Die britische Mutation des Coronavirus ist anscheinend nicht nur ansteckender als andere Varianten: Forscher der britischen Regierung haben Hinweise gefunden, dass Krankenhausaufenthalte und sogar Todesfälle deutlich häufiger vorkommen.

 
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Britische Forscher haben mehrere Studien untersucht und dabei Hinweise gefunden, die der Hoffnung auf baldige Lockerungen der alltäglichen Einschränkungen einen Riegel vorschieben könnten. Laut deren Analyse ist die Mutante B.1.1.7 des Coronavirus nicht bloß deutlich ansteckender als andere Virusmutationen. Sie soll auch gefährlicher für den Menschen sein.

Britische Corona-Mutation ist wohl 40 bis 60 Prozent gefährlicher

Laut der Daten, welche die Forscher aus mehreren Studien zusammenstellten, sei es wahrscheinlich, dass eine Infektion mit der britischen Virusmutante mit „einem höheren Risiko eines Krankenhausaufenthalts oder des Todes zusammenhänge“ als eine Infektion mit anderen Mutationen. Wie die New York Times (NYT) berichtet, sei der Grund dafür nicht bekannt. Eine mögliche Erklärung sei allerdings eine höhere Viruslast bei den Patienten. Laut Neil Ferguson, wissenschaftlicher Berater der britischen Regierung, sei das Risiko, mit der B.1.1.7-Mutation ins Krankenhaus eingeliefert werden zu müssen oder daran zu sterben, um 40 bis 60 Prozent höher.

In der Veröffentlichung weisen die Forscher jedoch auch auf zwei Dinge hin: Zum einen sei das Risiko zwar erhöht, im Einzelfall betrachtet aber immer noch als gering einzustufen. Außerdem sei die Datengrundlage für ihre Beobachtungen limitiert. Wie NYT hinweist, seien die ausgewerteten Studien jedoch umfangreicher als diejenigen, die zuerst zu der Annahme führten, dass die britische Variante ansteckender sei. An der Universität Oxford wurde außerdem ein bekannter Wirkstoff erfolgreich gegen Corona getestet.

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Was bedeutet die Entdeckung der Briten für Deutschland?

Seit der Weihnachtszeit weist Kanzlerin Merkel immer wieder auf die Gefahr durch die britische Mutation hin – und das allein wegen der höheren Ansteckungsrate. Ist diese nun auch noch gesundheitsschädlicher, liegt eines nahe: Lockerungen der bestehenden Maßnahmen werden in den nächsten Tagen und Wochen wohl nicht beschleunigt. Das Gegenteil, nämlich keine weiteren Lockerungen, scheint zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlicher.