Unfall-Horror: Das passiert, wenn Drohnen in Autos krachen

Stefan Bubeck

Was passiert, wenn eine 9 Kilogramm schwere Transportdrohne mit 70 km/h seitlich in ein Auto kracht? Ein Versicherungskonzern hat es im Crash-Test ausprobiert. Die Ergebnisse sind beunruhigend.

Unfall-Horror: Das passiert, wenn Drohnen in Autos krachen
Bildquelle: Getty Images / SIphotography.

Eine Transportdrohne – so schwer wie ein Rennrad – stürzt ab. Mit 70 km/h rauscht sie in die Seitenscheibe eines Autos. Diese wird dabei zerstört, Teile der Drohne brechen auf der Fahrerseite in den PKW ein und treffen die Insassen.

Drohnen: Tödliche Gefahr am Himmel?

Das Versicherungsunternehmen Axa hat genau dieses Szenario im Crashversuch am schweizerischen Flugplatz Dübendorf nachgestellt. In der Realität hätte dieser Unfall wahrscheinlich zu Schwerverletzten oder Toten geführt.

In der Zukunft werden wir voraussichtlich jede Menge Drohnen im Alltag erleben: Nicht, weil diese wie heute bereits für spektakuläre Filmaufnahmen verwendet werden, sondern weil sie als Transportmittel für Waren dienen. Sie bringen dann etwa bei Amazon bestellte Produkte, Pizza oder Medikamente schnell an den Zielort und umgehen dabei den Stau im Straßenverkehr.

Wenn allerdings eine Drohne abstürzt, dann werden die eigentlich unbeteiligten Teilnehmer im Straßenverkehr plötzlich Betroffene: Verletzt durch umherfliegende Teile oder sogar tödlich verwundet, weil wie aus dem Nichts ein Flugobjekt durch die Scheibe des Autos knallt. Eine Horrorvorstellung.

„Erste Unfälle mit Drohnen sind bereits passiert. Zum Glück blieb es bisher bei Sachschäden. Mit der zunehmenden Verbreitung von Drohnen ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis auch erste Personenschäden durch Drohnen verursacht werden“, erläutert Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung & Prävention bei AXA Schweiz.

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Drohnen-Flüge: In Deutschland gelten bereits strenge Regeln

In Deutschland gilt seit letztem Jahr die „Drohnen-Verordnung“, in der geregelt wird, unter welchen Bedingungen Drohnen fliegen dürfen. Dazu gehört Pflicht zur Kennzeichnung der Flugobjekte (Namen und Adresse des Eigentümers), ein Kenntnisnachweis („Drohnenführerschein“, ab 2 Kilogramm) und in manchen Fällen sogar eine Aufstiegserlaubnis von der zuständigen Luftfahrtbehörde.

Doch selbst die strengsten Regeln können nicht verhindern, dass ein technischer Defekt auftritt und eine Drohne auf einen Fußgänger oder ein Auto stürzt. Allenfalls eine präzise und reaktionsschnelle Flugraumüberwachung in kritischen Bereichen könnte die Gefahr etwas eindämmen.

Quelle: Axa

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