Time Capsule

Oliver Huq

Am 15. Januar kündigte Steve Jobs mit Time Capsule eine WLAN-Basis­station mit integrierter Festplatte an. Mit der Zeitkapsel sollte die drahtlose Backup-Erstellung mit Time Machine ein Kinder­spiel sein. 

Bring die Time Capsule nach Hause, stöpsle sie an, klicke ein paar Buttons auf deinen Macs und voilà! – die Daten aller Macs im Haus werden von nun an automatisch gesichert, stündlich jeden Tag.“

So lässt es Apple seinen CEO in einer Pressemitteilung verlautbaren. Wir sehen uns die neue Zeitkapsel genauer an.

Inbetriebnahme

Ganz so einfach wie gerade beschrieben ist es dann doch nicht. Es müssen neben simplen Klicks auch noch einige Daten eingegeben werden.
Zugegeben, wenn man sein bestehendes WLAN nicht verschlüsselt hat oder plant, das künftige drahtlose Netzwerk nicht vor unberechtigten Zugriffen zu schützen, dann sind es tatsächlich nur ein paar Mausklicks auf entsprechende Buttons, bis die Zeitkapsel von Apple einsatzbereit ist.
Zur Konfiguration ist die Installation des AirPort Dienstprogramms ab Version 5.3, das auf  CD beiliegt, erforderlich.

Nach dem Aufruf des Dienstprogramms wählt man einfach die zu konfigurierende Time Capsule aus und folgt den Anweisungen, um die richtigen Einstellungen durch geeignete Auswahl vorzunehmen. Keine zwei Minuten nimmt dieser Vorgang in Anspruch, wenn man die Zeitkapsel in ein beste­hendes drahtloses Netzwerk einbindet. Konfiguriert man ein neues AirPort-Netzwerk, so muss entsprechend mehr Zeit einkalkuliert werden,
bis alle Einstellungen – beispielsweise Internetkonfiguration und Druckerinstallation – vorgenommen sind. Alles in allem also, ganz wie von Apple versprochen, eine angenehm einfache ­Angelegenheit. Allerdings sollte man sich die Zeit nehmen, das drahtlose Netzwerk mit einer Verschlüsselung, zum Beispiel WPA2, zu sichern.
Dies nimmt nicht viel mehr Zeit in Anspruch und verhindert in den meisten Fällen den unbefugten Zugang zum eigenen Netzwerk.

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Datensicherung

Bisher erlaubte Apple es nicht, eine über die AirPort Extreme Basisstation angebundene USB-Festplatte zur Datensicherung mit Time Machine zu verwenden.

Auch für die neue Zeitkapsel gilt diese Einschränkung. Allerdings wird das in der Zeitkapsel integrierte Laufwerk von Apples Backuplösung unterstützt und taucht in der
Time-Machine-Laufwerksauswahl auf. Wie bereits von Time Machine gewöhnt, ist für das ­erste zu sichernde Backup einiges an Geduld erforderlich. Im Test benötigte die Zeitkapsel für das Erstbackup im Schnitt siebeneinhalb Minuten pro GByte. Der Vorgang läuft im Hintergrund, so dass die normale Arbeit am Rechner dadurch nicht beeinträchtigt wird. Möchte man die Sicherung komplett haben, bevor man mit der Arbeit fortfährt, so empfiehlt es sich, das Back­up über Nacht laufen zu lassen.

Darüber hinaus…

Neben der Möglichkeit der drahtlosen Backup-erstellung mit Time Machine bietet Time Cap­sule alle bisher schon von der AirPort Extreme ­Basisstation gewohnten Features. Neben dem WAN-Port für die Internet-/LAN-Anbindung stehen noch drei Ethernet-Ports für die kabel­gebundene Einbindung weiterer Macs zur Ver­fügung. Ein USB-Port ermöglicht den Anschluss eines Druckers oder einer weiteren Festplatte.

Die integrierten Dual-Band-Antennen unterstützen das 2,4-GHz- und das 5-GHz-Band. Neben WEP wird auch WPA und WPA2 zur Verschlüsselung geboten. Eine NAT-Firewall mit der Unter­stützung für NAT-PMP-Features wie „Zurück zu meinem Mac“ ist ebenfalls integriert. Darüber hinaus findet sich ein Kensington-Kabelschloss-Adapter und ein kleiner Resetschalter am Gehäuse. Wir vermissen allerdings – ebenso wie an der AirPort Extreme Basisstation – einen eigenen Ein-/Ausschalter und einen Audio-Ausgang für AirTunes. Ein 500-GByte- sowie ein 1-­TByte-HDD-Modell stehen zur Auswahl. Aufgrund der internen HDD sind die Ausmaße im Vergleich zur AirPort Extreme Basisstation mit 19,7×3,63×19,7 cm (BxHxT) um einiges gewachsen. Ein silberner Apfel ziert das Gehäuse.

Fazit

Die neue Zeitkapsel von Apple hält, was sie verspricht: AirPort Extreme Basisstation zuzüglich der Möglichkeit zur kabellosen Datensicherung über Time Machine. Die angebotenen Festplattenkapazitäten reichen für die meisten Haushalte aus, limitieren das Backup aber auf die gewählte Größe. Vor allem der lang erwartete Support von extern angeschlossenen USB-HDDs  – zur Behebung dieses Makels und von Interesse auch für AirPort-Extreme-Besitzer – ist noch nicht verfügbar. Die Zeitkapsel ist daher interessant für diejenigen, die ohnehin mit dem Gedanken der Anschaffung einer Backup-Festplatte und der Einrichtung eines AirPort-Netzwerks spielen. Besitzer einer AirPort Extreme Basisstation werden noch darauf hoffen, dass Apple bald auch die Datensicherung über extern angebundene Festplatten freigibt.

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