Wer einen Vertrag für Festnetz-Internet abschließt, entscheidet sich dabei für eine maximale Datengeschwindigkeit. Im Alltag wird die eher selten erreicht, bezahlt wird in der Regel trotzdem der volle Preis, dabei können Verbraucher die Zahlungen anpassen. Ab Dezember wird das vereinfacht.

Festnetz-Internet: Nur zahlen, was zuhause ankommt

Die Neufassung des Telekommunikationsgestzes sieht Verbesserungen für Verbraucher vor. Eine davon ist die Möglichkeit, sich leichter zur Wehr zu setzen, wenn der Internet-Provider nicht wie versprochen leistet. Wer nur Teile der im Vertrag gebuchten Internetgeschwindigkeit erreicht, kann in Zukunft die monatlichen Zahlungen mindern.

Möglich ist das zwar schon länger, aber in der Regel bedeutete es immensen Aufwand, sich gegen Provider durchzusetzen. Ab Dezember wird das einfacher, denn die Bundesnetzagentur arbeitet daran festzulegen, um wie viel Verbraucher ihre monatlichen Zahlungen mindern können (Quelle: dpa via Stern).

Konkret bedeutet das, dass „im Falle von erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichungen“ von der im Vertrag vereinbarten Geschwindigkeit die monatlichen Zahlungen durch den Kunden gesenkt werden dürfen – oder Kundinnen sogar fristlos kündigen können (Quelle: Bundesnetzagentur).

Die Bedingung: Verbraucher müssen ihre Unzufriedenheit beweisen. Um sicherzustellen, dass tatsächlich nicht die zugesicherten Download- und Upload-Geschwindigkeiten erreicht werden, stellt die Bundesnetzagentur unter www.breitbandmessung.de eine App zur Verfügung. Ihre Ergebnisse entscheiden.

Betroffene Kunden können ihre Zahlungen soweit mindern, wie der Abstand zwischen versprochener und tatsächlich erbrachter Geschwindigkeit beträgt. Erreicht ihr etwa in einem Tarif mit 100 MBit/s im Download nur 50 Mbit/s, könnt ihr eure Zahlungen ebenfalls um die Hälfte reduzieren. Entscheidend ist dabei, wie viel Internetgeschwindigkeit in Haus oder Wohnung ankommt – was im WLAN-Netz verloren geht, liegt nicht am Provider.

Im Video zeigen wir, wie ihr euer WLAN-Netz verbessert:

Wie funktioniert WLAN und wie kann ich meins optimieren? – TECHfacts #1

Weniger zahlen für geringere Geschwindigkeit

Bis es soweit ist, stehen allerdings noch Konkretisierungen an. So schlägt die Bundesnetzagentur vor, dass Zahlungsminderungen etwa gerechtfertigt sein sollen, wenn an mindestens zwei Messtagen mindestens einmal pro Tag weniger als 90 Prozent der Maximalgeschwindigkeit erreicht werden.

Dazu sollen die betroffenen Parteien noch Stellung nehmen. Die Gesetzesänderung wird am 1. Dezember 2021 in Kraft treten. Ab dann können Kunden sich ihrem Internetanbieter gegenüber auf Messungen mit der App der Bundesnetzagentur berufen. Die Neuregelung gilt nur für Festnetz-Internetanschlüsse, nicht für Mobilfunk.