Festplatten komfortabel durchsuchen: Die besten Suchprogramme für den PC

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Schnell geht bei den Festplattenkapazitäten heutiger PCs die Übersicht verloren. Mit der eingebauten Windows-Suche kommt man da oft nicht weiter. Alternative Desktop-Suchmaschinen erleichtern das Finden von Daten auf dem Rechner enorm. Längst verloren geglaubte Videos, Fotos, MP3-Musik aber auch Word-, PDF- und Excel-Dateien können schnell und bequem wiedergefunden werden. Wir zeigen die sechs besten Programme, mit denen man seine Festplatte einfach und komfortabel durchsuchen kann.

1. Copernic Desktop Search
Copernic Desktop Search Homebietet eine Suchfunktion, die Dateien, E-Mails und E-Mail-Anhänge schneller und präziser findet als die in Windows integrierte Suche. Das Programm erkennt die Dateitypen PDF, HTML, Word und Excel sowie diverse Multimedia-Dateien. Das Werkzeug kann auch E-Mails (Thunderbird, Lotus Notes und Outlook) und Open-Office-Dokumente durchsuchen und arbeitet mit dem Firefox 3 zusammen.Copernic stellt die Suchergebnisse in einer Vorschau dar, so dass ein überflüssiges und zeitraubendes, manuelles Öffnen vermeintlicher Treffer überflüssig wird. Der eingebaute Datei-Betrachter kann eine Vielzahl von Dokumenten darstellen. Teilweise werden dabei aber Layout-Formatierungen nicht berücksichtigt, doch für den ersten Überblick reicht die Funktion vollkommen aus.

Leider beherrscht die aktuelle, kostenlose Version von Copernic das Durchsuchen von Netzwerklaufwerken nicht mehr. Diese ist nun der kostenpflichtigen Professional-Version vorbehalten, die rund 50 US-Dollar kostet und im Gegensatz zu Copernic Desktop Search auch keine Werbung einblendet.

2. DocFetcher
Der DocFetcherdurchsucht die Dokumente und erstellt einen Index, damit die Suchanfragen schneller beantwortet werden können. DocFetcher versteht sich als lokale Suchmaschine, die allerdings Netzlaufwerke nicht einlesen kann. Die Anwendung wurde als Open-Source veröffentlicht und ist derzeit für Windows und für Linux verfügbar.DocFetcher unterstützt neben PDFs und Microsoft-Office-Dokumenten auch Open- Offce sowie die Formate RTF, HTML, und Text. Sogar die Dokumente exotischen Textverarbeitung AbiWord und die der Visualisierungs-Software Microsoft Visio werden durchsucht.

Der DocFetcher kümmert sich bei Änderungen in den Dokumenten selbst um die erneute Erfassung. So bleibt der Suchindex stets aktuell. Die Suchergebnisse können sortiert und nach diversen Kriterien gefiltert werden. Man kann die Ergebnisse zum Beispiel nach dem Dateityp, der Dateigröße und dem Speicherpfad anordnen. Wer den DocFetcher erst einmal ausprobieren will, ohne ihn gleich zu installieren, kann auf eine portable Version zurückgreifen, die sogar vom USB-Stick aus läuft.

Der DocFetcher setzt eine aktuelle Java-Laufzeitumgebung auf dem Rechner voraus, die kostenlos von Sun heruntergeladen werden kann.

3. Google Desktop Search
Der Suchmaschinen-Primus Google darf natürlich nicht fehlen, wenn es etwas zu durchsuchen gibt – und sei es die private Festplatte. Dafür gibt es die Software Google Desktop Search. Das kostenlose Suchprogramm verknüpft die Online-Suche von Google mit einer Desktopsuche.Auch hier wird zunächst ein Index der Dokumente erstellt, wobei Google Desktop Search erheblich mehr Dokumenten-Typen auslesen kann als die Konkurrenz. Das Suchprogramm wühlt sich nicht nur durch E-Mailprogramme wie Outlook und Thunderbird, sondern auch durch die Dateien von Microsofts Office-Suite und durch PDFs. Selbst vor komprimierten Dateien, die in Zip-Dateien stecken, macht es nicht halt.

Google Desktop Search kann außerdem Instant Messenger von MSN und AOL und natürlich auch vom hauseigenen Produkt Google Talk durchforsten. Durch eine offene Programmierschnittstelle hat Google zudem die Tür für Entwickler weit aufgemacht. Sie können damit eigene Such-Plugins für die speziellen Dokumentenformate erstellen. Google stellt sie auf einer Website zum Download bereit.

Auch Musik, Videos und Fotos werden von Google Desktop Search so gut es geht erfasst. Da diese Dateien nur wenig Textinformationen beinhalten, sind die Möglichkeiten hier allerdings sehr begrenzt. Natürlich können die Dateien nach dem Aufnahmedatum und eventuellen Metadaten zu Künstlern, Alben oder nach Dateityp durchsucht werden, doch meist hilft das bei umfangreichen Bild- oder Video-Sammlungen nicht sehr viel weiter. Die Bildinhalte oder wenigstens die überwiegenden Farben in Bildern erfasst jedoch bislang keine Desktop-Suchmaschine.

