Der Nachtmodus auf unseren Handys soll dafür sorgen, dass die Augen zu später Stunde nicht zu sehr belastet werden. Nun behaupten manche Wissenschaftler, dass das Unsinn sei. Viel wichtiger soll ein ganz anderer Aspekt sein. Was steckt dahinter?

 

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Wissenschaftler: Nachtmodus eher schädlich

Wenn das Tageslicht verschwindet, setzen viele Handynutzer auf einen Nachtmodus. Hier wird der blaue Anteil des Lichts auf dem Display herausgefiltert und das Bild selbst wirkt eher gelblich. Das soll die Augen schonen und zu später Stunde dafür sorgen, dass wir anschließend besser einschlafen können. Nun behaupten Wissenschaftler rund um Dr. Tim Brown, dass es diesen Effekt gar nicht geben würde – ganz im Gegenteil soll der gelbe Farbanteil für viel mehr Unruhe im Kopf sorgen.

Experimente an Mäusen hätten gezeigt, dass der Anteil des blauen Lichts gar keine Relevanz besitzt. Viel wichtiger sei die Helligkeit des Lichts selbst, welche die Augen strapaziert und uns nicht müde werden lässt. Der Fehler beim Nachtmodus würde darin begründet sein, dass man sich auf Melanopsin konzentriert habe. Bei Melanopsin handelt es sich um ein lichtempfindliches Protein im Auge.

Dr. Tim Brown fasst die falschen Annahmen laut Caschys Blog so zusammen: „Weil Melanopsin besser in der Lage war, kurzwellige Photonen zu erkennen, wurde angenommen, dass es zugunsten von blauem Licht voreingenommen war. Tatsächlich sind es die Zapfenzellen der Netzhaut, die die Farbe bestimmen. Das Kegelsystem spielt auch eine Rolle, und sie tun das Gegenteil von dem, was die meisten Leute dachten.“

Mit einem Dark Mode hat der Nachtmodus nichts zu tun. Dieser wurde mit Android 10 systemweit eingeführt:

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Nachtmodus auf Handys sinnlos?

Sollten sich die Ergebnisse der Untersuchungen des Forscherteams in weiteren Studien verfestigen, dann stellt das auch die Hersteller von Smartphones vor eine neue Aufgabe. Diese müssten beim Nachtmodus nicht mehr einfach nur das blaue Licht herausfiltern, sondern sich eher auf die Helligkeit des Displays konzentrieren.

Nachtmodus in Android-Apps:

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Dass uns Displays aber auch mit einem neuen, „verbesserten“ Nachtmodus weiter beim späteren Einschlafen hindern können, liegt dabei natürlich auch an uns selbst und den Inhalten, die wir konsumieren. Wer wirklich besser zur Ruhe kommen möchte, der legt das Handy lange vor dem Einschlafen zur Seite.