Zum Abschluss unserer Mediencenter-Tutorial-Reihe zeige ich euch heute, wie ihr mit Raspberry Pis und einer Synology DiskStation Multiroom-Audiostreaming realisiert. Wir bedienen uns dazu des kostenlosen Mediaservers von Logitech und einiger Plugins.

 
Synology DiskStation DS214play
Facts 

Logitechs Mediaserver ist ein kostenloses Programm für viele Plattformen, mit dem ihr nicht nur eure Musik im heimischen Netzwerk streamen könnt, sondern auch Internetradio und Spotify.

Wir werden mithilfe einer Synology DiskStation DS214play und zwei günstigen Mini-Computern namens Raspberry Pi ein synchrones Multiroom-Streaming-System bauen. Die Synology DiskStation gibt es am Ende des Tutorials sogar gewinnen!

Mediencenter mit Multiroom-Audio: Die Einkaufsliste

Falls ihr zufällig einen Logitech-Controller, also eine Squeezebox Touch, ein Squeezebox WLAN-Radio, oder andere Squeezebox- oder UE-Geräte übrig habt, könnt ihr natürlich auch diese benutzen und mit Raspberry Pis ergänzen. In diesem Tutorial gehe ich aber von dem Fall aus, dass solcherlei Hardware bei euch nicht einfach herumliegt.

Wir brauchen also Folgendes für unsere kleine Bastelei:

Hinweis: Falls ihr zufällig noch eigene Micro-USB-Netzteile (einige Akkupacks gehen auch), SD-Karten oder WLAN-Dongles übrig habt, könnt in der Kompatibilitätsliste von elinux.org nachsehen, ob sie zum Rasperry Pi passen. Netzteile sollten mindestens 1 Ampere liefern.

Schritt 1: NAS vorbereiten

Für die Konfiguration des NAS verweise ich auf den ersten Teil dieser Tutorial-Reihe. Ihr könnt natürlich das Kopieren anderer Inhalte unterlassen und ausschließlich Ordner für Musik anlegen — die übrigen Schritte bleiben aber die gleichen.

Nachdem ihr die DiskStation erfolgreich vorbereitet habt, solltet ihr als nächstes einige Pakete installieren. Das sind kleine Zusatzprogramme von Synology und Drittherstellern, welche die Funktionen eurer DiskStation erheblich erweitern können.

mediencenter-tutorial-multiroom-perl

Dazu wählt ihr in der DSM-Weboberfläche der DiskStation das Paket-Zentrum. Hier findet ihr in der Rubrik Dienstprogramme das Paket Perl. Dieses installiert ihr als erstes, denn es ist notwendig für die Installation des Logitech Mediaservers.

mediencenter-tutorial-logitech-mediaserver

Anschließend wechselt ihr in die Rubrik Multimedia. Hier findet ihr den Logitech Mediaserver, den ihr ebenfalls installiert. Beide Installationen dauern nicht lange, ihr könnt also schnell weiter machen: Öffnet nun den frisch installierten Mediaserver. Ihr werdet zur weiteren Konfiguration des Servers weitergeleitet.

Schritt 2: Logitech Mediaserver installieren

Hier könnt ihr euch mit einem mysqueezebox.com-Konto anmelden - müsst das aber nicht unbedingt tun. Möchtet ihr das lieber nicht, klickt ihr unten einfach auf Überspringen.

mediencenter-tutorial-lms-config1

Im nächsten Schritt wählt ihr den Ordner auf der DiskStation, der eure Musiksammlung enthält. Habt ihr diese Anleitung befolgt, ist er unter volume1/Medien/Musik zu finden. Wählt diesen Ordner aus und klickt auf Weiter.

Die Auswahl des Playlist-Ordners könnt ihr ebenfalls überspringen, falls ihr keinen angelegt habt. Nun könnt ihr unten auf Abschließen klicken und gelangt auf die Startseite der Serveroberfläche. Hier könnt ihr später die Wiedergabe der verschiedenen Player steuern — es gibt dazu aber noch deutlich komfortablere Mittel. Dazu später mehr.

mediencenter-tutorial-lms-config2

Im Hintergrund wird nun eure Musiksammlung gescannt, um Informationen über Titel, Interpreten und Alben zu sammeln. Klickt unten auf Einstellungen. Hier vergebt ihr zunächst einen Namen der Medienbibliothek. Falls ihr später neue Musikdateien zu eurer Sammlung auf der DiskStation hinzufügt, könnt ihr hier auch das erneute Scannen durch die Serversoftware starten.

Nun geht es weiter zum Reiter Plugins. Hier findet ihr in der Liste der aktiven Plugins das offizielle Spotify-Plugin. Leider funktioniert dieses aktuell nicht mit der Empfänger-Software, die wir später auf den Raspberry Pis installieren. Ihr könnt es daher getrost deaktivieren, indem ihr das kleine Häkchen entfernt. Klickt nun auf Übernehmen und startet anschließend auf Nachfrage den Server kurz neu.

