Discord statt Teamspeak: Was steckt in der Chat-App, auf die aktuell alle Gamer abfahren?

Sebastian Tyzak
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Seit einiger Zeit kocht das Phänomen Discord im Netz auf. Mehr und mehr Leute fühlen sich zum neuen heißen Scheiß in Sachen Voice- und Text-Chat hingezogen – und das völlig zurecht! Ich erkläre Dir, warum Discord zukünftig Teamspeak ablöst.

Discord statt Teamspeak: Was steckt in der Chat-App, auf die aktuell alle Gamer abfahren?

Seit Anfang des letzten Jahres schlich sich klammheimlich ein neuer VoIP-Dienst in die Gewohnheiten vieler Netz-Menschen. Discord ist ein Dienst, der sowohl Internet-Telefonie als auch Chat-System miteinander vereint. Ein Feld, das seit Jahren von Teamspeak und Skype bestellt wird. Doch ohne es zu ahnen, könnte dieses Feld vom Newcomer leer geräumt werden. Schon jetzt zählt Discord über 11 Millionen Nutzer, die Tendenz ist steigend. Warum? Ich habe mir das Tool angesehen und festgestellt: Die Gründe sind ganz einfach.

Chat und VoIP in easy

Die Einstiegshürde, die beim ersten Start von Discord besteht, entspricht der Größe eines Kieselsteins. Vorausgesetzt wird nichts: Du musst weder ein Programm installieren, noch großartige Registrierungsprozesse durchlaufen. Stattdessen surfst Du einfach auf die offizielle Webseite und nutzt den Dienst direkt im Browser. Hau Deinen Wunschnamen in die Tasten und eröffne damit einen Chat – fertig. Und auch Deine Freunde kannst Du einfach per geteiltem Link einladen.

Wenn Dir Discord nach dem ersten vorsichtigen Beschnüffeln gefällt, kannst Du das Ganze für zusätzlichen Komfort-Schnickschnack auch noch erweitern. Komplettiere Deinen vorher geäußerten Wunschnutzernamen zu einem vollständigen Profil mit verknüpfter Mail-Adresse und lade Dir die App für Desktop, Smartphone und Tablet herunter, um Dich allzeit bereit mit Deinen Freunden zu vernetzen. Aber halt auch nur, wenn Du willst. Aufgezwungen wird Dir dabei nichts. Herrlich einfach.

Discord: Beste Bots und tolle Musikbots für den Chat

Don't chat like it‘s 2006

Teamspeak ist leistungs- und funktionsstark und damit völlig zurecht eine bestehende Größe in Sachen Netz-Chats. Warum die Betreiber aber auch 2016 noch einer sperrigen Oberfläche treu bleiben, die sich anfühlt, als wäre sie zu einer Zeit entstanden, in der das Internet nicht nur für Angela Merkel Neuland war, ist mir unerklärlich. Discord dagegen macht mit seinem neumodischen Sexappeal keine Gefangenen: Die Oberfläche ist aufgeräumt, benutzerfreundlich und schlicht hübsch:

Discord_App_Screenshot

Der Augenschmaus zieht sich auch durch die Textchats. Per Drag-and-Drop kannst Du Deine Gruppen mit GIFs, Videos und Bildern vollspammen, wie Du lustig bist. Das Ganze wird dabei formschön dargestellt, und zeigt YouTube-Links und Giphy-GIFs genauso, wie sie gedacht sind: In Bewegung. Eine übersichtliche Navigation all Deiner Kanäle und Server runden das Design ab und ermöglichen Dir auch das Bespaßen mehrerer Chats gleichzeitig. Darauf ein GIF, das meine Freude darüber symbolisiert. Because I can.

Qualität ohne Fehl und Tadel

Okay, was die Tonqualität von Discord im Vergleich zu Teamspeak anbelangt, will ich Dir gar nichts vormachen. Beide arbeiten auf so einem hohen Niveau, dass meine hörschwachen Lauscherchen keine Unterschiede feststellen können. Müssen sie aber auch nicht: Bei beiden Programmen ist die Sprachqualität astrein – warum also Pfennigfuchsen? Wer nur auf der Suche nach einem klareren Klang ist, wird bei Discord nicht fündig. Zumindest aber findest Du hier einen ebenbürtigen Kandidaten.

Allerdings gibt es da schon noch einen großen Vorteil: Discord ist völlig kostenlos. Während Du für einen eigenen Teamspeak-Server im Monat je nach Größe durchaus ein wenig von Deinem Ersparten abdrücken musst, brauchst Du Dir hier keinen Kopf darüber zu machen. Mit nur wenigen Klicks eröffnest Du völlig ohne Aufpreis einen eigenen Server. Den kannst Du dann einfach Deinen Vorlieben anpassen und Freunden oder Community öffnen. Außerdem kannst Du ganz flugs den Standort Deines Servers wechseln, falls Du bemerkst, dass der Ping hochschnellt. Einziger Nachteil: Du kannst den Server nicht auf Deinem eigenen Computer einrichten – falls die Discord-Server abschmieren, sagt auch der Chat „Bye-bye!“.

Optionsvielfalt, die mir gefällt

Und auch mit diesen Punkten habe ichnoch lange nicht alle Vorteile von Discord abgefrühstückt. Die Anwendung bietet Dir viele großartige Optionen, mit denen Du Deine Chats managen kannst. Beispielsweise können verschiedene Kanäle eingerichtet werden, über die Du die Kommunikation in Deinen verschiedenen Spielen lenkst. Während Du in einem Fenster bei deiner World-of-Warcraft-Gilde mit der Errungenschaft Deines neuesten, totschicken Vanity-Items prahlst, kannst Du Dich in Fenster Nummer zwei über den miesen Camper in der Beta von Battlefield 1 auslassen.

Falls Du Discord für Deine Community anlegst, werden zusätzliche Tools interessant: So kannst Du nach einer Verifizierung verlangen, bevor Gäste Deinem Server beitreten – beispielsweise über die Bekanntgabe einer E-Mail-Adresse. Außerdem kannst Du Mitgliedern Rollen zuweisen, damit Dich die vertrauenswürdigen Leutchen dabei unterstützen, im Wilden Westen des Chatfensters für Recht, Ordnung und vor allen Dingen Ruhe vor Trollen zu sorgen.

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Mein Fazit zu Discord:

Discord gibt sich wenig Blöße. In kaum einem Punkt kann man dem Programm einen Vorwurf machen. Und das Beste daran: Einstieg und Nutzung sind kinderleicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Discord mit richtigen und sinnigen Erweiterungen auf kurz oder lang Teamspeak den Rang abläuft.

Discord kannst Du über die offizielle Webseite nutzen oder herunterladen. Hier geht’s außerdem zu den Apps für iOS und Android:

Discord - Chat for Gamers
Preis: Kostenlos
Discord - Chat for Gamers
Entwickler: Discord Inc.
Preis: Kostenlos

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