Mit dem Smartphone durch Wände schauen: Walabot DIY ist ein Heimwerkertraum

Stefan Bubeck 5

Schau hinter die Wände deiner Wohnung und finde Kabel, Rohre, Bolzen und Ungeziefer: Der Walabot DIY verleiht Smartphones den „Röntgenblick.“ Wir haben das neue Gadget in den Räumlichkeiten der Redaktion vor dem Verkaufsstart in Deutschland ausprobiert.

Mit Walabot durch Wände schauen.

„Walabot verbindet sich mit Ihrem Telefon lässt Sie durch Dinge sehen“ – das verspricht uns der Hersteller eines kompakten Scanners, der kaum größer ist, als ein Smartphone. Bis zu 10 cm tief in Beton und Trockenbau schauen zu können, sollte durchaus nützlich für Heimwerker sein. Aber funktioniert das auch? Welche Technik steckt hinter dem „Superman-Blick“ im Hosentaschenformat? Das israelische Start-Up Vayyar Imaging steht hinter dem Walabot DIY und hat uns in Berlin besucht.

Walabots 3D-Imaging-Sensoren machen die Wand durchsichtig

Malcolm Berman (Director of Product) und seine Kollegin Noga Barpal (Special Projects Manager) sind im Auftrag von Vayyar unterwegs und erklären, was es mit Walabots geheimnisvoll anmutender „3D-Imaging-Technologie“ auf sich hat. Bevor sie in der Redaktion eintrafen, waren wir zugegebenermaßen etwas skeptisch – ein Gadget, das dermaßen nach James-Bond-Ausrüstung klingt? Das müssen sie uns jetzt erstmal zeigen, sonst glauben wir das nicht.

An Malcolms Smartphone ist ein Walabot DIY gekoppelt, auf dem Display ist eine weiße Fläche mit Raster zu sehen. Er hält das Doppelpack auf die Tischplatte im Konferenzraum, der Walabot zeigt nach unten. „Beweg‘ mal deine Hand unter dem Tisch entlang,“ sagt er zu mir. Ich greife unter den Tisch und staune nicht schlecht: Das Smartphone zeigt die Bewegung an. Was wir sehen, erinnert an Aufnahmen einer Wärmebildkamera. „So könnte man beispielsweise Nagetiere finden, die sich in einer hohlen Wand befinden,“ erklärt Malcolm.

Noga demonstriert uns, wie Walabot im Heimwerkeralltag zur Allzweckwaffe wird. Egal, ob es sich um eine Trockenbauwand oder massiven Beton handelt – der rechteckige Wunderkasten zeigt Wasserrohre, Kabel, Balken und überhaupt alles, was sich unter der sichtbaren Oberfläche befindet und sich in irgendeiner Form von ihr unterscheidet. Der Scanner verrät Tiefe und Standort der Hindernisse. Das erspart dem ambitionierten Heimwerker so das Abklopfen der Wand und einen eventuellen Schaden durch Anbohren einer Wasserleitung oder eines Stromkabels.

Walabot DIY: Radiowellen, Sensoren und eine smarte Software

Das Ding kann tatsächlich durch Wände schauen, so wie ein Radiologe in den Körper des Patienten blickt. Sind da etwa Röntgenstrahlen im Spiel? Noga und Malcolm beruhigen uns: Man braucht keinen Schutzanzug, denn der Walabot funktioniert mit Radiowellen, für das EU-Modell werden Frequenzen im Bereich von 6,3 bis 8.3 GHz verwendet. Die Magie des Walabots besteht darin, die Reflektionen verschiedener Materialien mit seinen 15 Sensoren aufzufangen und richtig zu interpretieren.

Die Hardware ist also nicht bahnbrechend neu – es ist vielmehr das Zusammenspiel des Antennen-Arrays in Kleinformat mit der integrierten Software, das den Blick durch die Wand erlaubt und sogar die Materialbeschaffenheit der verborgenen Elemente (z.B. „Holzbalken“) erkennen lässt.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit unserem Ersteindruck und dem Verkaufsstart des Walabots in Deutschland.

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