Sky Controller

Der Sky Controller ist eine professionelle Hardware-Fernbedienung mit integriertem WLAN-Router und riesiger Antenne. Er verstärkt die Funkverbindung zwischen Drohne, Sky Controller und Smartphone bzw. Tablet deutlich, sofern man die Antenne möglichst in die Richtung der Drohne ausrichtet.

Parrot Bebop Sky Controller
Parrot Bebop Sky Controller

Das Steuern der Bebop ist mit dem Sky Controller sehr viel einfacher, da man im Gegensatz zu den Software-Steuerknüpplen mehrere Hardware-Joysticks zur Verfügung hat. Die Belegung der Joysticks ist wie bei anderen professionellen Drohnen-Fernbedienungen auch. Linker Joystick steuert die Vertikalbewegung und Rotation, rechter Joystick die Flugrichtung. Zum Schwenken der Kamera gibt es rechts hinter dem Haupt-Joystick noch einen kleineren Joystick, den man mit dem Zeigefinger bedient.

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Parrot Bebop Sky Controller

Bei einer reinen iPad-Steuerung ist das Tablet selbst ein Joystick. Durch Neigen des iPads in die jeweilige Richtung gibt man die Flugrichtung vor. Mit dem linken On-Screen-Joystick steuert man die Vertikal-Bewegung (rauf, runter) und die Drehung der Drohne. Mit dem rechten On-Screen-Joystick steuert man die Kamera.

Stürzt die App während des Fluges ab, kann man die Drohne weiterhin mit dem Sky Controller steuern, da das Smartphone bzw. Tablet in Kombination mit dem Sky Controller nur als Viewfinder agiert. Man kann also in so einem „Notfall“ die App einfach erneut starten, mit dem Sky Controller und der Drohne (die noch in der Luft ist) verbinden und direkt da weitermachen, wo man aufgehört hat. So ein Prozedere dauert nur wenige Sekunden.

Ist man hingegen nur mit der App unterwegs, sollte man die App lieber wieder sehr schnell öffnen.

Der Sky Controller erhöht zudem die Reichweite von rund 300 Meter auf fast 2 Kilometer.

Die Verbindung zwischen Smartphone oder Tablet und Drohne wird über WLAN 802.11ac hergestellt, wobei die Drohne und der Sky Controller selbst WLAN-Netzwerke aufbauen, sich untereinander verbinden. Anschließend loggt man sich mit seinem Smartphone oder Tablet in dieses WLAN-Netzwerk ein.

Gefunkt wird wahlweise mit 2,4 GHz oder 5 GHz. Auch kann man den WLAN-Kanal manuell wählen.

Sehr interessant ist noch, dass der Sky Controller einen HDMI-Anschluss besitzt, an den FPV-Headsets (Video-Brillen) angeschlossen werden können. Man kann den dort ausgegebenen Video-Stream aufzeichnen oder mit Zusatz-Geräten live ins Internet streamen.

Design

Das Design der Bebop ist recht funktional und schlicht aufgebaut. Im Grunde ist die Bebop eine Action-Kamera, die von vier Rotoren umgeben ist.

Parrot Bebop
Parrot Bebop

Die Bebop ist, wie die AR.Dronen, recht bastlerfreundlich. Ersatzteile bekommt man günstig auch von Drittanbietern und sogar auf Amazon. Wer seine Bebop pimpen will, kann dies mit besseren Kugellagern, besseren Rotoren und leistungsstärkeren Akkus erledigen.

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Parrot Bebop

Wenn man die Bebop wie ein Meteor im Boden versenkt und irgend ein Bauteil dabei das Zeitliche segnet, reichen zwei Klicks und man bekommt von den Standfüßen, über die Motoren bis zur Hauptplatine alles auf Amazon und im Modellbaufachhandel.

Ich habe in den zwei Wochen Testzeit die Bebop ein paar mal auch heftiger ungewollt den Boden küssen lassen und dabei ist nichts zu Bruch gegangen. Der verwendete Kunststoff ich hochwertig, stabil und dabei flexibel.

Die hintere Hälfte des Rumpfes ist dem Akku vorbehalten. Die Kamera selbst ist mit verfestigtem hochwertigen Styropor umgeben, das recht grobkörnig ist und nicht wirklich hochwertig anmutet. Es schützt die Kamera gut und das ist das, was zählt.

Die Unterseite der Drohne, der Rahmen, der die Rotoren hält, ist aus Hartplastik. Rumpf und Rahmen sind nicht starr, sondern über vier Gummidämpfer miteinander verbunden. Diese absorbieren Vibrationen im Flug und fangen so manch unschöne Landung ab.

Im Lieferumfang enthalten sind auch zwei Stoßdämpfer, die man ohne Werkzeug anklipsen kann. Diese sollten aber nur für den Indoor-Flug montiert werden. Im Freien bieten sie Seitenwinden zu viel Angriffsfläche. Fliegt man mit den Stoßdämpfern, muss man dies in den Einstellungen mitteilen, da die Dämpfer die Flugeigenschaften stark beeinflussen.

Akkulaufzeit

Die Bebop und der Sky Controller werden mit denselben 1200-mAh-Akkus betrieben.

Bebop Akku
Bebop Akku

Kauft man nur die Bebop-Drohne ohne Sky Controller, erhält man 2 Akkus. Entscheidet man sich für das Bundle aus Bebop und Sky Controller, erhält man 6 Akkus. Damit lässt sich fast eine Stunde fliegen: Pro mitgeliefertem Standard-Akku kann man um die 11 Minuten Flugzeit rechnen. Den Sky Controller treibt ein Standard-Akku lange genug an, um die anderen fünf Akkus leer zu fliegen.

