Frauen stehen zumindest in der Theorie dieselben beruflichen Wege offen, die auch Männer gehen dürfen. Trotzdem arbeiten in Deutschland und weltweit immer noch weitaus weniger Frauen als Männer in der Tech-Branche. Damit sich das Stück für Stück ändert, unterstützen viele große Tech-Unternehmen mit Kampagnen und Organisationen aufstrebende weibliche Tech-Interessierte.

 

Apple

Facts 

Am 8. März jährt sich der Internationale Frauentag. Was Anfang des 20. Jahrhunderts als sozialistische Bewegung für Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen begann, ist seit 1975 ein internationaler Feiertag, an dem auf Missstände aufmerksam gemacht und berühmte weibliche Pioniere wohlverdient geehrt werden. Dem schließen sich seit einigen Jahren auch große Unternehmen an – allen voran Tech-Giganten wie Google und Amazon.

Und auch in diesem Jahr machen zahlreiche Unternehmen wieder auf den Internationalen Frauentag aufmerksam, der dieses Mal unter dem Motto „Each for Equal“ steht – „Jeder für Gleichberechtigung“.

Apple: Behind The Mac zum Internationalen Frauentag

Apple ist eines der ersten Unternehmen, die in diesem Jahr ihr Kampagnen-Video zum Internationalen Frauentag veröffentlicht haben. In diesem zeigen sie 17 wichtige Frauen, unter anderem Menschenrechtlerin Malala Yousafzai, Sängerin Lady Gaga und Talk-Show-Host Lilly Singh. Zudem gibt es für Apple-Nutzer im ganzen März über 5.000 „Today at Apple“-Veranstaltungen im lokalen Apple Store, bei denen inspirierende weibliche Personen aus Musik, Film, Serien und mehr auftreten werden.

Außerdem gibt es eine kuratierte Sammlung an Serien und Filmen von und mit wegweisenden Frauen bei Apple TV. Und genau am 8. März geht sowohl ein neuer Podcast namens „Changing the Narrative“ wie auch eine besondere Apple-Watch-Activity live. Alle Aktionen zum Frauentag im Überblick findet ihr auf der offiziellen Webseite von Apple.

Google's eigene Organisation Women Techmakers

Seit 2014 ermöglicht Google durch die eigene Organisation Women Techmakers globale Initiativen und Programme, die das Ziel haben, Frauen in der Tech-Branche zu empowern. Natürlich werden sie auch zum Internationalen Frauentag eine Aktion starten. Wegen des Coronavirus wurden die geplanten Workshops und Vorträge leider gestrichen.

Trotzdem fällt der Frauentag natürlich nicht ins Wasser: Schon jetzt könnt ihr mit Google Assistant interessante Informationen zum Feiertag erfahren. Sprecht ihr zum Beispiel „Ok Google, Happy International Women's Day“ in euer Smartphone, lernt ihr etwas über eine von vielen außergewöhnlichen Frauen. In unserem Fall ist das die moderne Inuit-Künstlerin Pitseolak Ashoona, die wir selbst noch nicht kannten. Ein tolles Feature – und bestimmt folgen am 8. März noch weitere Huldigungen von Google.

Amazon: Amplify-Initiative und Highlight-Artikel für Frauen im eigenen Unternehmen

Amazon wurde 2019 von der globalen Initiative „Women in Tech“ zum „Female Tech Employer“, also dem „Unternehmen für Frauen in der Tech-Branche“ gekürt. Im selben Jahr startete das Unternehmen die eigene Initiative Amazon Amplify, mit dem der E-Commerce-Gigant den Weg dafür ebnen will, dass mehr Frauen in der Tech-Branche arbeiten wollen. Dieses Engagement wird auch in diesem Jahr konsequenz weitergeführt.

Playlists von & für starke Frauen auf Amazon

Auf dem eigenen Blog stellt Amazon zahlreiche Frauen aus dem eigenen Unternehmen vor, unter anderem die promovierte Informatikerin und Linguistin Ute Heinze, die maßgeblich an der Entwicklung von Alexa beteiligt ist. Oder Natalya Radünz, die eine der wenigen RME-Planerin für die Instandhaltung von Transportrobotern und Förderbändern im Logistikzentrum von Amazon zuständig ist.

