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Mortal Kombat 1 im Test: Brutal durchgestyltes Reboot

Im Reboot Mortal Kombat 1 hat jeder bekannte Charakter eine neue Hintergrundgeschichte. (© GIGA / Warner Bros. Games)
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Das zweite Reboot der blutigen Kampfspielreihe verpasst jedem Charakter eine neue Hintergrundgeschichte. Auch den Klassikern. Genau dieser Remix aus frischem Story-Modus und nur leicht verändertem Gameplay hat brutale Durchschlagskraft. Wenn auch nicht in jedem Spielmodus.

Braucht ein Prügelspiel einen Neustart?

Nicht wirklich. Aber im Falle von Mortal Kombat 1 ist der Neuanfang konsequent und alternativlos. Immerhin haben die Entwickler von Netherrealm am Ende des Vorgänger-DLC, Mortal Kombat 11 Aftermath, ein komplett neues Universum erschaffen. Und davon profitiert ihr, denn alles fühlt sich neu und gleichzeitig vertraut an.

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Für die Vertrautheit sorgen bekannte Gesichter. Denn der zur Gottheit aufgestiegene Liu Kang, schon seit der Spielautomatenversion von 1992 mit dabei, hat zwar ein alternatives Universum kreiert, jedoch mit den klassischen Charakteren. Neu daran ist, dass jeder von ihnen eine völlig neue Rolle bekleidet.

Bis jetzt kennt ihr Scorpion und Sub-Zero als lebenslange Feinde. In Mortal Kombat 1 sind sie loyale Brüder. Und Raiden ist als Gott des Donners auf einmal ein normaler Sterblicher. Diese Neuinterpretationen fallen besonders im Story-Modus positiv auf.

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Mortal Kombat 1 (PlayStation 5)
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Darum ist der Story-Modus überragend

Im Gegensatz zu Genre-Konkurrenten hat Netherrealm in seinen letzten Ablegern den Story-Modus nie vernachlässigt. Das merkt ihr auf Anhieb an der Präsentation von Mortal Kombat 1.

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Die Zwischensequenzen gefallen durch filmreife Kamerafahrten, authentische Gesichtsausdrücke der Protagonisten und nahtlose Übergänge in das Kampfgeschehen.

Der Story-Modus ist in 15 Kapitel unterteilt. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Auch die Balance zwischen Erzählungen und Kämpfen ist gelungen, weil keines von beiden komplett dominiert.

In sieben Stunden Spielzeit bekommt ihr es mit einer unterhaltsamen Mischung zu tun. In den Kämpfen ganz die Splatterkomödie und in den Zwischensequenzen mit dem Humorlevel einer Zeichentrickserie. Es ist alles charmant witzig, gleichzeitig aber auch einfach gehalten, aufgrund inflationärer Einzeiler. Dennoch passt das alles wunderbar ineinander und harmoniert.

An dieser Stelle gibt es bewusst keine weiteren Infos zur Handlung der Geschichte. Denn das Herausfinden der Charakter-Biografien samt Höhe- und Wendepunkten ist der größte Spaß an sich.

Es gibt eine tiefgreifende Gameplay-Neuerung

Im Spiel könnt ihr euch zwischen 22 Kämpferinnen und Kämpfern entscheiden. Nummer 23, nämlich Shang Tsung, bekommt ihr nur als Vorbesteller oder gegen Echtgeld. Zum Thema Mikrotransaktionen kommen wir später nochmal zurück.

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Insgesamt erwartet euch ein Mix aus Charakteren der ersten drei Spiele und Veröffentlichungen aus den frühen 2000ern. Aber auch das fühlt sich frisch an, weil ihr viele von ihnen seit mehreren Jahren nicht mehr spielen konntet.

Mit dabei sind zum Beispiel Havik aus dem Chaosrealm (spielbar nach Abschluss des Story-Modus), der blinde Kämpfer Kenshi oder die Dämonin Ashrah.

Für den Kämpfer Johnny Cage gibt es den „Jean-Claude van Damme“-Skin. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Doch es gibt noch 20 weitere Charaktere (5 davon freispielbar und 5 kostenpflichtige im Kombat-Pack-1-DLC), die das Gameplay grundlegend verändern.

Auch wenn die Kämpfe und deren Abläufe von der Reboot-Thematik in großen Teilen unberührt bleiben, sind die 20 Kameo-Kämpfer die größte spielerische Neuerung. Selbst, wenn die Mechanik dreist von Capcom geklaut wurde.

So unterstützen euch die Kameo-Kämpfer

Neben eurem Hauptkämpfer bestimmt ihr für jeden Fight einen zusätzlichen Kameo-Charakter. Dieser lässt sich im Kampf auf Knopfdruck herbeirufen und führt Angriffe aus oder Kombos fort. Zur richtigen Zeit eingesetzt, könnt ihr so die Runde doch noch für euch entscheiden.

Außerdem könnt ihr Schwächen eures eigentlichen Kämpfers ausgleichen. Seid ihr flink und dafür weniger stark in euren Angriffen, kann euch beispielsweise Goro mit seiner Stärke unterstützen.

