Android 8.0 Oreo: Alles, was ihr zur neuen Android-Version wissen müsst

Android 8.0 Oreo Ver. 8

Das Warten hat ein Ende: Nach mehreren Developer Previews hat Google gestern Abend den finalen Startschuss zu Android 8.0 gegeben. Auf welche Features ihr euch bei „Oreo“ freuen dürft und wann das neue Betriebssystem auf euer Smartphone kommt, erfahrt ihr hier. 

Warum „Oreo“?

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Android 8.0 Oreo ist gelandet

Bis zuletzt hat Google den Spitznamen der neuen Android-Version geheim gehalten. Wie üblich wird Version 8.0 nach einer Süßspeise benannt: „Oreo“, die leckeren Kekse mit der weißen Füllung, sind das Dessert-Beiwerk des Android-7-Nachfolgers. Ob Google wie seinerzeit bei Android 4.4 KitKat erneut eine Werbepartnerschaft mit der US-amerikanischen Firma Nabisco (Hersteller der Oreo-Kekse ) eingegangen ist und gemeinsame Marketing-Aktionen plant, ist noch unklar.

Android 8.0 Oreo: Die Basis wird verbessert

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Das ändert sich mit Android O

Genug des Vorgeplänkels, rein in die Materie. Welche Änderungen bringt Android 8.0 Oreo für das erfolgreichste mobile Betriebssystem der Welt? Mit der neuen Android-Version widmet sich Google den Grundlagen und verbessert diese: Vitals. Damit gemeint sind jene Organe, so die korrekte Übersetzung, die zum Leben unerlässlich sind. Übertragen auf ein Betriebssystem sind Vitals also jene Bestandteile, die das Grundgerüst bilden und auf denen alle Komfortfeatures à la Google Assistant fußen. Ohne Vitals, kein Betriebssystem – dessen ist sich auch Google bewusst und hat sich darum bemüht, besagte Vitals in Android 8.0 Oreo auf Vordermann zu bringen. Das bedeutet konkret: Android 8.0 Oreo ist schneller, effizienter und sicherer.

Video-Bild: google-i-o-17-google-keynote-android.mp4 (4)

Background Limits

Dafür hat Google etwa sogenannte Background Limits eingeführt, die übereifrige Hintergrunddienste ausbremsen. Folgende Szenarien standen im Fokus: Eine in den Hintergrund verschobene App verhält sich fortan auch entsprechend und aktualisiert in geringerem Maße – ob sie will oder nicht. Beim Newsfeed von Facebook oder vergleichbaren Anwendungen dürfte das besonders sinnvoll sein.

Des Weiteren müssen im Hintergrund aktive Dienste einen triftigen Grund haben, um weiterzulaufen. Bei der (abspielenden) Musik-App ist der Grund offensichtlich; die Dropbox-Entwickler müssten für ihre Foto-Synchronisation aber beispielsweise umsatteln, nämlich auf einen periodisch lauschenden Dienst. Ähnlich verhält es sich mit der Standortabfrage, die Hintergrund-Apps nur noch periodisch abfragen dürfen. In beiden Fällen bestimmt Android den Intervall.

Android Runtime, TensorFlow und Co.

Darüber hinaus hat Google die Android Runtime optimiert, die angeblich doppelt so schnell ist wie bei Android 7.0 Nougat. Das hat natürlich omnipräsente Auswirkungen auf das OS und Apps, die allesamt flüssiger laufen sollten. Ferner sind noch einige Verbesserungen hinsichtlich des Garbage Collectors dabei, der Code-Struktur und weiteren Details, die allesamt in einer besseren Performance münden.

Ein interessanter Aspekt ist die Implementierung von TensorFlow Lite. Bei TensorFlow handelt es sich um eine Bibliothek für maschinelles Lernen (machine learning), die Entwicklern quelloffen zur Verfügung steht. Mit der Lite-Version können unter Android 8.0 Oreo einige Aufgaben lokal berechnet werden, sind also hardwarebeschleunigt, die zuvor noch Anbindung an einen unterstützenden Server benötigten. Das spielt einigen Features in die Karten, die Google in Android 8.0 Oreo eingebaut hat.

Android O: Fluid Experiences

Womit wir schon bei den Fluid Experiences wären. So nennt Google all jene Features, die dazu dienen, eine reibungslose Nutzererfahrung zu ermöglichen – also im Endeffekt alles, was dem Komfort dient, und mehr Sahnehäubchen denn vital ist.

