Tado dreht an der Heizung: Das smarte Thermostat im Test

Marco Di Lorenzo
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Zahlreiche Hersteller versuchen uns derzeit vom smarten Zuhause und allen voran einer smarten Heizungsteuerung zu überzeugen. Der Mehrwert der zahlreichen am Markt erhältlichen Lösungen ist aber vor allem dann schwierig zu erkennen, wenn es sich nur um profane Heizungsfernsteuerungen per App handelt. Ein wirklich smartes System bietet der deutsche Hersteller Tado an – was dieser anders und vor allem besser macht als die Konkurrenz, lest ihr in unserem Test.

Tado dreht an der Heizung: Das smarte Thermostat im Test

Die App: Sie ist heute A und O, State of the Art, Herzstück unseres digitalen Lebens. Es gibt sie für Backöfen, Wasserkocher, Waschmaschinen – und natürlich die Heizung. Das Problem: Die meisten etablierten Hersteller, vor allem von Haushaltsgeräten, sehen sie eher als Mittel zum Zweck – oft wirkt es, als suche man zwanghaft nach einem Grund, das Gerät übers Internet mit dem Smartphone zu verbinden (und so noch ein paar hundert Euro beim Preis draufschlagen zu dürfen). Die Funktionen beschränken sich meist auf das Steuern von unterwegs.

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Smarte-Lösungen sollen den User nicht zusätzlich beschäftigen

Tado macht das anders: Die Münchner, so scheint es, haben sich zuvorderst auf die App – erhältlich für iOS, Android und Windows Phone – konzentriert, sich viele Gedanken über deren Features und Funktionen gemacht und danach erst die nötige Hardware entwickelt: Den Anfang machte seinerzeit ein smartes Raumthermostat, welches mit Gasthermen, Heizkesseln oder Wärmepumpen verbunden werden konnte.

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Seit kurzem verkauft Tado endlich auch Heizkörperthermostate, die mit zentralen Wärmesystemen und Fernwärme kompatibel sind: Egal ob Raum- und/oder Heizkörperthermostat – die zugehörige App und Features sind dieselben und entsprechen genau dem, was wir uns unter einer wirklich „smarten“ Lösung vorstellen: Sie funktionieren weitgehend autark, ohne ständig die Aufmerksamkeit des Users zu benötigen. So wird die Temperatur abgesenkt, wenn er das Haus verlässt und langsam wieder angehoben, wenn er sich auf dem Heimweg befindet – ganz ohne einen einzigen Knopfdruck.

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Installation der smarten Heizkörperthermostate: Das schafft wirklich jeder

Im weiteren Verlauf dieses Tests stehen die neuen smarten Thermostate für Heizkörper (und nicht das schon länger erhältliche Raumthermostat) von Tado im Fokus. Als Besitzer beider Systeme kann ich bestätigen, dass sich auch letzteres dank ausführlicher Anleitung problemlos montieren lässt.

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Bei den Heizkörperthermostaten ist die Installation noch einfacher: Im Starter Kit sind zwei Stück enthalten – wer mehrere Radiatoren ins System einbinden will, kann weitere Thermostate dazu bestellen. Eine Online-Schritt-Für-Schritt-Anleitung führt den User durch den gesamten Installationsprozess. Anfangs wird ein Konto und dafür auch ein Haushalt angelegt. Wichtig: die genauen Adressdaten – ansonsten weiß die App später nicht, ob ihr tatsächlich gerade zuhause seid oder nicht. Pro Account lässt sich momentan nur ein Haushalt anlegen. Ohne sich ständig neu aus- und einzuloggen, lässt sich Tado aktuell also nicht an mehreren Standorten parallel betreiben. Dieses Features soll jedoch bald integriert werden.

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Über eine Seriennummer wird daraufhin jedes einzelne Gerät mit dem Account verknüpft und einem Raum zugeordnet. Das Herzstück ist die jedem Starter Kit beiliegende Bridge, die an Strom und Router angeschlossen wird und sich ihrerseits mit den Thermostaten verbindet. Mit der Reichweite soll man insbesondere wegen der verwendeten Mesh-Technologie – alle Geräte kommunizieren untereinander – auch in großen Altbauwohnungen keine Probleme haben. Sogar mehrere Stockwerke lassen sich laut Hersteller überbrücken.

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Per Druck auf den Pairing Button verbindet ihr nach und nach die einzelnen Thermostate mit der Bridge. Sobald sie erkannt wurden, erscheinen sie im Browserfenster. Danach gehts an die Montage. Das Abmontieren der alten Regler sollte keine großen Probleme machen, schließlich gilt es hier nur eine große Überwurfmutter abzudrehen – einzig dazu benötigtes Werkzeug: eine Rohrzange. Bei Glücklichen passt das neue Tado-Thermostat mit einem Außengewinde von M30x1,5 dann genau auf das Ventil.

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Etwas weniger Glückliche versuchen sich an einem der drei mitgelieferten Adapter, mit denen das Thermostat laut Hersteller auf „fast“ alle Heizungen passen soll. Welcher Adapter auf genau welchen Typ von Ventil passt, ist aber selbst mit der online abrufbaren detailreichen Anleitung nicht exakt auszumachen. Und so musste ich der Reihe nach einfach alle durchprobieren, um – und das wäre dann das letzte und ungünstigste Szenario – nach mehreren Minuten Drehen und Schrauben festzustellenn, dass gar keiner passt.

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Zur Ehrenrettung des Produktes seien an dieser Stelle zwei Dinge erwähnt: Zum einen wohne ich derzeit in Österreich und es könnte sein, dass unsere Fernwärme hier – wie es Kollege Frank ausdrückt – einen „anderen“ Standard aufweist. Zum anderen hat Tado sofort auf meine E-Mail mit beigefügten Fotos reagiert und mir binnen zweier Tage passende Adapter zugeschickt. Diese bestehen, wie die anderen Adapter auch, aus grauem Plastik und wirken nicht besonders robust – geschmolzen sind sie bis jetzt aber nicht.

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Auf der nächsten Seite erfahrt Ihr, wie sich Tado nutzen lässt und welche Features es von der Konkurrenz abgrenzen.

bewertete "
Tado Heizkörperthermostat
" mit
87 von 100 Punkten
(31. Januar 2017)

Wertung

8.7/10
Getestet von Marco Di Lorenzo

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