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In den Stages bewegen sich Personen im Hintergrund und die Bäume im Wind. Das verleiht den Stages Tiefe. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Doch die Kameos sind nicht die einzige Änderung im Vergleich zum Vorgänger. Die Geschwindigkeit der Kämpfe ist höher, was das Blocken der Attacken erschwert, aber die Konfrontationen spannender gestaltet.

Im Kontrast dazu stehen die eigentlichen Animationen der Kämpfer. Bewegen sie sich in einer Zwischensequenz flüssig und wirken lebendig, wirken ihre Bewegungen in Kämpfen leicht abgehackt, angelehnt an das 16-Bit-Zeitalter. Ob gewollt oder nicht: Es passt zu euren Steuerungseingaben, aber nicht zur sonst angewendeten modernen Optik.

Brutal, fatal und deshalb ab 18 Jahre

Wer zum ersten Mal Mortal Kombat 1 spielt, kann im Tutorial-Modus die Basics erlernen. Aber welche Kombos die besten sind, müsst ihr ausprobieren. Da hilft auch der leichteste von fünf Schwierigkeitsgraden nicht weiter. Hier könnte das Spiel zugänglicher sein.

Dafür sind die Finishing Moves namens Brutalities zurück. Mit einem Uppercut könnt ihr so den Kampf für euch entscheiden – vor seinem eigentlichen Ende. Identisch für alle Kämpfer ist die brutale Animation, bei der ihr wortwörtlich das Skelett eures Gegners aus dessen Körper schlagt. Mortal Kombat 1 ist sowas von für Leute ab 18 Jahren.

In Mortal Kombat 1 geht es hart zu Sache. Ganz klar ab 18 Jahren! (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Die Finishing Moves am Ende eines Kampfes rücken näher an eine Gratwanderung heran. Die Lücke zwischen übertriebener Gewaltdarstellung, über deren Absurdität man lachen kann und wirklich verstörenden Sequenzen, wird bei den Fatalities kleiner.

Dennoch war es in den Vorgängern noch brutaler und hier gibt es eher die plumpe Splatter-Action, wenn ihr beispielsweise mit Kenshis Samuraischwert euren Gegner der Länge nach zerteilt.

Ein neuer Modus und alte Bekannte

Für Einzelspieler ist Invasion als neuer Modus mit dabei. Auf einem Spielbrett betretet ihr nach und nach alle Felder und kämpft euch so nach oben. Das Ziel ist es, jeden zu besiegen und eure Charakterstufe mit manuell zuweisbaren Skillpunkten zu erhöhen.

Gleichzeitig könnt ihr temporär anwendbare Talismane erspielen und seid so in Kämpfen beispielsweise gegen Projektile geschützt. Oder ihr erhaltet für euren Kämpfer einen neuen Skin. Johnny Cage kann wie Jean-Claude Van Damme aussehen, wenn ihr mögt.

Der Invasion-Modus erinnert an ein Brettspiel. Gekämpft wird aber auch. (Bildquelle: Screenshot GIGA)

Aber all das verkommt schnell zum Grind. Selbst die errungene Spielwährung reicht fast nie aus, um viel kaufen zu können. Generell sind die Mikrotransaktionen für kosmetische Gegenstände dauerhaft präsent, was keine gute Entwicklung für Mortal Kombat darstellt.

Und auch die Vielfalt der Online-Modi ist gut, aber nicht sehr gut. Ranked, unrankend und King of the Hill sind verfügbar. Es sollen aber in Zukunft mehr dazukommen – und das sogar kostenlos.

Mortal Kombat 1 – Offizieller Launch-Trailer

Test-Fazit

Mortal Kombat 1 funktioniert als Reboot und für Kenner ausgezeichnet. Es gibt ein paar Elemente, die mit zum Besten im Kampfspiel-Genre gehören. Der Story-Modus ist so eines. Er ist optisch und erzählerisch so brutal gut wie noch nie. Und das um Kameo-Kämpfer und Brutalities erweiterte Gameplay unterhält auch noch nach Stunden.

Auch die Grafikqualität der Kombatanten und Stages ist vollumfänglich auf Current-Gen-Niveau angekommen. Zum Launch sind die wichtigsten Online-Modi enthalten und es sollen auf Dauer noch ein paar dazukommen. Und zwar kostenlos!

Einen großen Kontrast bildet der enttäuschende und auf Grinding ausgelegte Einzelspielermodus Invasion mit seinen Mikrotransaktionen. Und es gilt nach wie vor, dass Mortal Kombat insgesamt zugänglicher sein könnte für Anfänger. Ein paar Tutorials reichen noch nicht aus.

 

Wertung
8.5/10
“Mortal Kombat 1 funktioniert als Reboot und für Kenner in fast allen Bereichen ausgezeichnet. Der Story-Modus, die Präsentation und das Gameplay sind in keinem Mortal Kombat besser. Lediglich der neue Invasion-Modus enttäuscht aufgrund von Grinding und Mikrotransaktionen.”
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