Hitman 2: Mehr vom Gleichen oder eine echte Fortsetzung?

Alexander Gehlsdorf

Agent 47 kehrt zurück und stellt sich nach dem episodischen Hitman: Season 1 wieder einem zusammenhängenden Abenteuer. Wir durften schon einmal Probespielen.

HITMAN 2 – Kolumbien Trailer.

Heißt es jetzt eigentlich Hitman 2 oder Hitman: Season 2? Die Frage habe ich mir auch auf dem Weg nach Hamburg gestellt, wo ich neben dem von der gamescom bekannten Miami-Level auch den neusten Ausflug nach Kolumbien spielen durfte.

2016 erschien Hitman: Season 1 noch in einem Episodenformat. Zwar wurde das Spiel von der Kritik gefeiert, das neuartige Release-Modell rief bei den langjährigen Fans der Serie jedoch gemischte Gefühle hervor. Tatsächlich verlor der damalige Publisher Square Enix den Glauben in das Projekt und gab das Studio IO Interactive zum Verkauf frei — eine Chance, die von den Entwicklern genutzt wurde, die sich die Rechte an Hitman selbst sicherten und fortan unabhängig arbeiten konnten. Der Weg für Hitman 2 war frei.

Der größte Unterschied dabei: Hitman 2 erscheint als Vollversion mit allen Inhalten, eine Staffelung der Episoden wie im Vorgänger wird es nicht mehr geben. Deshalb eben auch Hitman 2 und nicht Hitman: Season 2. Eine echte Fortsetzung verlangt aber auch nach echten Neuerungen.

Schneller, höher, weiter

Wirklich neu ist in Hitman 2 auf den ersten Blick nichts, stattdessen folgt die Fortsetzung der Prämisse bigger and better. Größere Level, mehr Möglichkeiten, mehr Waffen und so weiter und so weiter.

Da wäre zum einen das Miami-Level, das auf einer gigantischen Rennstrecke spielt. Hunderte NPCs wuseln über die Karte, die aus Garagen, Werkstätten, Show Floor, VIP-Area, Rennstrecke, Eingangsbereich und zahlreichen anderen Einrichtungen besteht, die dafür nötig sind, die Szene zum Leben zu erwecken.

Auf der To-Do-Liste stehen diesmal ein wohlhabender Ingenieur, der seine neuste Motorsport-Sensation präsentiert und dessen Tochter, die auf der Rennstrecke den ersten Platz sichern will. Der bekannte Hitman-Reiz steckt auch diesmal im perfekt choreografierten Ableben der beiden Unglücksraben, idealerweise im Rahmen eines tragischen „Unfalls“. Sind nicht gerade Autorennen für besonders verheerende Unglücksfälle bekannt?

In Kolumbien sind es hingegen gleich drei Ziele, die ausgeschaltet werden sollen, um einem Drogen-Imperium den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wie in den Vorgängern besteht ein Großteil der Spielzeit dabei nicht aus den eigentlichen Morden, sondern der umfangreichen Planung, Vorbereitung und Erkundung der Level.

Beim Entspannen an der Bar erfährt Agent 47 etwa, dass der lokale Drogenbaron ein Tattoo an seinem Hals ausbessern will und dafür einen Star-Tätowierer angeheuert hat. Sich mit heißer Nadel der Kehle des Zielobjekts unbemerkt nähern zu dürfen, das klingt durchaus verlockend

Spiel’s noch einmal, Sam…

Was aber die wahre Faszination von Hitman ausmacht ist nicht das einmalige absolvieren der Missionsziele, sondern der zweite, dritte oder sogar zehnte Anlauf. Noch während des Events beginnt der Austausch mit den Kollegen: „Hast du das Rattengift gefunden?“„Du kannst auch die Statue sabotieren, aber wo finde ich das Werkzeug?“ „Wusstest du, dass du dich auch als Schamane verkleiden kannst?“

Die Level in Hitman sind mit so vielen Details und Möglichkeiten gefüllt, dass die größte Stärke des Spiels in seinem Wiederspielwert steckt. Auch das war bereits im Vorgänger so. Eine echte Neuerung gibt es dann aber doch.

Traditionell ist Hitman ein Herausforderung für Einzelspieler. Du wirst in ein großes Level geworfen, dir wird eine Zielperson zugewiesen und die Erkundung der Umgebung kann beginnen. Das ist auch im neuen Ghost-Modus so, jedoch mit einem Clou: Ein zweiter Spieler versucht parallel genau das selbe.

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Das hört sich im ersten Moment nach einer simplen Speedrun-Challenge an, ist aber deutlich komplexer als das. Beide Spieler agieren in ihrer völlig eigenen Version des Levels, können dabei aber stets die Position des Kontrahenten sehen und so dessen Fortschritt im Blick behalten. Außerdem gibt es eine Reihe Items, die es ermöglichen, auf die Umwelt des Gegenspielers Einfluss zu nehmen, allen voran die Ghost-Münzen.

Wirfst du das spukende Klimpergeld auf den Boden alarmiert das nämlich nicht nur die Charaktere in deinem eigenen Level, sondern auch die in der Umgebung deines Gegners. Das ideale Werkzeug also, um auch den sorgfältigsten Plan in letzter Sekunde sabotieren zu können.

Wie die Fans und Hitman-Veteranen auf den neuen Modus reagieren stellt sich ab dem 13. November 2018 heraus. Dann erscheint Hitman 2 für PC, PlayStation 4 und Xbox One.

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