Samsung Gear VR im Test: Virtual Reality für Zuhause

Kamal Nicholas 2

Mit der Gear VR hat Samsung im vergangenen Jahr eine eigene Virtual Reality-Brille vorgestellt. Nach unserem ersten Eindruck bei Präsentation und dem Unboxing haben wir uns das gute Stück im Testbericht nun mal etwas näher angesehen.

Samsung Gear VR im Test: Virtual Reality für Zuhause

Virtual Reality; im gerade vergangenen Jahr 2014 erfuhr dieser Begriff durch die Oculus Rift eine echte Renaissance und wurde zum ersten Mal so richtig greifbar. Mit der Gear VR hat Samsung dann im vergangenen Jahr im Rahmen der IFA ein eigenes Produkt vorgestellt, bei dem Oculus ebenfalls die Finger mit im Spiel hat.

Bei der Vorstellung im Berliner Tempodrom konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck davon machen, wie die Gear VR mit dem Galaxy Note 4 zusammenspielt – das aktuelle Samsung-Phablet ist Voraussetzung für den Einsatz der Brille.  Nun hatten wir endlich die Möglichkeit, die Virtual Reality-Brille auch in Ruhe auszuprobieren.

Samsung Gear VR Unboxing.

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Samsung Gear VR: Sitz und Verarbeitung

Was die Ergonomie angeht, haben wir an der Gear VR nichts auszusetzen, Samsung hat hier gute Arbeit geleistet. Das Gerät ist gut verarbeitet, natürlich muss man sich hier aber mit jeder Menge Polycarbonat/Kunststoff anfreunden, das stellenweise nicht unbedingt hochwertig wirkt. Genau genommen handelt es sich bei der Materialwahl aber um keinen Kompromiss, sondern eine Notwendigkeit, es muss auf dieses Material gesetzt werden, um die Gar VR möglichst leicht zu machen.

Dank verschiedener Riemen und Klettverschlüsse lässt dich Brille sich so anpassen, dass sie auch auf einem großen Kopf wie meinem sehr gut, fest und blickdicht sitzt. Die Halterung für das Note 4 besteht selbst ebenfalls aus Kunststoff. Hier stellt sich mir die Frage, wie lange der Scharnier mit Klappmechanismus dem Einsetzen und Herausnehmen des Phablets ohne Schaden standhält. Für einen bequemen Sitz ist dank des verschiedenen Polster an den Riemen und dem Schaumstoff-Einsatz am Sichtfeld auch gesorgt, stundenlang möchte man die Brille aber dann doch nicht tragen – wofür sie aber auch nicht gedacht ist.

Die ersten Schritte

Wie nimmt man so eine Brille aber nun in Gebrauch? Die Vorbereitungen sind tatsächlich denkbar einfach: Das Galaxy Note 4 wird eingeschaltet in den dafür vorgesehene Steckplatz gesteckt, die Verbindung zwischen Brille und Telefon wird dann über den microUSB-Anschluss erstellt. Dann kann die Brille auch gleich schon aufgesetzt werden. Was folgt ist ein erstes Kennenlernen der Bedienelemente (Touchpad, Zurück- und Lautstärkeknöpfe sowie der Fokusring für das Scharfstellen des Bildes). An die Steuerung der VR gewöhnt man sich schnell, sie funktioniert schlicht über das Bewegen des Sichtfeldes – alles klappt intuitiv und reibungslos.

Samsung Gear VR in der Praxis

Klar, von außen sieht man doch ziemlich bekloppt aus, wenn man die ganze Zeit den Kopf (und auch seinen Körper) dreht, währen man in einen Kasten starrt, auf dessen Seite man konstant mit der rechten Hand herumdrückt. Doch als Träger der VR gerät all das doch sehr schnell in Vergessenheit. Während diverse Hersteller von TV-Geräten im vergangenen Jahr gerne immer wieder den Begriff „immersiv“ für ihre Produkte verwenden (vor allem für gebogene Fernseher), ist dies bei einer Virtual Reality tatsächlich der Fall: Der Nutzer taucht ein in die virtuelle Welt und die Grenzen zur Außenwelt verschmelzen. Noch extremer wird dieses Erlebnis, wenn man dabei Kopfhörer trägt und so auch akustisch von der realen Welt abgeschottet wird. Um schnell in die Realität zurückzukehren kann man die Brille entweder abziehen oder den Kameramodus der VR einschalten, um die Außenwelt durch die Brille zu betrachten.

Natürlich gibt es (glücklicherweise) immer noch einige Merkmale, die den Unterschied zwischen Virtualität und Realität verdeutlichen. Zum einen wäre da das Gewicht der Brille selbst. Man merkt einfach permanent, dass man etwas auf dem Kopf trägt, was da eigentlich nicht hingehört. Zum anderen ist es aber auch die Qualität des Bildes, die sich deutlich von der Wirklichkeit unterschiedet. Das Samsung Galaxy Note 4 ist zwar mit einem selbst für aktuelle Smartphones und Phablets hochauflösenden Display ausgestattet (WQHD, also 2560 x 1440 Pixel, das entspricht bei der 5,7 Zoll-Displaydiagonale des Galaxy Note 4 einer Pixeldichte von 515 ppi), beim Verwenden der Gear VR sind diese kleinen Pixel aber dennoch zu sehen. Das ist nicht wirklich störend, hat aber eben etwas von Fernsehen auf einem eher älteren TV-Gerät.

Bedient wird die Gear VR generell über Bewegungen mit dem Kopf und dem Touchpad an der Seite der virtuellen Brille. Gerade bei Videos funktioniert das sehr gut, da man hier nicht konstant die Hand am „Controller“ haben muss. Bei Spielen sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Einfache Games, bei denen man z.B. nur ein wenig Schießen muss, sind kein Problem. Bei Spielen wie Temple Run ist die Steuerung des Charakters ebenfalls über das Touchpad möglich. Wird es aber etwas komplizierter, ist der Griff zum Samsung-eigenen Controller unumgänglich. Tatsächlich macht die Sache mit dem Controller noch mehr Spaß, da die Kontrolle über das Spielgeschehen noch größer wird.

Die Auswahl der bisherigen Inhalte ist zwar noch überschaubar, dennoch gibt es schon einiges zu entdecken. Auch hier merkt man, dass das Thema Virtual Reality zwar noch eher in den Kinderschuhen steckt, nichtsdestotrotz ist der aktuelle Stand ziemlich beeindruckend. Egal ob man „live“ bei einem Konzert dabei sein will, ob man sich Monstern im Kampf stellen oder durchs Weltall reisen möchte, mit Hilfe von Brillen wie der Gear VR kann man all dies hautnah von seinem Zimmer aus erleben.

Auf Seite 2 geht es um die Schwächen der Samsung Gear VR, außerdem findet ihr dort mein Fazit

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