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Deutsche sauer: Bundesregierung macht Passfotos teurer – das ändert sich

© Pixabay

Der deutsche Staatsbürger darf sich wieder aufregen, denn die Bundesregierung macht Passfotos, Personalausweis und Reisepass teurer. Schuld ist ein neuer Zwang. Was ändert sich in der Zukunft? GIGA klärt auf.

Wie die Kollegen von Golem berichten, beschloss das Bundeskabinett in der letzten Woche einen neuen Gesetzentwurf, der die Verwendung von Passfotos für behördliche Ausweispapiere in Zukunft regelt und konkretisiert. Demzufolge sind demnächst nur noch rein digitale Passfotos zulässig – eigene Bilder auf Papier mitbringen scheidet somit also aus. Allerdings kann und darf man wohl auch nicht einfach selber Passfotos digital mit dem Smartphone oder der eigenen Kamera anfertigen.

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Passfotos nur noch digital: Zusatzgebühren für Bürger

Stattdessen werden die circa 5.500 Pass- und Ausweisbehörden bundesweit mit entsprechenden Selbstbedienungsterminals ausgestattet. Das kostet natürlich – 177 Millionen Euro für die Anschaffung, für die Wartung jährlich auch noch mal 12 Millionen Euro. Die holt sich der Staat selbstredend direkt vom Bürger. In den ersten fünf Jahren nach Einführung kommen deshalb pro Ausweis noch zusätzliche Gebühren in Höhe von 4 bis 6 Euro drauf.

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Anfänglich sollten diese Terminals die ausschließliche Möglichkeit für die neuen, digitalen Passfotos darstellen. Im neuen Entwurf werden aber auch Fotostudios und Fotografen berücksichtigt. Auch die dürfen noch Bilder machen, aber nur wenn diese die Fotos über eine gesicherte Verbindung an die Meldeämter senden können – wird wahrscheinlich auch wieder extra kosten. Übrigens: Die zusätzlichen Gebühren für den Ausweis fallen womöglich dennoch an.

So läuft es bisher, bei den Passfotos wird sich aber einiges ändern:

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Ergo: Passfotos werden am Ende teurer. Denn was auch nicht mehr möglich ist – einfach mehrere, analoge Abzüge für verschiedene Ausweise und Reisepässe verwenden. Dies sorgt für Unmut, nicht nur bei den deutschen Bürgern, sondern auch bei den professionellen Fotografen, denen eine wichtige Einnahme wegbricht. Die Mehrheit dürfte nämlich einfach die Selbstbedienungsterminals bei den Meldebehörden nutzen, die Fotografen gehen leer aus.

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Solche hübschen Bilder darf mein weiterhin machen, eigene Passfotos wohl eher weniger:

Hintergrund: Der Manipulation keine Chance

Und warum verärgert uns die Bundesregierung damit überhaupt? Alles im Dienste der Sicherheit. Denn in der Vergangenheit wurden schon Ausweispapiere mit manipulierten Passfotos tatsächlich ausgegeben. Diese Bilder waren derart bearbeitet worden (Morphing), dass am Ende mehrere Personen einen einzigen Pass nutzen konnten. Dies gilt es in Zukunft zu verhindern. Wann aber der Gesetzentwurf letztlich in den Bundestag zur Abstimmung eingebracht wird, ist noch nicht bekannt.

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