Mediencenter mit Airplay: So geht Heimkino! (Anleitung Teil 1 & Verlosung)

Flavio Trillo 86

Das Projekt: Ein Mediencenter mit Multiroom-Audio und möglichst wenig Aufwand und Platzbedarf. Wer gerade keinen Mac mini übrig hat, kann mit einem Raspberry Pi und einer Netzwerkfestplatte beinahe Wunder wirken. Dies ist Teil 1 unserer Tutorial-Serie.

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Mediencenter selbst gebaut: So einfach kann Heimkino sein

Viele Wege führen nach Rom. Vermutlich noch mehr Varianten gibt es, sich im Wohnzimmer Medienstreaming für Videos und Musik einzurichten. Mit Apple TV, Chromecast und verschiedensten Multimedia-Netzwerkfestplatten (Roku, WD TV Live, Fantec, Popcorn Hour u.v.m.) ist die Flut der Möglichkeiten schier unüberschaubar.

Hier daher nur ein Weg von vermutlich tausenden, ein Mediencenter zu realisieren, das keine Unsummen verschlingt und einfach zu bedienen ist. Dazu bietet dieses Setup eine gute Basis für Multiroom-Streaming. Das heißt, in mehreren Räumen läuft gleichzeitig die gleiche Musik — aber dazu mehr in Teil 3 dieser Anleitungsserie.

Wir werden zunächst alle Hardware sammeln, die nötig ist und uns dann Stück für Stück der Konfiguration der einzelnen Komponenten widmen.

Die Einkaufsliste: Himbeerkuchen für alle!

Wichtig ist auf jeden Fall eine Netzwerkfestplatte, oder NAS („network attached storage“). Ich habe für diesen Zweck eine Synology DiskStation DS214play verwendet (die ihr am Ende dieser Serie gewinnen könnt!), viele andere Modelle (z.B. von Qnap) sind aber natürlich ebenso tauglich. Dazu kommt ein Mini-Computer namens Raspberry Pi mit etwas Zubehör.

Daraus ergibt sich folgende Einkaufsliste für unser Projekt:

Hinweis: Falls ihr zufällig noch eigene Micro-USB-Netzteile (einige Akkupacks gehen auch), SD-Karten oder WLAN-Dongles übrig habt, könnt in der Kompatibilitätsliste von elinux.org nachsehen, ob sie zum Rasperry Pi passen. Netzteile sollten mindestens 1 Ampere liefern.

So, jetzt haben wir eigentlich alles. WLAN-Router und Fernseher setze ich einfach mal voraus. Dazu gehört natürlich eine hübsche Sammlung digitaler Musik und Videos, damit die ganzen Geräte auch etwas zu tun haben! Aber eins nach dem anderen.

Schritt 1: NAS einrichten

Zunächst kümmern wir uns um die Synology DiskStation. Egal welches Modell ihr habt, zunächst solltet ihr die aktuelle Software für euer NAS auf den Mac oder PC herunterladen. Außerdem gibt es ein praktisches Installationstool für die Systemsoftware DSM (DiskStation Manager) namens Synology Assistant.

Nachdem ihr die Festplatten in das Gehäuse gesetzt und die DiskStation mit dem Strom und per Kabel mit eurem Router verbunden habt, geht es los. Im Synology Assistant seht ihr nun die Netzwerkfestplatte. Von hier aus installiert ihr auch die Firmware (Doppelklick auf die neu erkannte DiskStation, Download der aktuellen Firmware über die Web-Oberfläche).

Achtung: Hierbei werden die Festplatten formatiert, alle Daten gehen also verloren! Das bedeutet, dass ihr erst nach der Installation des DSM auf der DiskStation eure Inhalte darauf kopiert. Sonst war die ganze Arbeit umsonst.

Während der DSM-Installation könnt ihr ein Volumen mit Synology Hybrid RAID (SHR) erstellen lassen. Das bedeutet, dass die Informationen der einen Festplatte auf der zweiten gespiegelt werden. So habt ihr den halben Platz, aber dafür kein Problem, wenn eine der zwei Festplatten einmal ausfällt. Solltet ihr das nicht wollen und den Platz der beiden Platten lieber komplett nutzen wollen, entfernt den Haken bei SHR-Volumen erstellen.

Nach der DSM-Installation werdet ihr in die Admin-Oberfläche weitergeleitet. Je nachdem, was ihr oben angekreuzt habt, wird nun selbständig ein Volumen erstellt. Ansonsten wählt ihr den Speicher-Manager und erstellt dort ein neues Volumen nach euren Wünschen. Welchen RAID-Modus ihr dafür am besten wählt, hängt davon ab, welche Balance zwischen Sicherheit und Speicherkapazität ihr wünscht.

Synology unterstützt in den meisten Modellen für Heimanwender neben dem SHR die Modi JBOD, RAID 1 und RAID 0.

Ist die Erstellung und Überprüfung des Volumens abgeschlossen, geht es weiter. Dieser Vorgang kann je nach Festplatte mehrere Stunden dauern und sollte nicht abgebrochen werden. In meinem Falle waren es beinahe 11 Stunden.

