Anscheinend sind sich viele Menschen unsicher, ob sie „scheinbar“ oder „anscheinend“ meinen. Die Worte klingen zwar ähnlich, haben aber ganz unterschiedliche Bedeutungen.

 
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Oft wird „scheinbar“ genutzt, um „anscheinend“ auszudrücken. Umgekehrt ist das eher seltener der Fall. Dabei gibt es einen Unterschied in dem, was die Adverbien aussagen.

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Scheinbar vs. anscheinend: Was ist der Unterschied?

„Anscheinend“ ist kein Synonym von „scheinbar“. Viele haben „scheinbar“ in ihren Wortschatz aufgenommen und sich anscheinend nicht genau mit der Bedeutung auseinandergesetzt. Worin unterscheiden sich die beiden Wörter und welche Eselsbrücken gibt es, um sich die richtige Bedeutung zu merken?

  • anscheinend: Das Wort wird bei einer Vermutung geäußert. Etwas ist so, wie es scheint. Eine Vermutung entspricht also mit großer Wahrscheinlichkeit den Tatsachen.
  • scheinbar: Das wird genutzt, wenn etwas den Anschein macht, aber in Wirklichkeit gar nicht so ist.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen die Bedeutungen und Unterschiede:

  • Anscheinend haben die Geschäfte am Karfreitag geschlossen.
  • „Anscheinend haben wir die S-Bahn gerade verpasst.“
  • Anscheinend wusste niemand davon (wenn die Unwissenheit nicht gespielt ist).
  • Sie ist anscheinend begabt.
  • Anscheinend hat Herr Müller schlechte Laune.
  • Anscheinend hattet ihr einen schönen Abend.

Mit „anscheinend“ vermutet man also etwas, weil bestimmte Voraussetzungen oder Merkmale auf eine Tatsache hindeuten. „Scheinbar“ steht hingegen im Kontrast zur Realität. Es wird also etwas vorgetäuscht und scheint nur so zu sein, ist tatsächlich aber anders. Ist etwas „scheinbar“, entspricht es nicht der Wirklichkeit. Es scheint nur auf den ersten Blick so, ist aber in Wirklichkeit ganz anders. Der Schein trügt also.

  • Scheinbar ist die Stadt menschenleer.
  • Scheinbar mochte sie keinen Kuchen, tatsächlich aber liebte sie Süßes und wollte nur der Versuchung widerstehen.

Scheinbar oder anscheinend? Das sind praktische Synonyme

Mit diesen Ausdrücken könnt ihr „scheinbar“ und „anscheinend“ ersetzen, um die Wörter besser auseinanderzuhalten:

  • anscheinend: allem Anschein nach, wahrscheinlich, möglicherweise, vermutlich, wirklich, tatsächlich, es hat den Anschein, offenbar, offensichtlich
  • scheinbar: angeblich, vorgeblich, vordergründig

Scheinbar vs. anscheinend: Eselsbrücken gegen die Verwechslung

Eselsbrücken für die richtige Verwendung der Anscheinend-scheinbar-Problematik zu finden, ist gar nicht so leicht. Ihr könnt es aber mit diesen Eselsbrücken zum Merken versuchen:

  • Hat es den „Anschein“, kann es so sein. Der „Schein“ legt dich hingegen rein.
  • „Anscheinend“: Etwas scheint so, man weiß es aber nicht genau. „Scheinbar“: Es scheint nur so, es ist aber nicht so.
  • Steht der „Schein“ am Wortanfang, trügt er. Eine Scheinfirma ist etwa kein reelles Unternehmen. Dasselbe gilt für die Scheinadresse oder den Scheinheiligen.
  • Kann man „offenbar“ in den Satz einsetzen, ist die Nutzung von „scheinbar“ verkehrt.
  • „Das „scheinbar“ hör ich weinend – du meinst gewiss 'anscheinend‘!“

Einige sinnvolle Merksätze findet ihr auch bei Twitter:

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