Duke Nukem Forever

Einen Überblick über dieses Spiel zu verschaffen ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. Schließlich gilt Duke Nukem Forever als der größte Hype bzw. Treppenwitz der Videospielgeschichte. Womit wir auch schon beim Thema wären. Die Erwartungen an dieses Spiel könnten nicht unterschiedlicher sein. Für die einen ist es schlicht der (un)heilige Gral der Shooter. Für die anderen ist es ein maßlos überschätztes Relikt aus der Gameplay-Steinzeit. Allein diese Ambivalenz macht das Spiel so interessant.

Seit Duke Nukem Forever 1997 auf der E3 erstmals angekündigt wurde ist viel Wasser den Rhein hinabgeflossen. Zu dem damaligen Zeitpunkt war die eigentliche Ankündigung des Spiels aber kaum etwas Besonderes. Die zweidimensionalen Jump & Run Vorgänger der Reihe hatte zwar ihren derben Humor begründet, und die erste Shooterumsetzung (Duke Nukem 3D) eine gewisse Populartät erlangt – doch gemessen am heutigen Hype, war die damalige Ankündigung von Duke Nukem Forever eher eine Marginalie der Gamesbranche. Was den Duke zu etwas Außergewöhnlichem machte -  war eher sein Scheitern.

Nach zahlreichen technischen Fehlentscheidungen, verschlafenen Entwicklungen, verkrampften Neustarts, unschönen Streitfällen und schließlich der Übernahme durch Gearbox Software (Borderlands, Brothers in Arms) ist es also soweit. Duke Nukem Forever wird definitiv erscheinen. Wahrscheinlich schon am 1. Februar 2011. Bleibt die Frage, ob sich die 14 Jahre Entwicklungszeit gelohnt haben oder ob aus der coolen Sau, eine altersschwache Lachnummer geworden ist.

Die ersten Eindrücke aus Messedemos, Trailern und Interviews zeigen, dass das Spiel durchaus seine Stärken hat. So spricht das bisher gezeigte Material, ebenso wie die verkündeten Pläne des Chefentwicklers Randy Pitchford, für einen unterhaltsamen und kurzweiligen Joyride ohne jeglichen Anspruch an Political Correctness. Das ist zumindest genau das, was sich die Fans der Serie erhofft haben. Anspruchsvollere Spieler versucht der Duke vor allem mit Abwechslung und Detailreichtum zu locken. So wird er erneut auf ein ungewöhnliches Waffenarsenal (Stichwort: Schrumpfkanone) zugreifen können, welches er in den unterschiedlichsten Szenarien verwenden darf.

Die lange Entwicklungszeit hat jedoch auch sehr deutliche Nachteile für den patriotischen Weltenretter. Während man es dem Spiel noch verzeihen kann, dass es auf ein längst untergegangenes Männerbild setzt – immerhin haben sich The Expendables um Sly Stallone auch recht gut an den Kinoklassen geschlagen – sind die unzeitgemäße Optik, die altmodischen Skriptevents und das lineare Leveldesign schlicht (gelber) Schnee von gestern. Was uns besonders stört: Das Spiel nimmt sich zu keinem Frame wirklich ernst, verpasst es aber mit knackigen Explosionen und überzeichneter Action, seinem Krachbumm-Geist auch wirklich gerecht zu werden. Im Gegenteil. Der Duke wirkt hier fast altbacken. Auch sind die Kämpfe recht anspruchslos gestaltet und scheinen kein taktisches Vorgehen zu erfordern.

So oder so – der Duke kommt!  Das Altherren-Event wird sicher unterhaltsam, und so werden sich auch wieder Käufer für den gestrigen Helden finden. Bis dahin könnt ihr euch anhand unserer Screenshots und Trailer selbst mit dem Duke anlegen.

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