Ein letztes Mal packt Agent 47 die schallgedämpfte Pistole ein, schmeißt sich in seinen Anzug und richtet seine Krawatte – denn mit Hitman 3 bringt Entwickler IO Interactive die Geschichte rund um die Geheimorganisation Providence zum Abschluss. GIGA konnte vorab einen ersten Blick auf das neue Meuchelabenteuer des Auftragskillers werfen. 

 
Hitman 3
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Hitman 3

Never change a running system! Einer der Grundsätze der IT-Branche scheint auch bei Hitman-Entwickler IO Interactive Teil des Mantras zu sein. Statt großer Revolutionen und phänomenalen Neuerungen bietet Hitman 3 vor allem eines: mehr vom Gleichen. Das ist jedoch nicht unbedingt negativ zu verstehen, wie wir in der Vorschau feststellen dürfen. Dank eines Kniffs schaffen es die Entwickler in einem Level dem betagten Gameplay einen neuen Anstrich zu verpassen – das dürfte vor allem „alten Hasen“ gefallen.

Bock auf einen kleinen Nostalgie-Trip? Wir fassen die Reise von Agent 47 noch einmal kurz und knackig zusammen:

Hitman: To Go - Die Karriere des besten Assassinen Abonniere uns
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Hitman 3 in der Vorschau: Vom prunkvollen Wolkenkratzer zum alten Herrenhaus

Mit Hitman 3 spendiert IO Interactive dem Abenteuer von Agent 47 seinen wohlverdienten Abschluss. Wir durften uns bereits eine Preview-Version des Spiels anschauen, welche uns einen Einblick in die ersten beiden Schauplätze der Meuchel-Sandbox gewährte.

In Dubai verschlägt es Agent 47 in die obersten Stockwerke eines prunkvollen Wolkenkratzers, in denen gerade ein ausschweifendes Event abgehalten wird. Da wir unsere Eintrittskarte für die Party verlegt haben, landen wir mit dem Fallschirm auf der äußeren Fassade des Gebäudes und verschaffen uns dank unseres neuesten Gadgets Zugang über ein Fenster: einem Fotohandy.

Mit der Knipse können wir an vordefinierten Stellen Beweisfotos von Dokumenten und anderen Objekten machen, die uns bei der Verfolgung bestimmter Ziele helfen. Zudem kann sie auch dafür genutzt werden, um zuvor zusätzliche Wege aufzusperren. Ein nettes Gadget, das die Hitman-Formel jedoch nicht revolutioniert.

In der Location angelangt, erwartet uns ein prächtiger Anblick. Durch die riesigen Fenster des Turms fällt das Sonnenlicht und flutet den Raum mit wunderschönen Lichtstrahlen, Reflexionen und Schattenwürfen. Keine Frage, Hitman 3 ist der mit Abstand schönste Teil der Reihe.

In Dubai lässt Hitman 3 innerhalb weniger Minuten wahrlich die Grafikmuskeln spielen. (Bild: IO Interactive)

Das zeigt sich auch am zweiten Schauplatz Dartmoor. In der regnerischen Hügellandschaft Südenglands müssen wir ein altes Herrenhaus mit anliegendem Garten infiltrieren. Auch hier gibt sich die Optik von Hitman 3 keinerlei Blöße – kann sowohl innerhalb der vier Wände als auch an der frischen Luft überzeugen. Beide Schauplätze wirken unglaublich organisch und bieten trotz ihrer glaubhaften Konstruktion genug Möglichkeiten, um die Stärken von Agent 47 auszuspielen.

Hitman 3 – offizieller Gameplay-Trailer

Hitman 3 in der Vorschau: Agent 47 bleibt sich selbst treu

Für Serienfans bietet Hitman 3 vor allem bewährte Standardkost. Man durchstreift die Umgebung, sucht nach seinen Zielen und verschafft sich selbst eine Möglichkeit, um sie möglichst unbemerkt um die Ecke zu bringen. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Arsenal an Waffen und Werkzeugen nicht sonderlich angewachsen. Das mag im ersten Moment negativ klingen, sorgt im Umkehrschluss jedoch dafür, dass sich Spieler der letzten beiden Teile direkt wieder wie zu Hause fühlen.

