Echtes Schwarz, satte Kontraste, geringerer Stromverbrauch bei dunklen Szenen – OLED hat sich innerhalb der letzten Jahren in der Fernseher-Branche durchgesetzt. Höchste Zeit, dass die Technologie auch in Laptop-Bildschirmen Einzug hält. Doch aktuell haben OLED-Laptops noch mit einem massivem Problem zu kämpfen, wie Tech-YouTuber LinusTechTips in seinem Video erklärt. 

OLED-Laptops: Tech-YouTuber Linus zieht ein Fazit

Auf der diesjährigen CES in Las Vegas schien vor allem ein Thema in aller Munde zu sein: OLED-Laptops. Gleich sechs neue Geräte wurden während der Fachmesse für Unterhaltungselektronik vorgestellt, inzwischen sind die ersten Modelle verfügbar. Darunter befindet sich auch das Profi-Modell des Razer Blade 15 (2019). Der Tech-YouTuber Linus konnte sich den Gaming-Laptop bereits anschauen und erklärt, was eines der größten Probleme der neuen Gerätegattung ist:

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Probleme bei OLED-Laptops: Damit haben die Geräte aktuell noch zu kämpfen

Vor allem Content-Creator wie Videoproduzenten oder Fotografen sollten aktuell noch Abstand von OLED-Laptops nehmen. Denn obwohl Farben und Kontraste auf den ersten Blick sehr knackig und knallig wirken, nimmt die Farbgenauigkeit mit zunehmender Helligkeit des Bildschirms immer weiter ab. Das liegt daran, dass das Display nicht genug Strom zur Verfügung gestellt bekommt. Auf der maximalen Helligkeitsstufe fehlt es dem Gerät also schlichtweg an Saft, um auch jeden Pixel mit seiner maximalen Helligkeit betreiben zu können. Um also diese maximale Helligkeit zumindest in einigen Stellen auf dem Display sicherstellen zu können, wird ein Teil der Sättigung und damit auch die Farbgenauigkeit geopfert.

Kleines Beispiel gefällig? Linus erklärt in seinem Video, dass er die den empfundenen Farbabstand des OLED-Displays des Razer Blade (2019) von einem Wert von Delta E 6,67 auf Delta E 4,35 reduzieren konnte, indem er die Helligkeit des Displays um eine Stufe reduzierte. Je dunkler also das Display, desto farbgenauer die Darstellung der Bildschirminhalte. Zum Vergleich: Ab Delta-E-Werten, die kleiner als 3 sind, geht man aktuell davon aus, dass ein Otto-Normal-Vebraucher keinen Unterschied beim Vergleich zweier Farben erkennen kann. Das geübte Auge hingegen kann sogar Unterschiede bis Delta E 0,5 wahrnehmen. Doch sollen jetzt alle Digital Artists die Helligkeit ihres OLED-Laptops herunterregeln, um vernünftig mit ihnen arbeiten zu können? Wohl kaum. Denn selbst wenn man in diesem Zustand den Bildschirm kalibrieren würde, wären diese Änderungen sofort wieder nutzlos, sobald man die Helligkeit ändern würde.

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Ein weiteres Problem, das Linus in seinem Video anspricht, ist der hohe Akkuverbrauch des OLED-Displays, wenn helle Bildschirminhalte angezeigt werden. Wer also länger unterwegs ist und keine Steckdose in der Nähe hat, sollte sich ein möglichst dunkles Desktop-Hintergrundbild aussuchen und möglichst viele Anwendungen und Webseiten im Dark Mode nutzen. Ansonsten macht der Akku sehr schnell schlapp.

LCD vs. OLED: Was sind die Unterschiede?

Doch warum sollte man sich dann überhaupt einen OLED-Laptop zulegen, wenn die Probleme so gravierend sind? Und den Elefanten im Raum „Burn-in“ haben wir in diesem Fall noch gar nicht angesprochen. Um genau solche Fragen zu klären haben wir zu dem Thema vor nicht allzu langer Zeit ein kleines Video gedreht, in dem wir auf die einzelnen Unterschiede der zahlreichen Display-Arten eingehen und ihre Funktionsweise erklären:

LCD vs. OLED: Was ist wirklich besser? – TECHfacts

Was sagt ihr zu den Problemen der neuen OLED-Laptops? Hattet ihr vor, euch demnächst eines der neuen Geräte zuzulegen? Oder werdet ihr bei eurem nächsten Laptop auch weiterhin auf ein IPS-Panel setzen?  Denkt ihr, dass der OLED-Trend bei Notebooks durch diese Probleme schnell wieder abflachen wird? Schreibt uns eure Meinung zum Thema gerne in die Kommentare. Übrigens: Wer gerade sowieso auf der Suche nach einem neuen Gaming-Laptop ist, dem helfen wir mit unserem Ratgeber gerne weiter.