sieht zwei Joysticks und mehrere Funktions-Buttons, unterlegt mit dem Echtzeit-Bild der Kamera.

Die Drohne reagiert schnell auf die Eingaben des Piloten und kehrt immer automatisch in einen stabilen Schwebeflug zurück, wenn man von den Joysticks ablässt.

Gerät man in eine Situation, in der man keine Kontrolle mehr über den Flug bzw. die Drohne hat, sollte man den Not-Aus-Schalter in der App oder am Sky Controller drücken. Dieser schaltet die Rotoren aus und die Erdanziehungskraft tut ihr übriges.

Verliert man die Drohne aus dem Blick, hilft ein Druck des „Home“-Buttons und die Drohne kehrt wieder zum Ausgangspunkt zurück.

FreeFlight Pro.
Entwickler: Parrot SA
Preis: Kostenlos
FreeFlight Pro
Entwickler:
Preis: Kostenlos

Weiter geht es mit dem Sky Controller, dem Design, der Akkualfzeit, der rechtlichen Lage und dem Fazit auf Seite 2!

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