Der Zoll hat eine wichtige Änderung bei den Einfuhrabgaben bekannt gegeben. Die bisher geltende Freigrenze in Höhe von 22 Euro fällt bald weg. Bestellungen aus chinesischen Online-Shops könnten teurer werden – was an der Servicepauschale liegt.

 

Zoll und Post-App

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Freigrenze fällt weg: Einfuhren aus China werden teurer

Beim Import von Waren aus Ländern außerhalb der Europäischen Union fallen ab dem 1. Juli 2021 in jedem Fall Einfuhrabgaben an. Die bisherige Freigrenze in Höhe von 22 Euro wird abgeschafft. Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU fallen die neuen Gebühren auch aus diesem Land an. Für deutsche Kunden sehr viel wichtiger dürfte dabei die Tatsache sein, dass auch Waren aus China von der Änderung betroffen sind.

Prinzipiell muss ab dem 1. Juli für jede Sendung aus einem Drittland eine entsprechende Zollanmeldung abgegeben werden, wie es in der Ankündigung heißt. Diese dürfte aber kaum von den Endkunden verlangt werden. Stattdessen sollen sich die jeweiligen Beförderer um die Anmeldung beim deutschen Zoll kümmern. Einfuhrabgaben sollen dann bei der Zustellung eingetrieben werden. Als kleiner Lichtblick lässt sich feststellen, dass Abgaben von weniger als einem Euro nicht erhoben werden. Hier ist von einer direkten Zustellung an den Endkunden auszugehen.

Günstiger wird es für Kunden aber ganz sicher nicht, was an der Servicepauschale liegt. Diese wird von Transportunternehmen erhoben. Bei der DHL möchte man 6 Euro pro Lieferung verlangen. Eigene Zollabgaben sollen ab einem Sachwert von mehr als 150 Euro anfallen. Eine Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 7 oder 19 Prozent fällt aber unabhängig vom Warenwert an.

Im Video: Das ist bei Bestellungen aus China unbedingt zu beachten.

China-Shops: Das solltet ihr vor eurer Bestellung wissen

Importe über EU-Länder bleiben zollfrei

Die größeren chinesischen Online-Shops liefern ihre für Deutschland bestimmte Ware zum Teil nicht mehr direkt aus China aus. Stattdessen werden sie oft in anderen EU-Ländern in Logistikzentren „geparkt“ und von dort aus nach Deutschland verkauft. In diesem Fall fallen hierzulande weder neue Einfuhrabgaben noch eine Servicepauschale an.