Smart Text Selection

Dazu zählt etwa Smart Text Selection, also intelligentes Copy & Paste. Das läuft in etwa so ab, dass der Nutzer eine Textstelle respektive Zeichenkette nur noch doppelt antippen muss, woraufhin Android 8.0 Oreo den Zusammenhang erkennt und den Inhalt markiert. Gedacht es ist das beispielsweise für Adressen, Telefonnummern oder auch Zitate. Dank TensorFlow dürfte dieses Feature auch offline funktionieren – andernfalls wäre es sicherlich auch nicht schnell genug, um praktisch zu sein.

Doch es geht noch weiter: Den erfassten Inhalt kann Android 8.0 Oreo dann noch interpretieren und bietet kontextuelle Verknüpfungen an. Um die obigen Beispiele wieder aufzugreifen, würde bei einer markierten Telefonnummer etwa die Telefon-App im Overflow-Menü erscheinen. Bei einer Adresse wäre Google Maps naheliegend, und so weiter.

Benachrichtigungskanäle

Eine weitere Baustelle sind Benachrichtigungen. Ja, Google hat mal wieder an dem Benachrichtigungssystem Androids geschraubt. Die Neuerungen wirken aber schlüssig und durchdacht, also kommen wir zur Sache:

Unter Android 8.0 Oreo können Benachrichtigungen in sogenannte Kanäle gruppiert werden. So kann es etwa einen Kanal für Erinnerungen aller Art geben, von Apps wie Notizen, die Google-App oder dergleichen. Ebenfalls naheliegend ist ein Kanal für Textnachrichten, WhatsApp und der Facebook Messenger sind hier die üblichen Verdächtigen. Eine App kann dabei auch verschiedene Kanäle speisen, so bietet Inbox beispielsweise sowohl Erinnerungen als auch Textnachrichten.

Der Sinn dahinter ist, dass der Nutzer die einzelnen Kanäle individuell einstellen kann. Das stellt quasi eine Weiterentwicklung des „Bitte nicht stören“-Modus’ dar. So können etwa Textnachrichten stumm bleiben, während Erinnerungen weiterhin erwünscht sind. Ferner könnte der Nutzer etwa Textnachrichten eine eigene LED-Farbe zuweisen, geschweige einen eigenen Benachrichtigungston, ohne diese Einstellung für jede App einzeln vornehmen zu müssen – was unter Umständen in der Form gar nicht möglich ist.

Benachrichtigungen mit Snooze und Timeout

Ebenfalls hinzugekommen ist die Möglichkeit, eingegangene Benachrichtigungen temporär auszublenden. Das kann wie die Schlummertaste beim Wecker verstanden werden; die Benachrichtigung taucht dann wahlweise nach 15, 30 oder 60 Minuten wieder auf.

Wenn zum Beispiel eine eingegangene Kurznachricht unbedingt eine zeitnahe Antwort braucht, der Nutzer aber gerade noch anderweitig beschäftigt ist, würde die Snooze-Funktion ihn später daran erinnern zu antworten. Eine ähnliche Funktionalität besitzt unter anderem Inbox, der alternative E-Mail-Client für Gmail, wenngleich diese App-intern realisiert ist.

Das genaue Gegenteil davon sind Timeouts, die Entwickler künftig implementieren können. Diese sehen vor, dass eine Benachrichtigung nach einer ausgewählten (Timeout-) Zeit automatisch verschwindet, nämlich dann, wenn sie nicht länger relevant ist. Ein heißer Kandidat für eine Implementierung wäre etwa jede Kalender-App. Diese erinnern an anstehende Termine, behalten die Benachrichtigungen für gewöhnlich aber solange aktiv, bis der Nutzer sie wegwischt oder anderweitig interagiert – obwohl der Termin womöglich schon lange vorbei ist. Mit den Timeouts können Entwickler dem vorbeugen.

Notification Dots

Noch immer nicht genug von Benachrichtigungen? Gut, denn es gibt noch eine Neuerung, die es zu erwähnen gilt – nämlich: Notificatioon Dots, oder besser gesagt Benachrichtigungsbadges. Genau, richtig gelesen, Android implementiert (endlich) jenes Feature, dass Homescreen-Alternativen wie der Nova Launcher schon seit Äonen anbieten.

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Dementsprechend die Funktionsweise auch nur kurz erklärt: Ein App-Icon besitzt unter Android 8.0 Oreo einen kleinen Punkt, farblich auf das Logo abgestimmt, der auf eine eingegangene Benachrichtigung der App hinweist. Simple as that. Durch langes Drücken kann der Nutzer über das App-Icon zudem auch die Benachrichtigung einsehen und mit dieser interagieren.