Das Problem: Für Hitman-Profis könnte das Spiel etwas zu einfach zu sein. Binnen weniger Minuten offenbarten sich uns schon im ersten Anlauf passende Möglichkeiten, um unsere Ziele zu beseitigen und ungeschoren davon zu kommen.

"Was passiert eigentlich, wenn ich ..." – auch in Hitman 3 entfalten die Schauplätze erst dann ihren ganzen Charme, wenn ihr sie mehrmals spielt. (Bild: IO Interactive)

Doch die wahre Faszination der Schauplätze offenbart sich sowieso nicht direkt im ersten Versuch. Auch die ersten beiden Schauplätze von Hitman 3 halten für alle Spieler wieder genug Überraschungen und unterschiedliche Mordmöglichkeiten bereit, sodass man selbst nach einem halben Dutzend Anläufen noch nicht alles gesehen hat.

Wie in den Vorgängern gilt: Ob ihr am Ende das Ableben eurer Zielperson als tragischen Unfall inszeniert, sie im Klo ertränkt oder am Ende doch zur Schusswaffe greift, bleibt ganz euch überlassen. Beide Schauplätze bieten euch mehr als genug Freiraum, um eurer Fantasie freien Lauf zu lassen.

Agent 47 „wechselt die Seiten“ – Hitman 3 bietet eine geniale Überraschung

Trotz der angestaubten Gameplay-Mechanik hält Hitman 3 auch eine Überraschung für die Spieler bereit. So kann Agent 47 in Dartmoor „die Seiten wechseln“ und in der Rolle eines berühmten Detektivs einen zuvor vorgefallenen Mordfall aufklären. Dafür sammelt ihr überall im Anwesen Spuren und Hinweise, sprecht mit den Verdächtigen, um Alibis und mögliche Motive abzuklären und stellt den kaltblütigen Killer am Ende eurer Ermittlungen.

Ein Killer ist unter uns! Und nur Detektiv 47 hat die Expertise, um den Täter zu überführen. (Bild: IO Interactive)

Ein herrlicher Spaß, der auch uns bereits während der Spurensuche Vermutungen aufstellen lassen hat. Wirklich anspruchsvoll ist das Aufklären des Falls am Ende zwar nicht, bringt aber dennoch genau den frischen Wind mit sich, den die Hitman-Reihe so dringend nötig hat. Wir hoffen inständig, dass auch die anderen vier der insgesamt sechs Schauplätze mit derartigen Überraschungen aufwarten können.

Vorschau: Hitman 3 – unser erstes Fazit

Nach den ersten beiden Schauplätzen können wir noch kein finales Fazit zu Hitman 3 geben, ein erstes Urteil wollen wir uns dennoch erlauben. Der Abschluss der neuen Trilogie bietet für Fans der Reihe genau das, was sie wollen und erwarten: 6 neue Schauplätze, in denen sie sich nach Lust und Laune austoben können.

Große Änderungen an der Erfolgsformel gibt es aber nicht. Wer bislang nichts mit der neuen Hitman-Reihe anfangen kann, darf auch den dritten Teil bedenkenlos links liegen lassen – zumal die Story nahtlos an die beiden Vorgänger anknüpft. Wer die nicht kennt, hat ein Problem.

Ein letztes Mal übernimmt Agent 47 die Rolle Todesengel – mit Hitman 3 findet die Geschichte des Auftragskillers seinen Abschluss. (Bild: IO Interactive)

IO Interactive bleibt dem Hitman-Rezept treu, dreht lediglich an ein paar kleinen Stellschrauben und fügt winzige Neuerungen hinzu. Diese verfeinern zwar das Gameplay, sind jedoch abseits vom „Murder Mystery“ in Dartmoor kaum der Rede wert. Ob sich das in den späteren Levels noch ändert, bleibt abzuwarten und zu hoffen. Denn selbst das eigene Leibgericht wird einem irgendwann zu viel, wenn man es zu oft hintereinander vorgesetzt bekommt.

Hitman 3 erscheint am 20. Januar 2021 für PlayStation, Xbox, PC und Google Stadia, die Version für Nintendo Switch folgt später. Auf der PS4 steht Spielern zudem ein exklusiver VR-Modus zur Verfügung.