4. JDesktopSearch
JDesktopSearchist eine kostenlose Desktop-Suchmaschine, die auf der Programmiersprache Java basiert und nur sehr wenige Dateitypen durchsuchen kann. Doch dafür arbeitet sie sehr schnell. Die Anwendung indiziert HTML- und XML-Dokumente sowie StarOffice 6.0 und OpenOffice-Dateien von den Anwendungen Writer, Calc und dem Präsentationsprogramm Impress. Dazu kommen die Dateityoen Microsoft-Word und PDF-Dokumente. Bei anderen Dateien indiziert JDesktopSearch nur den Datei-Namen.JDesktopSearch setzt eine aktuelle Java-Laufzeitumgebung (Java Virtual Machine) auf dem Rechner voraus, die kostenlos von Sun heruntergeladen werden kann.

5. Microsoft Windows Desktop Search
Wer Vista verwendet, kennt die Desktopsuche, die Microsoft gleich mit ins Betriebssystem eingebaut hat. Doch auch für Windows XP hat Microsoft das Programm Windows Desktop Search(WDS) als separaten Download veröffentlicht.WDS legt seinen Dateiindex an, wenn der Rechner gerade genügend Kapazitäten frei hat. So wird man nicht durch den Erfassungsprozess beim Arbeiten gestört, denn die Indizierung benötigt einiges an Systemleistung und beansprucht vor allem die Festplatte stark. Die Windows-Desktopsuche durchsucht sämtliche Microsoft-Anwendungen angefangen von Office bis Outlook: Insgesamt werden von ihr mehr als 200 Dateitypen erkannt.

Die Suche kann direkt vom der Desktopleiste, dem Internet Explorer oder Outlook aus erfolgen und listet die Fundstellen übersichtlich auf. Die Ergebnisse lassen sich filtern und sortieren, so dass man auch bei großen Listen den Überblick nicht verliert.

Damit nicht jedes Mal zum Beispiel die Office-Suite gestartet werden muss, um ein gefundenes Word-Dokument zu öffnen, wurde in Windows Desktop Search eine Dateivorschau eingebaut. Das gleiche gilt für E-Mails. Gefundene E-Mails können direkt aus der Suchmaschine heraus beantwortet oder weitergeleitet werden. So spart man sich das Öffnen von Outlook und kann direkt weiter arbeiten.

6. xfriend
Die Desktopsuchmaschine xfriendist zwar die einzige kostenpflichtige Anwendung, die wir vorstellen wollen, aber sie hat es in sich. xfriend durchsucht lokale und Netzwerklaufwerke und kann sogar Wechseldatenträger wie USB-Sticks und externe Festplatten einlesen. Das Hauptprogramm kann mit der xfriend Deskbar aufgewertet werden, die separat installiert wird. Über diese Deskbar kann direkt von der Windows Taskleiste, dem Windows Explorer und dem Internet Explorer aus die Suche mit xfriend gestartet werden.xFriend durchsucht die Microsoft Office-Programme, OpenOffice, reine Text- und HTML-Dateien und diverse Multimedia-Dateien. Dazu zählen neben MP3-Tags auch Windows Audio, Ogg Vorbis, Videos wie Quicktime und AVI sowie Bilder in den gebräuchlichsten Formaten wie JPEG, GIF, PNG und TIFF.

Naturgemäß bieten Bild- und Videodateien weniger Erfassungsmöglichkeiten für eine Desktopsuche, doch gibt sich xFriend hier vorbildlich. Das Programm forscht auch in den sogenannten Metainformationen, die in den Multimediadateien integriert werden können. Bei Fotos werden nicht nur EXIF-Daten sondern auch IPTC-Felder erfasst, wenn sie denn ausgefüllt wurden. Dort liegen Informationen, die der Fotograf zum Motiv vergeben hat.

Eine Internetsuche über diverse Standardsuchmaschinen wie Google, Altavista, Bluewin, Google, Microsoft Live, Ask, Lycos und Yahoo ist in xfriend ebenfalls integriert. So wird auf Wunsch aus der lokalen eine globale Suche.

Die Suchmaschine kann nicht nur stur nach dem eingegebenen Begriff suchen sondern beh,errscht Boolesche Operatoren, Wildcards und kann mit einer phonetischen Suche auch nach ähnlichen Wörtern suchen.

Die Trefferliste lässt generell eine Filterung nach Dateitypen und Formaten sowie nach dem Datum und dem Speicherort zu. E-Mails und Termine lassen sich auch nach einzelnen Feldern recherchieren. So kann man nur nach Absendern, dem Betreff oder einem bestimmten Terminzeitraum suchen.

xfriend läuft sowohl unter Windows als auch unter Linux und kann 30 Tage lang kostenlos ausprobiert werden. Die Vollversion kostet 19,95 Euro.

Die Sicherheitsfrage
Eine Desktop-Suchmaschine ermöglicht jedem, der auf deinem Rechner arbeitet, sehr schnell herauszubekommen, was du so gespeichert hast. Zum Glück kann jedes der hier vorgestellten Programme so eingestellt werden, dass nur bestimmte Pfade auf dem Rechner in den Index gelangen. So können Verzeichnisse oder Dateitypen ausgeschlossen werden, die nicht von der Desktopsuchmaschine erfasst werden sollen. Besonders wichtige Dateien sollten verschlüsselt werden. Dann ist es ausgeschlossen, dass eine Desktop-Suchmaschine darauf zugreifen kann. Eine kostenlose und sichere Software wie AxCrypt reicht schon aus.

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