Bild-in-Bild

So, das war’s mit Benachrichtigungen, versprochen. Denn Android 8.0 Oreo hat noch so viel andere Themen zu bieten, über die es sich zu schreiben lohnt. Da wäre etwa noch der neue Bild-in-Bild-Modus. Darunter ist ein Fenstermodus à la Windows zu verstehen, der es Apps wie YouTube ermöglicht die Medienwiedergabe in einem separaten Fenster fortzusetzen. Währenddessen kann im Hintergrund eine andere App genutzt werden.

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Autofill-API

Ganz ehrlich, so unter uns, die Autofill-Funktion gängiger Browser ist doch ein Segen, oder? Anstatt Namen, E-Mail, Passwort und Co. per Hand in Formulare oder Login-Felder einzutippen, übernimmt der Browser diese lästige Arbeit. Ja, das ist eine potenzielle Sicherheitsschwachstelle, aber dennoch praktisch.

Unter Android bot beispielsweise Chrome zwar bereits ein solches Feature an, eine systemweite Integration ist jedoch nochmal ein anderes Kaliber. Genau das bietet Android 8.0 Oreo, eine dedizierte Autofill-API. Die Entwicklerschnittstelle ist offen, der Nutzer kann somit wie bei der Tastatur frei wählen, welche Autofill-App er nutzen möchte. Für Passwort-Manager kommt diese API sicherlich wie gerufen.

In Android 8.0 Oreo hat sich Google ja einigen Features gewidmet, die nach Ansicht vieler Nutzer längst überfällig waren. Das gilt definitiv auch für individuelle Shortcuts auf dem Sperrbildschirm, die in der neuen Android-Version endlich eingestellt werden können. Bislang waren Verknüpfungen zu Telefon und Google voreingestellt, ohne die Möglichkeit das zu ändern – gewisse Herstellersoftwares natürlich ausgenommen.

Einstellungen überarbeitet

Überhaupt scheint Google sich, wie schon mehrmals angesprochen, mit den Details des Betriebssystems auseinandergesetzt zu haben. Das betrifft auch die Einstellungen – wobei das nicht inhaltlich, sondern oberflächlich gemeint ist. In Android 8.0 Oreo glänzt das gesamte Interface der Einstellungen in einem neuen, frischen und übersichtlicheren Gewand.

So ist eine überarbeitete Struktur am Start, die unwichtige Optionen in den Hintergrund schiebt – beispielsweise finden sich Einstellungen zu Sprachen, Zeit und Updates erst unter „Erweitert“. Zudem sind einige Bereiche aufgewertet worden, visuell wie inhaltlich. Unterm Strich soll alles intuitiver sein, denn, seien wir mal ehrlich, im alten Einstellungsmenü hat sich in all den Jahren schon eine Menge Ballast angesammelt.

Multiple Displays, Farbprofile und mehr

Davon abgesehen hat Google zahlreiche Features und Veränderungen in Android 8.0 Oreo implementiert, die aber eher unscheinbarer Natur sind. Da wäre etwa die optimierte Unterstützung für mehrere Displays, selbiges gilt für angeschlossene Keyboards.

Des Weiteren können Apps fortan individuelle Farbprofile nutzen, nämlich AdobeRGB, Pro Photo RGB oder DCI-P3. Für Foto- oder Video-Apps, die von einer akkuraten Farbwiedergabe profitieren, kommt das sicherlich gelegen. Auch der Sound unter Android 8.0 Oreo soll besser werden, konkret der über Bluetooth übertragene Sound. Zu verdanken ist das Sony, das die eigenen LDAC-Codecs selbstständig ins Android-Open-Source-Project eingespeist hat.

Ferner unterstützt Android 8.0 Oreo Neighborhood Aware Networking. Dabei handelt es sich, grob gesagt, um automatisiertes WLAN-Direct, das das Smartphone mit Geräten in der Nähe koopeln kann. Dieses Feature ist mit Nearby vergleichbar.

Wann kommt Android 8.0 Oreo auf mein Smartphone?

Zu den Smartphones und Tablets, die von Google mit Android 8.0 Oreo versorgt werden, gehören das Nexus 5X, Nexus 6P, der Nexus Player, das Tablet Pixel C sowie die beiden Smartphones Pixel und Pixel XL. Unterstützte Geräte, die bereits am Beta-Programm teilgenommen haben, erhalten das Update sofort angeboten. Alternativ können versierte Nutzer sich auch die Factory Images auf ihr Gerät spielen, die Google ab sofort unter developer.android.com anbietet.

Geräte von Samsung, Huawei und Co. müssen warten, bis der jeweilige Hersteller Android 8.0 Oreo auf die jeweiligen Smartphones und Tablets angepasst hat. Eine stetig aktualisierte Liste findet ihr hier: Android 8.0 – Welche Smartphones sind kompatibel?

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