Im Internet finden sich auch zahlreiche Akkus von Drittherstellern, die teilweise speziell für die AR.Drone und die Bebop gefertigt werden und bis zu 2600 mAh bieten. Die derzeit beste Mischung aus Gewicht und Leistung bieten beispielsweise die Tera Akkus mit 2500 mAh. Damit bleibt die Bebop gute 17 Minuten in der Luft. Wie gesagt gibt es auch Akkus mit 2600 mAh, doch sind diese genau um ein Fünkchen schwerer und ermöglichen deshalb ebenfalls nur 17 Minuten Flugzeit.

Die Bebop besitzt dieselben Akku-Anschlüsse, wie die erste AR.Dronen. Somit steht einem direkt das reichhaltige Angebot an alternativen Akkus zur Verfügung.

Genehmigung – Flugerlaubnis

Mit dem Sky Controller erhöht man die Reichweite der Bebop-Drohne, laut Parrot, auf bis zu 2 Kilometer. Diese beeindruckende Reichweite konnte ich in meinen Tests aber nicht ausreizen, da man in Österreich mit Drohnen dieser Klasse nur im Umkreis von 500 Metern mit Sichtkontakt fliegen darf (der Kamera-Livestream gilt nicht als „Sicht“). Alles darüber hinaus erfordert eine Sondergenehmigung.

Mit dem Sky Controller bekommt man aber sogar WLAN-Netzwerke aus dem Nachbarort herein. Dementsprechend scheinen 2 Kilometer durchaus machbar.

In Österreich ist für solche Genehmigungen der AEROCLUB, der österreichische Fachverband für den gesamten Flugsport der nichtgewerblichen Allgemeinen Luftfahrt (die Zivilluftfahrtbehörde) zuständig.

Leider hat fast jedes Land oder Bundesland andere Vorschriften und Regeln für den Einsatz von Drohnen. Für den nicht kommerziellen Flug mit einer AR.Drone bedarf es beispielsweise keiner gesonderten Genehmigung. Möchte man seine AR.Drone jedoch automatisch GPS-Wegpunkte abfliegen lassen (mit Drittanbieter-Apps), braucht man eine Genehmigung.

In Berlin beispielsweise darf man seine Drohne ohne Sondergenehmigung nicht innerhalb des S-Bahn-Rings fliegen lassen.

Bevor man also in die Lüfte aufsteigt, muss man sich über die lokalen Regeln und Gesetze informieren. Auch wenn man nur höher als 150 Meter und weiter 500 Meter fliegen möchte, muss man dies zuvor mit der zuständigen Behörde des jeweiligen Landes abklären, da es sonst teuer werden kann.

Fazit

Ich hatte die erste Generation der AR.Drone, sie verschwand nach wenigen Tagen in der Ecke. Das Fliegen mit der AR.Drone macht zwar Spaß, die geringe Reichweite und die schlechten Kameras aber weniger.

Die Bebop jedoch, besonders mit dem Sky Controller, spielt in einer komplett anderen Liga als die anderen „Spielzeug-Drohnen“ (von Parrot). Auch beim Preis. Sie Parrot Bebop ohne Sky Controller kostet 499 Euro. Dafür ist sie flott unterwegs, wendig, reagiert schnell und direkt auf Steuerbefehle, besonders mit dem Sky Controller, und liefert beeindruckende Aufnahmen. Sie fliegt stabil und verkraftet auch mal härtere Abstürze.

Parrot Bebop mit Sky Controller
Parrot Bebop mit Sky Controller

Ich würde die Bebop aber nur in Kombination mit dem Sky Controller kaufen. Das sind dann zwar 400 Euro mehr als für die Drohne alleine, aber ohne die ausgefeilte Hardware-Fernbedienung kann man das Potenzial der Bebop nicht wirklich ausnutzen. Nicht zu vergessen machen die echten Joysticks viel mehr Spaß beim Fliegen. Hat man dann noch eine Video-Brille zur Hand, fühlt man sich fast wie Maverick aus Top Gun.

Der eine oder andere stellt sich jetzt vielleicht die Frage, warum er sich für 899 Euro eine Bebop mit Sky Controller und beispielsweise keine DJI Phantom 2 (Vision) zulegen sollte.

Die Antwort ist recht simpel. Die Bebop ist kleiner, mit nur 390 Gramm deutlich leichter und rangiert deshalb noch in der Spielzeug-Klasse bei den Luftfahrtbehörden. Eine DJI Phantom 2 Vision wiegt hingegen über 1,1 Kilogramm und ab diesem Gewicht in Kombination mit der möglichen Fluggeschwindigkeit von 54 km/h kratzt eine Phantom schon an der Genehmigungspflicht, je nach (Bundes-)Land

Bei einer Bebop braucht man sich darüber nicht den Kopf zerbrechen.

Auch verzeiht die leichte und flexible Bauweise der Bebop so manchen heftigen Absturz, wohingegen das starre Voll-Plastik-Gehäuse einer Phantom mit der darunterhängender Kamera nur etwas für erfahrenere Drohnen-Piloten ist.

Die Bebop ist eine fliegende Action-Cam. Durch ihr geringes Gewicht und die leichte Handhabe (sie kann auch über ein Smartphone gesteuert werden), passt sie in bzw. auf jeden Rucksack und kann einen auch mal bei einer Ski-Tour begleiten. Sie empfiehlt sich dementsprechend für all jene, die Sport treiben und sich dabei filmen wollen oder einfach gerne Fotos und Videos von privaten Festen aus ungewöhnlichen Perspektiven machen.

Bonus: Testflug-Outtakes

Parrot Bebop Testflug – Outtakes

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