Schritt 2: NAS konfigurieren

Nun nehmt ihr an der DiskStation die nötigen Einstellungen vor, damit ihr die Inhalte später auch auf den Fernseher bekommt.

mediencenter-tutorial-dsm-neuer-gemeinsamer-ordner

Geht dazu als erstes in die Systemsteuerung auf der DSM-Oberfläche. Hier wählt ihr gleich den ersten den Eintrag Gemeinsamer Ordner. Nach einem Klick auf die Schaltfläche Erstellen gebt ihr an, wie der neue gemeinsame Ordner heißen soll. In unserem Beispiel erstellen wir zunächst den Ordner „Medien“. Die übrigen Einstellungen könnt ihr erst einmal ignorieren.

mediencenter-tutorial-dsm-berechtigungen

Mit einem Klick auf OK gelangt ihr direkt zu den Einstellungen für Berechtigungen. Hier legt ihr fest, welcher User wie auf den Ordner zugreifen darf. Sofern ihr keine eigenen Benutzer angelegt habt, ist hier „admin“ und „guest“ zu sehen.

Setzt beim Benutzer admin den Haken bei Lesen/Schreiben und klickt auf OK. Jetzt wählt ihr in den Systemeinstellungen aus der linken Menüleiste den Eintrag Dateidienste. In dem Tab Win/Mac/NFS legt ihr fest, welche dieser Dienste auf der DiskStation aktiviert werden.

mediencenter-tutorial-dsm-nfs-berechtigungen

Scrollt etwas nach unten und setzt einen Haken bei NFS aktivieren. Die übrigen Dienste werden für dieses Tutorial nicht benötigt, ihr könnt sie vorerst ignorieren. Bei ausreichend Platz ist aber natürlich das Anlegen eines Time-Machine-Backups auf der DiskStation durchaus ein nettes Feature.

Bestätigt vorerst die Änderungen mit einem Klick auf Übernehmen. Nun zurück zu den Gemeinsamen Ordnern. Hier wählt ihr den soeben erstellten Ordner aus und klickt auf Bearbeiten. Im Tab NFS-Berechtigungen klickt ihr auf Erstellen und tragt die IP-Adresse oder den Hostnamen des Gerätes ein, das später auf den Ordner zugreifen soll.

Da ihr die IP-Adresse des Raspberry Pi noch nicht kennt, genügt hier ein Sternchen *. Dies ist der Platzhalter für alle IP-Adressen. Kennt ihr die Adress-Struktur in eurem Netzwerk, könnt ihr auch etwas wie 192.168.1.* eingeben (oder 192.168.*.*, wenn ihr nicht sicher seid, welches Subnetz bei euch genutzt wird) . Oder ihr wählt direkt eine bestimmte IP-Adresse aus und vergebt sie später fest an den Pi, ganz nach Geschmack und Fähigkeiten.

Neben der Angabe von Hostname oder IP braucht ihr hier nichts weiter ändern — klickt also nur noch zwei Mal auf OK, um zurück zu den Systemeinstellungen zu gelangen.

Anmerkung: Wir gehen hier von einer Konfiguration aus, die nicht allerhöchsten Sicherheitsanforderungen genügt. Zum einen, weil dies den Rahmen der Anleitung sprengen würde. Aber auch, weil Fort Knox für ein Mediencenter schlichtweg überdimensioniert wäre. Sichert euer WLAN mit einem WPA-Kennwort und aktualisiert regelmäßig die Firmware eures Routers — damit seid ihr gegen die meisten realistischen Angriffszenarien gefeit.

Schritt 3: Ordner anlegen

Jetzt erstellt ihr die Ordnerstruktur, die euch später den Zugriff auf Filme, Serien und Musik erleichtert. Öffnet dazu die File Station aus der DSM-Oberfläche. Hier seht ihr nun den zuvor erstellten Ordner. Wählt ihn aus und klickt auf Erstellen/Ordner erstellen.

Legt so nacheinander die Ordner Filme, Serien und Musik an, jeweils unter dem Ordner Medien. Jetzt seid ihr endlich bereit für Inhalte. Ich habe keinen Ordner für Fotos erstellt — ihr solltet das tun, wenn ihr später auch Bilder auf dem Fernseher ansehen möchtet.

Schritt 4: Inhalte kopieren

Als nächstes solltet ihr all eure Videos, Musik und ggf. Fotos auf die Netzwerkfestplatte übertragen. Nutzt dazu entweder direkt die USB- oder eSATA-Schnittstelle der DiskStation (sofern eure Inhalte auf einer externen Festplatte liegen) oder eben euer lokales Netzwerk.

Achtet darauf, dass ihr Filme, Serien und Musik (oder was ihr sonst noch für Dateien habt) in die entsprechenden Ordner sortiert. Das macht es später leichter, alles auch dort anzuzeigen, wo es hingehört.

Damit ist eure DiskStation gut gefüttert und bereit für ihren Einsatz im Mediencenter mit Raspberry Pi.

Eure Fragen könnt ihr hier in den Kommentaren loswerden. Ich werde versuchen, euch so gut es geht zu helfen.

Nicht vergessen: Die Synology DiskStation DS214play im Wert von ca. 300 Euro könnt ihr am Ende dieser Tutorial-Serie gewinnen! Dazu hier im Widget teilnehmen und mit etwas Glück gehört das gute Stück in Kürze euch. Ausgelost wird nach dem Erscheinen des dritten Teils, Teilnahmeschluss ist der 15. April verlängert bis zum 18. April.

Update: Der Gewinner ist gezogen! Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für eure zahlreiche Teilnahme!
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Wie es weiter geht, erfahrt ihr im zweiten Teil unserer Reihe Mediencenter mit Mini-PC: So baut ihr euer Heimkino. Dort zeige ich euch, wir ihr euren Pi konfiguriert und zum Zentrum eures Mini-Mediacenters macht. In Teil 3 der Anleitung lernt ihr, wie Multiroom-Audio-Streaming von Spotify, WLAN-Radio und lokalen Musikdateien mit dem Raspberry Pi funktioniert.

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