Raspberry Pi als NAS nutzen: Anleitung

Martin Maciej

Mit dem kleinen Mini-Computer Raspberry Pi lassen sich große Dinge vollführen. So ist es z. B. mit ein wenig technischem Wissen möglich, den Raspberry Pi als NAS einrichten zu können. In der folgenden Anleitung erfahrt ihr alles, was es für die Verwendung von Raspberry Pi als NAS zu wissen gibt.

Raspberry Pi als NAS nutzen: Anleitung

Mit einem NAS (Network Attached Storage) können mehrere Personen innerhalb eines Netzwerks auf abgelegte Dateien zugreifen. Eine fertige NAS-Lösung schlägt mit einigen hundert Euro zu buche. Verwendet man Raspberry Pi als NAS, hat man eine Low Budget-Methode zur Hand.

Raspberry Pi als NAS verwenden: So geht’s

Folgende Komponenten benötigt ihr für die Anleitung:

  • Raspberry Pi Model B (512 MB RAM, Ethernet-Schnittstelle, 2 USB-Ports)
  • Strom über Micro-USB-Anschluss (fünf Volt), z. B. mit Handy-Ladegerät
  • SD-Karte mit 4 GB Speicherplatz für Betriebssystem
  • Optional: USB-Tastatur, Monitor mit HDMI-Anschluss (alternativ: Steuerung per Remote)
  • USB-Festplatte, bzw. USB-Stick für Raspberry Pi-Nutzung

Raspberry Pi kaufen *

Im ersten Schritt muss für Raspberry ein Betriebssystem eingerichtet werden. Für die NAS-Einrichtung empfiehtl sich Raspbian wheezy Verschiebt die Linux-Version auf die SD-Karte.

OS für Raspberry Pi herunterladen *

Verbindet die SD-Karte mit dem Raspberry Pi, um mit dem neuen Betriebssystem zu booten. Verbindet zudem die Tastatur und den Monitor sowie Netzwerkkabel und Router mit dem Mini-Rechner. Last but not least sollte das Gerät natürlich an den Strom angeschlossen werden.

Bilderstrecke starten
26 Bilder
Die 25 coolsten Adventskalender 2018 für Nerds, Geeks und Freaks.

raspberry-pi-install
Raspberry Pi: NAS einrichten

Während des Hochladens seht ihr mehrere Meldungen auf dem Bildschirm. Wartet ab, bis sich das System konfigurieren lässt („raspi-config“). An dieser Stelle wird die Option „expand filesystem“ aktiviert, um die Root-Partition zu maximieren. Wählt zudem die Option „Advanced“, um den SSH-Zugang zu ermöglichen und so per Remote auf das Gerät zugreifen zu können. Über „configure_keyboard“ könnt ihr das deutsche Tastatur-Layout einstellen. Um mit deutschen Daten zu arbeiten, setzt ihr zudem bei „change_locale“ „de_DE.UTF8 UTF8“ und bei „change_timezone“ „Europe“ sowie „Berlin“. Steuert nun den mit Raspberry Pi verbundenen Router an und wählt die DHCP-Einstellungen aus. Hier sucht ihr die IP Adresse des Raspberry Pi heraus. Über das Linux-Terminal gebt ihr folgenden Befehl ein:

ssh –l pi

und beantwortet die Sicherheitsfrage mit „Yes“, um euch als Nutzer „pi“ im Netzwerk einzuloggen. Als Passwort ist „raspberry“ voreingestellt.

Schritt für Schritt-Anleitung: Raspberry Pi und NAS

Nun muss das OS mit Datei-Server-Funktionen ausgerüstet werden. Hierfür gibt man über „Zubehör“-„Root Terminal“ folgende Befehle ein:

apt-get update
apt-get install samba samba-common-bin ntfs-3g mc

Gebt nun den Befehl “mcedit /etc/samba/smb.conf“ einm um Samba zu konfigurieren. An das Ende der Datei setzt ihr folgenden Inhalt:


path=/media
read only=no
writable=yes

Hinter den Eintrag „workgroup“ setzt ihr die Bezeichnung für die Windows-Arbeitsgruppe. Diese findet ihr bei Windows in der Systemsteuerung im Abschnitt „System“. Mit „F2“ werden die Einstellungen gespeichert. Gebt /etc/init.d/samba restart und der Dateifreigabedienst wird neu gestartet. Nun könnt ihr euch als Benutzer „pi“ mit dem gewählten Passwort einloggen. Bei Windows könnt ihr den SSH-Client Putty verwenden und euch mittels IP-Adresse von Raspberry Pi mit dem Gerät verbinden.

raspberry-wheezy-screenshot

Natürlich handelt es sich bei dem Raspberry Pi-NAS um keine vollwertige High End-Lösung. Einbußen bei der Übertragungsgeschwindigkeit müssen demnach hingenommen werden.

Welchen Raspberry Pi verwendet ihr?

Welches Raspberry-Modell kommt bei euch zum Einsatz? Zählt ihr zu den Pi-Anhängern der ersten Stunde oder seid ihr erst seit Kurzem dabei? Verratet es uns in der GIGA-Umfrage und erfahrt, welche Geräte die anderen Leser verwenden!

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA SOFTWARE

  • IP-Adresse ändern – so geht's

    IP-Adresse ändern – so geht's

    Es kann sinnvoll sein, die IP-Adresse zu ändern – beispielsweise wenn eure derzeitige IP von einem Dienst blockiert wurde. Wir ihr eure externe und interne IP ändert und eine neue erhaltet, zeigen wir euch hier auf GIGA.
    Robert Schanze 9
  • Trojaner komplett entfernen – so geht's

    Trojaner komplett entfernen – so geht's

    Trojaner verschlüsseln die Festplatte und erpressen die Nutzer, damit die Daten wieder freigegeben werden. Wie ihr Trojaner wieder entfernt, zeigen wir euch hier auf GIGA.
    Robert Schanze 4
  • oCam

    oCam

    Der OCam Download bringt euch ein kostenloses Tool zur Aufnahme von Bildschirmvideos und Screenshots auf den Rechner, das mit einer einfachen Bedienung und einer ganzen Reihe nützlicher Optionen aufwarten kann.
    Marvin Basse 3
* Werbung