Microsoft: Top-Entwicklerinnen stellen sich vor

Auch Microsoft widmet auf dem eigenen Tech-Community-Blog den eigenen Mitarbeiterinnen einen eigenen Post. Drei Frauen aus dem ITOpsTalk-Team teilen darin Erfahrungen aus der eigenen beruflichen Laufbahn.

Netflix: Trailer „Because She Watched“ zum Frauentag

Netflix empowert Frauen sogar mit einem extra angefertigten Trailer, bestehend aus Szenen bekannter Netflix-Serien und -Filme, in denen Frauen eine zentrale Rolle spielen. Zusammen mit UN Women hat Netflix die Film- und Serien-Sammlung „Because She Watched“ oder auf Deutsch „Weil sie es angesehen hat“ veröffentlicht, die von Frauen hinter und vor der Kamera zusammengestellt wurde. Sie ist das ganze Jahr auf Netflix verfügbar und kann mit einem Abonnement geschaut werden. Unter anderem finden sich darin Queer Eye, The Crown und Julie & Julia. Perfekt für einen entspannten Frauentag auf der Couch, aber auch jeden anderen Tag vor dem Fernseher.

 

Spotify: Die 50 besten Künstlerinnen zum Frauentag

In eine ähnliche Richtung geht die Frauentags-Aktion von Spotify: Das Unternehmen hat eine Playlist mit den 50 besten Künstlerinnen zusammengestellt. Darin finden sich Lieder von Lady Gaga, Beyoncé und natürlich Billie Eilish. Im selben Zug hat Spotify auf dem eigenen Blog auch eine Statistik mit den fünf erfolgreichsten Künstlerinnen und Podcasts mit weiblichen Hosts 2020 veröffentlicht:

Künstlerinnen

  1. Billie Eilish
  2. Taylor Swift
  3. Ariana Grande
  4. Halsey
  5. Camila Cabello

Podcasts

  1. My Favorite Murder
  2. Crime Junkie
  3. Call Her Daddy
  4. Mordlust
  5. Morbid: A True Crime Podcast

Noch mehr tolle Frauen aus der Tech-Branche und was sie in der Welt bewirkt haben:

Bilderstrecke starten(18 Bilder)
17 Frauen aus der Tech-Branche, die ihr unbedingt kennen solltet

Warum feiern Tech-Unternehmen überhaupt den Internationalen Frauentag?

All diese Unternehmen feiern also den Internationalen Frauentag – aus gutem Grund: Obwohl der Frauenanteil an allen Erwerbstätigkeiten in Deutschland inzwischen nahezu deckungsgleich mit dem Männeranteil ist, sind Frauen in der Tech-Branche immer noch unterrepräsentiert. Laut einer Studie von Statista Anfang 2018 arbeiten gerade einmal 16,6 Prozent Frauen in der IT-Branche. Und selbst in dem Land mit dem größten Frauenanteil in der IT-Branche, Bulgarien, arbeiten gerade einmal 30,3 Prozent Frauen in der IT – deutlich weniger als in anderen Gewerben.

Mit gezielten Kampagnen und Organisationen wollen Tech-Unternehmen genau das ändern: Sie betonen die Wichtigkeit der Arbeit ihrer weiblichen Angestellten und fördern neue Talente. Das bewirkt vor allem eines: Repräsentation. Vor einigen Jahren gab es kaum Vorbilder für junge Mädchen, die Talente in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zeigten, außerdem galt, dass Mädchen signifikant schlechter in solchen Fächern waren als Jungs – auf wen das nicht zutraf, galt als Sonderling.

Inzwischen wurde die vermeintliche Schwäche wiederlegt, es gibt zahlreiche Unternehmerinnen und Entwicklerinnen, an denen sich junge Mädchen mit wissenschaftlichen Interessen orientieren können. Und insofern streben auch viele Unternehmen nach weiblichem Nachwuchs – warum auch nicht, wenn sie das gleiche leisten können?

Quiz: Was weißt du über Apple?

Lisa Fleischer
Lisa Fleischer, GIGA-Expertin für Wearables, Haushaltsgeräte, Instagram und App-Tipps.

Ist der Artikel hilfreich?