Dies sollte nicht länger als ein paar Sekunden dauern und wenn ihr die Seite erfolgreich neu laden könnt, ist der Neustart beendet. Im Reiter Plugins sucht ihr nun aus der dritten Auflistung der Empfohlenen Erweiterungen anderer Anbieter das so genannte 3rd Party Spotify Plugin von Triode heraus. Aktiviert es mit einem Häkchen, klickt auf Übernehmen und startet den Server ein weiteres Mal neu.

mediencenter-tutorial-lms-config3

Klickt als nächstes auf Einstellungen, zu finden in der Spalte des Triode-Plugins unter Aktive Plugins. Nachdem ihr die Spotify Nutzungsbedingungen akzeptiert habt, gebt ihr hier euren Benutzernamen und euer Passwort ein.

Achtung: Für die Nutzung des Plugins benötigt ihr einen Premium-Account bei Spotify.

Alle übrigen Felder könnt ihr getrost unangetastet lassen. Klickt auf Übernehmen und führt auf der gleichen Seite einen Selbsttest durch. Hier sollte auf die ersten vier blauen Balken das Wort PASS folgen, dann läuft das Spotify-Plugin wie es soll. Der letzte Teil des Tests, das Streamen zum Player kann mangels Abspielgerät natürlich noch nicht erfolgreich getestet werden.

Gibt es weitere Probleme, solltet ihr zunächst prüfen, ob der Port 9005 von eurem Router freigegeben ist und an die IP der DiskStation geleitet wird.

Nun ist Spotify auf eurem Logitech Mediaserver eingerichtet und ihr könnt euch an die Konfiguration der Raspberry Pis machen.

Schritt 3: Squeezeplug auf Raspberry Pi installieren

Ladet hierfür zunächst die aktuelle Version des hervorragenden Squeezeplug für Raspberry Pi herunter (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels 7.0.7). Dieses Programm emuliert einen Squeezebox-Player auf dem Pi, kann diesen aber auch selbst zu einem Logitech Mediaserver machen. Wir werden ihn in der Wiedergabe-Variante verwenden. Führt also auf jedem eurer Pi-Player die folgenden Schritte durch.

Ihr geht ganz ähnlich vor, wie bei der Installation von OpenELEC im Tutorial der letzten Woche.

  • Formatiert zunächst die SD-Karte als FAT32. Wie das geht, könnt ihr in unserem Tutorial zu diesem Thema nachlesen.
  • Ist der Vorgang abgeschlossen, wählt ihr das neu erstellte Volume links aus und klickt auf Deaktivieren in der Menüleiste (nicht Auswerfen!).
  • Nun öffnet ihr ein Terminal-Fenster und gebt folgenden Befehl ein:

diskutil list

Es werden euch nach Betätigung der Enter-Taste alle vorhandenen Volumes angezeigt. Das sieht ungefähr so aus:

mediencenter-tutorial-squeezeplug-installation

Achtet auf die Bezeichnungen der angezeigten Medien /dev/diskX. Schaut euch genau an, welche Nummer (statt X) für die SD-Karte steht. Hier deutlich erkennbar disk1. Jetzt gebt ihr diesen Befehl ein (natürlich mit eurem Benutzernamen nach /Users/):

sudo dd if=/Users/Flavio/Downloads/squeezeplug_rpi_707.img of=/dev/disk1

Vorsicht: Achtet genau darauf, dass die Zahl hinter disk (in diesem Falle 1) mit der Angabe von diskutil list übereinstimmt. Gebt ihr hier die falsche Zahl ein, könnt ihr euer System lahm legen!

Ihr werdet nach eurem Administrator-Passwort gefragt und anschließend wird das Image auf die SD-Karte kopiert. Währenddessen erscheint kein Fortschrittsindikator, ihr müsst einfach eine Weile Geduld haben. Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, erscheint die Eingabeaufforderung wieder. Bei mir hat das Ganze fast 30 Minuten gedauert.

Ist der Kopiervorgang abgeschlossen, werft ihr die SD-Karte aus, entfernt sie und steckt sie in den Pi hinein. Falls ihr gerade einen Monitor und ein HDMI-Kabel parat habt, könnt ihr den Pi damit verbinden. Das Passwort für den squeezeplug login lautet: nosoup4u (Seinfeld-Fans werden diese Anspielung zu schätzen wissen).

Ihr kommt aber problemlos auch ohne Monitor zurecht.

Öffnet den Terminal auf dem Mac und gebt folgendes ein:

ssh root@192.168.1.17

Die IP-Adresse eures Pi könnt ihr ebenfalls im Terminal ermitteln. Gebt dazu folgendes ein:

arp -a

mediencenter-tutorial-arp-a

Dies ergibt eine Liste mit allen Geräten im Netzwerk, allerdings nur solche, die über Ethernet-Kabel verbunden sind. Auf den Benutzeroberflächen vieler Router finden sich jedoch Möglichkeiten, alle verbundenen Geräte inklusive ihrer Hostnamen anzuzeigen. Probiert ansonsten die angezeigten IP-Adressen aus, bis ihr den Raspberry Pi mit Squeezeplug erwischt.

Die folgenden Schritte gelten nun für beide Konfigurations-Varianten — ob mit oder ohne Display.

Auf Seite 2 geht es weiter mit der Konfiguration von Squeezeplug, der Synchronisation via Logitech Mediaserver und natürlich dem Gewinnspiel...