Pebble Time: Erfolgreicher Start karikiert Crowdfunding-Idee (Meinung)

Sven Kaulfuss 10

Einerseits fällt das Urteil unserer Leser zur neuen Pebble Time sehr verhalten aus, andererseits ist der gestrige Launch der Smartwatch auf Kickstarter ein Erfolg sondergleichen – über 8 Millionen Dollar und über 39.000 Unterstützer in nicht mal 24 Stunden.

Pebble Time: Erfolgreicher Start karikiert Crowdfunding-Idee (Meinung)

So richtig erwärmen können sich die GIGA-Leser bis jetzt noch nicht für die Pebble Time – siehe hierzu die Meinungen zur gestrigen Vorstellung. Nicht zuletzt das eher altbackene Design missfällt den meisten Kommentatoren. Hier und da gibt’s verhalten Anerkennung für die verbaute Technik (farbiges E-Paper-Display), der Grundtenor scheint jedoch eindeutig: Fail! Eine Alternative beispielsweise für die Apple Watch sehen unsere Leser also nicht darin.

Beeindruckend: Starterfolg der Pebble Time

Dem steht der bislang erfolgreichste Start eines Kickstarter-Projektes entgegen. Schon nach wenigen Minuten wurde das selbst gesetzte Finanzierungsziel von 500.000 US-Dollar erreicht, 15 Minuten später die Million geknackt. Aktuell zur Stunde sind über 8 Millionen US-Dollar „eingesackt“ und es konnten über 39.000 Unterstützer gefunden werden. Ein Misserfolg sieht anders aus. Keine 24 Stunden später befindet sich damit die Pebble Time schon auf den vierten Platz der erfolgreichsten Kickstarter-Projekte, mit Luft nach oben, denn die Kampagne läuft noch 30 Tage.

Pebble Time: Ist das noch Crowdfunding?

Dennoch sei Kritik angebracht. Crowdfunding ist das nicht mehr, vielmehr eine geschickte Marketing- und Vorverkaufsaktion der beiden Firmen Pebble Technology und Kickstarter. Ursprünglich sieht das Prinzip der „Schwarmfinanzierung“ durch Internet-Nutzer die Unterstützung „offener“ Projekte vor. Pebble Time indes ist ein mehr oder weniger komplett und fertig entwickeltes Produkt. Selbst Pebble CEO Eric Migicovsky gibt dies frei im Vorstellungsvideo der Pebble Time zu.

Pebble Time Smartwatch.

Dies erkennt man auch an der sukzessiven Stückzahlenerhöhung der „Rewards“. Anfänglich gab es so nur 5.000 „Early-Bird-Angebote“ zum Stückpreis von 159 US-Dollar. Diese wurden im Laufe des Tages auf 10.000 erhöht – alle verkauft. Selbiges gilt für die nächste Reward-Stufe von 179 US-Dollar (von 20.000 auf 30.000) – noch knapp 5.000 Stück verfügbar. Nun findet sich zum selben Preis zusätzlich ein unlimitierter Reward, mit der Einschränkung einer späteren Belieferung, Juni statt Mai.

Unterm Strich: Pebble nutzt den wesentlichen Teil der eigenen Entstehungsgeschichte für die betriebswirtschaftliche Fortentwicklung des bisherigen Projektes. Kickstarter degradiert sich so zur reinen Verkaufsplattform. Einerseits nur konsequent, andererseits doch sehr bedenklich – eine Karikatur der ursprünglichen Idee des Crowdfundings.

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